Fr., 08.11.2019

Ministerpräsident würdigt Einsatz von Bürgern aus Paderborn und Hövelhof Lebensretter ausgezeichnet

Erste Gratulanten (von links): Hövelhofs Bürgermeister Michael Berens, Landrat Manfred Müller, Ministerpräsident Armin Laschet, Lisa Benteler, Vinzenz Stollmeier und Landtagsabgeordneter Bernhard Hoppe-Biermeyer. Es fehlt Matthias Senska-Wiazewicz, der nicht an der Feierstunde teilnahm und zu einem späteren Zeitpunkt geehrt werden soll.

Erste Gratulanten (von links): Hövelhofs Bürgermeister Michael Berens, Landrat Manfred Müller, Ministerpräsident Armin Laschet, Lisa Benteler, Vinzenz Stollmeier und Landtagsabgeordneter Bernhard Hoppe-Biermeyer. Es fehlt Matthias Senska-Wiazewicz, der nicht an der Feierstunde teilnahm und zu einem späteren Zeitpunkt geehrt werden soll. Foto: Land NRW/Sondermann

Paderborn/Hövelhof (WB). Ministerpräsident Armin Laschet hat im Deutschen Sport- und Olympiamuseum in Köln 20 Retterinnen und Retter aus Nordrhein-Westfalen mit der Rettungsmedaille des Landes ausgezeichnet. Sie haben unter Gefahr für sich selbst das Leben anderer Menschen gerettet – vor dem Ertrinken, aus brennenden Häusern oder vor gewalttätigen Übergriffen. Unter den Geehrten sind auch ein Paderborner und zwei Hövelhofer.

Am 9. Mai 2018 kommt es in der Mittagszeit zu einem Brand in einem Doppelhaus in Salzkotten. Ein junger Mann, der erst morgens von seiner Nachtschicht nach Hause gekommen war, bemerkt das Feuer nicht und schläft. Wohl aber Matthias Senska-Wiazewicz und sein Bekannter, die auf einem Nachbargrundstück Gartenarbeiten erledigen. Sie sehen auch, dass das Auto des jungen Mannes auf dem Hof steht und sie wissen, dass er in der Nachtschicht arbeitet. Also vermuten sie, dass er noch in seinem Zimmer ist und schläft. Sofort laufen sie zum Haus hinüber.

Als die Feuerwehr eintrifft, steht das Haus bereits in Flammen

Matthias Senska-Wiazewicz hat einen Hammer mitgenommen, schlägt die Scheibe der Haustür ein und verschafft sich so Zutritt zur brennenden Haushälfte. Während sein Bekannter vor der Haustür wartet, läuft Senska-Wiazewicz durch den bereits stark verrauchten Hausflur bis ins Zimmer des schlafenden jungen Mannes im ersten Obergeschoss. Die obere Hälfte des Raumes ist bereits mit Rauch gefüllt. Matthias Senska-Wiazewicz muss laut schreien, um den jungen Mann zu wecken, denn der trägt obendrein Kopfhörer. Doch gemeinsam können sie das verrauchte Haus verlassen. Als 20 Minuten später die Feuerwehr eintrifft, steht das Dach des Hauses bereits in Flammen. Ohne das schnelle und mutige Handeln von Matthias Senska-Wiazewicz hätte der schlafende junge Mann den Brand nicht bemerkt und wäre vermutlich erstickt.

Mit vereinter Kraft halten sie den Rollstuhlfahrer über Wasser

Am 16. Juli 2018 sind der Hövelhofer Vinzenz Stollmeier und seine Freundin Lisa Benteler aus Espeln mit ihren Fahrrädern auf dem Emsradweg in Rheine unterwegs. Schon von weitem fällt ihnen ein Rollstuhlfahrer am Ufer auf, der sich mit einer Frau unterhält. Als sie die beiden passiert haben, hören sie ein deutliches Platschen. Sie halten an, drehen sich um und sehen, dass der Rollstuhlfahrer in die Ems gefallen ist. Vinzenz Stollmeier rennt zurück. Er sieht, dass der Rollstuhlfahrer immer weiter im Wasser versinkt.

Ohne zu zögern, springt Stollmeier in den Fluss und versucht, den am Kopf verletzten, aber ansprechbaren Mann im Rollstuhl über Wasser zu halten. Es gelingt ihm, drei Passanten zu sich zu rufen, und er fordert sie auf, gemeinsam eine Kette zu bilden und so mit vereinter Kraft den Rollstuhlfahrer über Wasser zu halten. Die steile Böschung verhindert, dass sie den Mann und seinen Rollstuhl gemeinsam aus dem Fluss ziehen können. Darum verharren sie in dieser Position bis zum Eintreffen der Rettungskräfte, die Lisa Benteler inzwischen herbeigerufen hat. Ohne die schnelle Reaktion von Vinzenz Stollmeier wäre der Mann ertrunken.

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