Restaurantführer »Gault&Millau« beurteilt jährlich ambitionierte Restaurants
Paderborner »Balthasar« gehört zu den Spitzenrestaurants in NRW

Düsseldorf/Paderborn (dpa). Der Restaurantführer »Gault&Millau« beurteilt jährlich ambitionierte Restaurants. Unter die Top zwölf aus NRW hat es abermals das »Balthasar« aus Paderborn geschafft. Gemeinsam mit neun anderen Restaurants landete es auf Platz drei bei den Testern.

Montag, 04.11.2019, 18:35 Uhr aktualisiert: 04.11.2019, 18:52 Uhr
Elmar Simon, Inhaber und Küchenchef vom Restaurant »Balthasar«. Foto: Jörn Hannemann
Elmar Simon, Inhaber und Küchenchef vom Restaurant »Balthasar«. Foto: Jörn Hannemann
Das sind die Top zwölf in NRW

Platz 1: Vendôme in Bergisch Gladbach

Platz 2: Le Moissonnier in Köln

Platz 3: Halbedel’s Gasthaus in Bonn, Yunico in Bonn, Bembergs Häuschen in Euskirchen, Maximilian Lorenz in Köln, Ox&Klee in Köln, Zur Post in Odenthal, Balthasar in Paderborn, Gut Lärchenhof in Pulheim, Haus Stemberg, anno 1864 in Velbert, Landhaus Köpp in Xanten

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Elmar Simon, Inhaber und Küchenchef vom Restaurant »Balthasar«, erhielt erstmals im Jahr 1998 einen Michelin-Stern. Erst im Februar 2019 war er erneut ausgezeichnet worden.

Unangefochten an der Spitze aber bleibt Joachim Wissler vom »Vendôme« in Bergisch Gladbach. Als »Produktfetischist und Meister im Dirigieren eines großes aromatischen Orchesters« wird der 56-Jährige charakterisiert.

Seit nunmehr 11 Jahren führt er das Feld der Spitzenköche in NRW an mit 19,5 Punkten. Bundesweit haben nur acht Köche diese Höchstnote für Weltklasse-Restaurants. Die Kritiker würdigen seine beständige Kreativität und seine neuesten Gerichte, etwa Ente mit Blaubeerkompott, Schwarzwurzel und Ingwerjus.

Zum »Koch des Jahres« kürten die Tester den Küchenchef des Münchner Restaurants »Werneckhof«, Tohru Nakamura.

»Höchste Kreativität und bestmögliche Zubereitung«

Der Gourmetführer hat zudem vier ambitionierte Köche zu Aufsteigern des Jahres in NRW ernannt. Dabei handelt es sich Daniel Gottschlich und Erik Schmitz vom Kölner Restaurant »Ox&Klee« sowie Oliver Röder und Filip Czmok von »Bembergs Häuschen« in Euskirchen. In der Deutschlandausgabe 2020 des Gastroführers erkochten sie sich 17 von 20 möglichen Punkten.

Das stehe für »höchste Kreativität und bestmögliche Zubereitung«, erklärte der »Gault&Millau« am Montag. Die Küchenmeister servieren Gerichte wie »Hahnenkamm mit Bohne, Mispel und Bonito«. Oder bringen zu »Auster und Kalbsherz« einen Fichtenaufguss und das Allerweltskraut Gundermann auf den Teller.

Allgemein lobte der Restaurantführer die junge Generation dafür, dass ihnen die Endlichkeit der Ressourcen bewusst sei. »Eine Küche, die die Schätze heimischer Natur hochachtet, die Saison respektiert und alles vom Tier und von der Pflanze verwendet, was essbar ist«, erklärte Chefredakteurin Patricia Bröhm.

Wertung für Fernsehkoch Björn Freitag

Freuen kann sich Fernsehkoch Björn Freitag über die Wertung für seinen »Goldenen Anker« in Dorsten. Die Tester lobten einen pochierten Schellfisch, der »kunstvoll« in ein Geflecht von schmalen Zucchinistreifen gehüllt wurde. Freitag und Christoph Kaiser steigerten sich auf 16 Punkte. Die oft scharfzüngigen Tester des »Gault&Millau« bewerteten 144 Restaurants in NRW. Im Vergleich zur Vorjahresausgabe wurden 28 Restaurants neu aufgenommen und 51 »langweilig gewordene« gestrichen.

Ein paar Worte verlieren die Gourmet-Tester über Köln und Düsseldorf und ihre Edel-Küchen. In der Landeshauptstadt wurde »eine Art legere Küchenartistik« festgestellt, die bis zu Streetfood auf Kochmützen-Niveau reiche. In Köln sollte es nicht allzu abgehoben schick zugehen, meinen die Tester. Selbst Spitzenrestaurants hätten selten gestärkte Tischdecken zu bieten. Es gebe auch solche, »die sich mehr nach geschmückter Studentenkneipe anfühlen«.

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