Mi., 30.10.2019

Summe soll an die Caritas sowie die über 600 Kirchengemeinden und Kindertagesstätten der Erzdiözese ausgeschüttet werden Erzbistum Paderborn erzielt Bilanzgewinn von rund 15 Millionen Euro

Der Dom in Paderborn: Das Erzbistum Paderborn hat am Mittwoch den Finanzbericht 2018 vorgestellt.

Der Dom in Paderborn: Das Erzbistum Paderborn hat am Mittwoch den Finanzbericht 2018 vorgestellt. Foto: dpa

Paderborn (WB/epd). Das Erzbistum Paderborn hat im vergangenen Jahr einen Überschuss von 51,5 Millionen Euro verzeichnet. Das seien 25 Prozent weniger als 2017 , teilte das Erzbistum am Mittwoch mit.

Der nach Abzug von Bau- und Pensionsrücklagen verbleibende Bilanzgewinn von 15 Millionen Euro werde an die Caritas sowie die über 600 Kirchengemeinden und Kindertagesstätten der Erzdiözese ausgeschüttet. Ausgegeben und investiert wurden nach Angaben des Erzbistum in 2018 rund 533 Millionen Euro. Im Vergleich zum Jahr davor sei das ein Anstieg um 5,7 Prozent, hieß es.

Generalvikar erwartet deutliche Veränderungen

Die Kirchensteuererträge stiegen aufgrund der guten konjunkturellen Lage demnach um 5,3 Prozent auf 432 Millionen Euro. Die Kapitalerträge nahmen jedoch lediglich um 2,1 Prozent zu und lagen bei 585 Millionen Euro. Das sei im Wesentlichen auf das weiterhin niedrige Zinsniveau zurückzuführen. »Auf zurückgehende Erträge werden wir reagieren müssen«, sagte der Paderborner Generalvikar Alfons Hardt am Mittwoch.

Er erwarte mittelfristig deutliche Veränderungen durch Demografie, Kirchenaustritte und Konjunkturentwicklung. »Bewährtes werden wir bewahren, manche Themen aber in veränderten räumlichen und zeitlichen Zusammenhängen denken müssen«, erklärte er das Zukunftsbild des Erzbistums . So sollen in der Seelsorge und bei den spirituellen Angeboten neue Ideen erprobt werden.

Mitglieder: Zahl auf knapp 1,5 Millionen Katholiken gesunken

Die Zahl der Kirchenmitglieder sank den Angaben zufolge im vergangenen Jahr um rund 25.500 auf knapp 1,5 Millionen Katholiken. Auch die Zahl der Gottesdienstteilnehmer, Taufen, Erstkommunionen und katholischen Bestattungen ging je leicht zurück. Die Austritte betrugen laut Bericht 9.369, im Jahr 2017 waren es 7.347 gewesen.

Neben den Kirchengemeinden machen die rund 500 Kindertagesstätten den zweitgrößten Posten im Haushalt 2018 aus, wie es hieß. Jeder der mehr als 29.000 katholischen Kita-Plätze im Erzbistum werde jährlich mit rund 1.200 Euro aus Kirchensteuermitteln bezuschusst, sagte Hardt. »Ohne die Einhaltung der langfristigen Zusagen seitens der Landespolitik für ihren Finanzierungsanteil laufen unsere Investitionen in mehr Qualität aber ins Leere«, warnte der Generalvikar und appellierte an die nordrhein-westfälische Landesregierung aus CDU und FDP, ihre derzeitigen Planungen für eine Neufassung des Kinderbildungsgesetzes zu überarbeiten.

Kritik am Gesetzentwurf

Die Kirchen in NRW kritisieren unter anderem, dass im Gesetzentwurf für eine Reform des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) der finanzielle Eigenanteil der freien und kirchlichen Träger kaum gesenkt werden soll. Von den 9.500 Kitas in Nordrhein-Westfalen werden 7.500 von freien und kirchlichen Trägern betrieben. In katholischer Trägerschaft befinden sich rund 2.000, in evangelischer rund 1.600.

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