Verbraucherzentrale Paderborn warnt vor »falschen Entscheidungen«
Hinschauen beim Stromverbrauch

Paderborn (WB). Regierungen vereinbaren Klimaziele. Und was können die Bürger tun? Sich Energiesparziele im Haushalt setzen, meint die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Dienstag, 29.10.2019, 18:20 Uhr
Für Gebäude, Autos und das private Umfeld wird Strom benötigt. An vielen Stellen lässt sich der Verbrauch drosseln, wissen Susanne Paleschke und Thomas Willeke. Foto: Oliver Schwabe
Für Gebäude, Autos und das private Umfeld wird Strom benötigt. An vielen Stellen lässt sich der Verbrauch drosseln, wissen Susanne Paleschke und Thomas Willeke. Foto: Oliver Schwabe

»Keine Zeit für falsche Entscheidungen« heißt die aktuelle Kampagne der Verbraucherschützer, die jeden von uns dafür sensibilisieren möchte, sein Nutzungsverhalten in Zeiten des Klimawandels zu ändern. Einsparpotenzial gibt es reichlich. Eine 15 Jahre alte Kühl-Gefrierkombination verbrauche 100 Euro im Jahr, ein neues Gerät mit der höchsten Energiesparklasse A+++ nur 40 Euro, rechnete der Energieberater der Verbraucherzentrale Paderborn, Thomas Willeke, am Dienstag vor. »Alles, was älter als zehn Jahre ist, da sollte man über einen Austausch nachdenken«, sagte er.

Warmwasser mit Strom kommt richtig teuer

Nach Berechnungen der Verbraucherschützer für einen Vier-Personen-Haushalt bildet die Warmwassererzeugung mit 29 Prozent den größten Batzen beim Stromverbrauch – deutlich vor Unterhaltungselektronik (21 Prozent), dem Kühlschrank (12 Prozent), der Waschmaschine (9 Prozent), dem Licht (7 Prozent) und dem Kochen (5 Prozent). »Die Leute denken, Strom wird beim Licht verbraucht, aber da, wo Strom Wärme macht, spielt die Musik«, betonte die Leiterin der Verbraucherzentrale Paderborn, Susanne Paleschke.

Die Länge des Duschens hat einen enormen Effekt auf die Stromkosten. Wer fünf Minuten duscht, verbraucht 50 Liter Wasser und erzeugt Kosten von 770 Euro im Jahr. Lässt sich jemand 15 Minuten lang das Wasser über den Körper laufen, der kommt auf einen Verbrauch von 150 Litern und auf Kosten von 2300 Euro.

Ein Hinweis an alle Nostalgiker, die an alten Glühlampen hängen. Laut Verbraucherzentrale verursacht so ein altes Schätzchen mit 60 Watt in zehn Jahren Betriebskosten von 165 Euro. Eine LED-Lampe (8 Watt) kommt in derselben Zeit auf 30 Euro. »Die Glühlampe sollte man rausschrauben und nur für den Notfall aufbewahren«, hat Thomas Willeke eine glasklare Meinung.

Ein Prozent weniger Temperatur spart sechs Prozent Energie

Auch den Thermostat herunterzustellen lohnt sich. Ein Prozent weniger Temperatur spart sechs Prozent Energie, lautet der Merksatz. Konkret: Wer die Temperatur im Wohnzimmer von 23 auf 21 Grad Celsius drosselt, spart 100 Euro im Jahr. Apropos Heizen: Willeke rät von der Anschaffung von Stromdirektheizungen ab. »Effektives Heizen mit Strom ist ein Märchen«, betont er. Und das, obwohl die Hersteller solcher Heizkörper damit werben, sie seien effektiv, umweltschonend und leicht montiert.

Wer sich informieren möchte, wie er in seinem Haushalt Strom sparen kann, der hat die Möglichkeit, mit der Verbraucherzentrale einen »Basis-Check« zu vereinbaren. Ein Mitarbeiter kommt dann zu ihm oder ihr nach Hause, nimmt sich 90 Minuten lang Zeit und schreibt einen Bericht. Ab Januar 2020 ist das Ganze auch noch kostenlos.

Messgeräte werden kostenlos verliehen

Energieeinsparung steht gezielt am Montag, 4. November, in der Verbraucherzen­trale an der Grunigerstraße im Mittelpunkt. Zwischen 13 und 16 Uhr beraten die Experten, und um 17 Uhr hält Thomas Willeke einen Vortrag zum Thema. Übrigens verleiht die Verbraucherzentrale auch kostenlos Messgeräte. -Aber was hilft alle Aufklärung, wenn der Mensch seine Gewohnheiten so schwer ablegen kann? Thomas Willeke fasste das Problem am Mittwoch so zusammen: »Jeder weiß es eigentlich, aber macht er es heute mal anders oder doch so wie gestern?«

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