Do., 31.10.2019

20 Prozent mehr jedes Jahr als Reaktion auf Mitgliederschwund – Mit Kommentar Erzbistum Paderborn investiert massiv in Kitas

Spielen und christliche Werte lernen.

Spielen und christliche Werte lernen. Foto: dpa

Von Dietmar Kemper

Paderborn (WB). Mit mehr Geld und Personal für seine Kindertagesstätten will das Erzbistum Paderborn angesichts des fortschreitenden Mitgliederrückgangs seine Zukunft sichern.

Im vergangenen Jahr wurden 45,8 Millionen Euro inverstiert – fast doppelt so viel wie 2017. »Orte, an denen sich Wachstum im Glauben vollzieht, sind unter anderem die katholischen Kindertagesstätten«, heißt es im Finanzbericht für 2018, den Generalvikar Alfons Hardt und der Hauptabteilungsleiter Finanzen, Dirk Wummel, am Mittwoch vorgestellt haben.

29.000 Plätze in mehr als 500 Kindertagesstätten

Demnach engagiert sich das Erzbistum intensiv beim Aufbau, der Weiterentwicklung und beim Betrieb der Kitas. In den mehr als 500 Kindertagesstätten werde jeder der mehr als 29.000 Plätze jährlich mit rund 1200 Euro aus Kirchensteuermitteln bezuschusst. Für Kitas habe das Erzbistum zuletzt jedes Jahr 20 Prozent mehr Geld ausgegeben.

Nur noch 50 Prozent der Kinder katholisch

Hinter den Kirchengemeinden machen die Kitas anteilig inzwischen den zweitgrößten Posten im Haushalt aus. In ihnen sind nur noch 50 Prozent der Kinder katholisch. Das Erzbistum erwartet von den Erzieherinnen, dass sie entscheidend dazu beitragen, »dass die Kita ein Ort gelebten Glaubens ist«. Sie sollten Zeuginnen, Übermittlerinnen und Übersetzerinnen der christlichen Botschaft in den Alltag der Kinder und ihrer Familien sein.

Missbrauchsskandal führt zu Vertrauensverlust

Bei Erwachsenen habe der Missbrauchsskandal zu einem »gewaltigen Vertrauensverlust« geführt, bedauert Hardt. Konkret sank die Zahl der Mitglieder im Erzbistum von 1,51 Millionen Ende 2017 auf 1,49 Millionen ein Jahr später.

Kritik an der schwarz-gelben Landesregierung

Der Generalvikar kritisierte die schwarz-gelbe Landesregierung. Die im Kinderbildungsgesetz (KiBiZ) geregelten staatlichen Zuschüsse seien nicht kostendeckend, und an den Plänen für eine Neufassung des Gesetzes seien die Kirchen erstmals nicht beteiligt worden. Würden langfristige Zusagen nicht eingehalten, drohe Kitas auf dem Land die Schließung.

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