Fr., 08.11.2019

Stadtplaner legen Vorschläge für Stärkungskonzept auf den Tisch Gute Ideen für Schloß Neuhaus

  Die Stadtplaner vom Büro Junker und Kruse haben jetzt eine Reihe von Vorschlägen für Paderborns größten Ortsteil, Schloß Neuhaus, gemacht.

  Die Stadtplaner vom Büro Junker und Kruse haben jetzt eine Reihe von Vorschlägen für Paderborns größten Ortsteil, Schloß Neuhaus, gemacht. Foto: Jörn Hannemann

Von Ingo Schmitz

Paderborn (WB). Im größten Paderborner Stadtteil lässt sich noch einiges optimieren, meinen die Stadtplaner vom Büro Junker und Kruse. Sie haben Schloß Neuhaus untersucht. Ihr klares Ziel: Das Zentrum soll wieder gestärkt werden.

»Es gibt Licht und Schatten und einen umfangreichen Handlungsbedarf«, stellte Planer Rolf Junker im Ausschuss in seiner Bilanz fest. Trotzdem habe man im Konzept nicht auf Knalleffekte gesetzt, sondern Veränderungen ins Visier genommen, die auch finanzierbar seien.

Planer kritisieren Boulevard an der Bielefelder Straße

Die Kritik der Planer richtete sich insbesondere auf den sogenannten Boulevard an der Bielefelder Straße. Zwar gebe es dort keine Leerstände, dafür aber mitunter ein Angebot an Billigläden, das nicht zum Umfeld passe. »Wir haben hier ein einfaches Angebotsniveau«, formulierten es die Planer etwas freundlicher.

Ebenfalls unpassend seien die schräg angelegten Parkplätze, die für Fußgänger nicht freundlich seien. Und in der denkmalgerechten Ortsmitte gebe es zudem einige Stellen, wo es »provisorisch« aussehe, stellte Planer Andreas Meyer fest.

Kritik äußerte das Planungsbüro zudem an dem Firmenauftritt von Benteler. »Vorplatz und Gebäude präsentieren sich deutlich verbesserungswürdig«, lautete die Meinung der Stadtplaner. Der aktuelle Auftritt eines Unternehmens dieser Größenordnung sei an dieser Stelle nicht passend und müsse aufgewertet werden, forderte Meyer. Auch die Lebensmittelmärkte im Umfeld müssten die Optik verbessern.

Schlosspark ist ein großes Pfund

Ein großes Pfund, mit dem Schloß Neuhaus wuchern könne, sei der Schlosspark mit dem Schloss. Allerdings sei auch hier Luft nach oben. Das Mobiliar im Park und auch das Beleuchtungskonzept könnten verbessert werden. Die Öffnung des Geländes in Richtung Zentrum sei aus optischen und praktischen Gründen wünschenswert, wohl aber wegen des Denkmalschutzes schwierig.

Eine weitere »Baustelle« sei das Umfeld des Residenzbades hinter der Polizei. Hier dominierten Parkplätze das Bild, was in der Masse störend und wie eine »zufällige Entwicklung« wirke.

Außerdem sei es völlig unverständlich, dass in Schloß Neuhaus mit den drei Flüssen Alme, Lippe und Pader nicht gearbeitet werde, obwohl das auch touristisch sinnvoll sei. »Die Zugänge zu den Flüssen müssen verbessert werden. Es fehlen Wegweiser, Treppen und Balkone«, sagte Meyer mit Blick darauf, dass sich damit Schloß Neuhaus als Ausflugsziel deutlich besser als bislang qualifizieren könne.

In Bürgerwerkstätten soll ein Rahmenplan erarbeitet werden

Lob für den Zwischenbericht des Stärkungskonzepts gab es vom Ausschussvorsitzenden Michael Pavlicic (CDU). Es böte sehr viele Anknüpfungspunkte. Die vor acht Jahren vorgeschlagenen Maßnahmen habe man nicht gewollt, weil sie schlecht gewesen seien. Das sei nun anders.

Pavlicic griff einige Vorschläge auf, wie zum Beispiel die Öffnung der Mauer zum Schlosspark, den Park als solches oder auch das Brunnentheater, das sanierungsbedürftig sei. Nun sei es notwendig, die Vorschläge zu konkretisieren und mit den Anliegern und Eigentümern Gespräche zu führen. In Bürgerwerkstätten soll dann ein Rahmenplan erarbeitet werden. Das Konzept ist vom Ausschuss einstimmig zur Kenntnis genommen worden.

Kommentar

Gutes lässt sich immer besser machen. Das gilt auch für Schloß Neuhaus. Der Ortskern ist stark belastet durch den Verkehr. Das Problem in absehbarer Zeit zu lösen, ist nahezu aussichtslos. Dafür steckt aber viel Potential bei den Immobilieneigentümern, die dazu beitragen können, dass Schloß Neuhaus optisch gewinnt. Jetzt zu investieren – womöglich mit öffentlicher Hilfe – ist gut angelegtes Geld. Bevor die Abwärtsspirale sich in Gang setzt.

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