Mi., 06.11.2019

Es gibt neue Verhandlungen mit Flächeneigentümern Elsen hat Chance auf Drogerie

Planer Marc Föhrer hat die Ansiedlung eines Drogeriemarktes in Elsen untersucht, sieht aber nur im Zentrum eine Chance.

Planer Marc Föhrer hat die Ansiedlung eines Drogeriemarktes in Elsen untersucht, sieht aber nur im Zentrum eine Chance. Foto: Maike Stahl

Von Maike Stahl

Elsen (WB). Dass Elsen einen Drogeriemarkt bekommen soll, ist unstrittig. Die Frage nach der Lage hingegen nicht , auch wenn rechtlich nur ein Standort im direkten Ortszentrum in Frage kommt. Allerdings ergeben sich dort möglicherweise gerade Perspektiven. Das wurde am Mittwochabend im Bezirksausschuss deutlich.

Seit der Schlecker-Pleite wünschen sich die Elsener sehnlichst einen Drogeriemarkt zurück. Rossmann hat bereits Interesse signalisiert. Und es gibt auch Flächen – an der Paderborner Straße und an der Wewerstraße bei Lidl und Aldi. Alles könnte also einfach sein, gäbe es da nicht das Einzelhandels- und Zentrenkonzept, das einen »Zentralen Versorgungsbereich« entlang der Von-Ketteler-Straße festschreibt und außerhalb keine Neuansiedlung eines Drogeriemarktes erlaubt.

Im März 2018 hatte der Bauausschuss daher auf Antrag der Elsener eine Teil-Überarbeitung des Konzeptes hinsichtlich der Drogeriemarktfrage beauftragt. Die Ergebnisse hat Planer Marc Föhrer (Stadt + Handel) am Mittwoch vorgestellt: Ein Drogeriemarkt würde Elsen sehr gut zu Gesicht stehen, übrigens ebenso wie der östlichen Kernstadt, und könnte gerade im Zentrum sehr bereichernd wirken. »Immerhin rechnet Rossmann mit einer Frequenz von 860 Kunden pro Tag, die dann sicher nicht nur in der Drogerie einkaufen«, erläuterte Föhrer.

Gleichzeitig erteilte er den möglichen Standorten Paderborner- und Wewerstraße, aber eine weitere Absage, weil sie keine Verknüpfung zum direkten Versorgungszentrum hätten und diese auch perspektivisch nicht geschaffen werden könne. »Das würde damit auch nicht der Landesplanung entsprechen, wäre also gar nicht genehmigungsfähig«, stellte er klar. Im Zentrum selbst, beziehungsweise direkt angrenzend, machte er jedoch mögliche Standorte aus, die die Anforderungen erfüllen würden: Zum einen an der Von-Ketteler-Straße aus Paderborn kommend auf der rechten Seite sowie im Bereich des Sportplatzes.

Stadtplaner Thomas Jürgenschellert ergänzte, dass sich nach der öffentlichen Vorstellung des Konzepts Eigentümer bei der Stadt gemeldet hätten, denen nun Gespräche mit Rossmann vermittelt würden. Dass diese Perspektive nun engagiert und wohlwollend weiterverfolgt werden soll, war einhellige Meinung im Ausschuss. Auf Antrag von Lothar Beer (Grüne) wurde außerdem einstimmig beschlossen, dass der Zentrale Versorgungsbereich erweitert werden solle, wenn es innerhalb der nächsten zwei Jahre kein positives Ergebnis gebe. »Wir können nicht noch fünf bis zehn Jahre warten«, sagte er. Ausschussvorsitzender Alois Lienen (CDU), der sich freute, dass zahlreiche Elsener die Sitzung verfolgten, hielt das auch für eine gute Idee. »In der Regel hilft es, einen zeitlichen Rahmen vorzugeben.« Über diesen Antrag muss nun der Bauausschuss am Donnerstag, 7. November (17 Uhr, Technisches Rathaus), entscheiden.

Kommentar

Zwar hat die Teil-Überarbeitung des Einzelhandels- und Zentrenkonzeptes selbst für Elsen keine wirklich neuen Erkenntnisse gebracht – eine Drogerie außerhalb des zentralen Versorgungsbereiches ist nach wie vor nicht vorgesehen – doch sie hat etwas bewegt. Das leidige Thema wurde erneut in den Fokus gerückt und hat offenbar nun doch Eigentümer im Zentrum auf den Plan gerufen, die sich vorstellen können, das Projekt auf ihrem Grund zu realisieren. Eine bessere Nachricht für die Zukunft Elsens kann es eigentlich nicht geben, denn eine Drogerie bringt zweifellos Frequenz, und davon profitieren alle dort ansässigen Händler und damit der Ort. Den vielen Bürgern, die sich für ihr Elsen einsetzen, ist zu wünschen, dass erfolgreich verhandelt wird. Maike Stahl

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