Sa., 09.11.2019

Bauantrag des SC Paderborn liegt vor – Stadt hat Plan B für Parkplätze Benteler-Arena wächst in der Winterpause

So könnte die Benteler-Arena mit dem neuen Oberrang aussehen. Die erste Erweiterung startet in der Winterpause.

So könnte die Benteler-Arena mit dem neuen Oberrang aussehen. Die erste Erweiterung startet in der Winterpause. Foto: Arge-Stadionbau

Von Maike Stahl

Paderborn (WB). Der SC Paderborn hat den Bauantrag für den ersten Bauabschnitt der Stadionerweiterung in der Winterpause gestellt . Damit sollen zunächst 300 weitere VIP-Plätze geschaffen werden. Ein zweiter Bauabschnitt soll voraussichtlich im Mai 2020 folgen. Die Stadt stellt sich in Sachen Shuttle-Parkplätze auf eine mögliche Alternative zur Riemeke­straße 160 ein.

»Der Bauantrag des SC Paderborn liegt uns vor. Dazu gibt es auch ein Verkehrsgutachten und es muss ein Stellplatznachweis geführt werden«, sagte die Technische Beigeordnete Claudia Warnecke. Die nötigen Parkflächen für die Erweiterung könnten sichergestellt werden, indem auf der bisherigen Fläche mehr Plätze geschaffen werden.

Wie Ende Juni berichtet, planen Verein und Stadiongesellschaft, die Benteler-Arena in zwei Schritten für dann etwa 17.900 Zuschauer auszubauen. Vorbereitende Arbeiten haben bereits begonnen, bestätigte SCP-Geschäftsführer Martin Hornberger im Gespräch mit dem WESTFÄLISCHEN VOLKSBLATT. Das Funktionsgebäude soll aufgestockt und die Westtribüne durch Einhängen weiterer Elemente 300 Sitzplätze im neuen oberen Rang erhalten. Zu Beginn der Saison 2020/2021 sollen diese in Betrieb genommen werden. Die Investitionssumme beträgt etwa 1,5 Millionen Euro.

Zweiter Bauabschnitt soll auch bei Abstieg realisiert werden

In einem zweiten Bauabschnitt sollen auch an den anderen Seiten die Tribünen erweitert werden, so dass insgesamt etwa 3000 neue Sitzplätze entstehen würden und dann 8600 SCP-Fans ihre Mannschaft im Sitzen anfeuern könnten. Verpflichtend ist der zweite Bauabschnitt, wenn dem SC Paderborn der Klassenerhalt gelingt, da der Verein in dieser Saison eine Ausnahmegenehmigung für die Benteler-Arena erhalten hat. Denn diese verfügt bisher nicht über die von der DFL für die 1. Liga geforderten 8000 Sitzplätze.

Die Chancen stehen laut Hornberger allerdings gut, dass der zweite Bauabschnitt auch im Fall eines Abstiegs realisiert wird, weil es in Paderborn eine große Sitzplatznachfrage gebe.

Außerdem bestätigte der SCP-Geschäftsführer dass bereits erste Gespräche für zwei weitere Trainingsplätze auf der ehemaligen Deponie am Ahornsportplatz geführt würden.

Stadt plant mit Ausweich-Parkplatzgelände für Fall einer Kündigung

In direkter Nähe, im Almepark Nord gegenüber des ehemaligen Finke-Möbelhauses, hält die Stadt auch ihre Ausweichfläche für die derzeit 1900 Park-und-Ride-Plätze vor. »Das ist im Moment nicht akut«, betonte Claudia Warnecke im Bauausschuss. Allerdings stehe die Stadt vertraglich in der Verpflichtung, innerhalb von anderthalb Jahren eine Alternative zu schaffen, falls der neue Immobilienbesitzer den derzeit gültigen Vertrag mit der Stadt kündigen sollte. »Wenn wir die Spielgenehmigung des SC Paderborn nicht gefährden wollen, müssen wir handlungsfähig bleiben«, betonte sie. Deshalb sind im Haushaltsplan 2020 vorsorglich 2,7 Millionen Euro für den Fall des Falles vorgesehen, um das Areal zum Parkplatz umzubauen.

Weil es sich auch bei dieser Fläche um ehemaliges Deponiegelände handelt, das derzeit nach und nach verfüllt wird, seien weitere 150.000 Euro für die Unterstützung von Fachleuten bei der Umsetzung nötig. »Die eigentlichen Pläne liegen aber bereits seit 2016 fertig in der Schublade, damit wir schnell reagieren können«, sagte Stadtplanerin Margit Hoischen. Das Gelände biete sich als möglicher Ersatz an, weil dann keine Shuttlebusse mehr fahren müssten, sondern das Stadion fußläufig erreichbar wäre. Die Stadt hatte sich nach dem Baustopp gegenüber Stadiongesellschaft und Verein verpflichtet, den Parkplatz P1 direkt an der Arena und den Park-und-Ride-Platz zu realisieren.

Kommentare

Kosten ohne Verstand

Da ist das Stadion noch nicht einmal zu den 1. Ligaspielen ausgebucht, als man noch nicht mal den Abstieg vor Augen hatte... da geistert der Unsinn einer kostspieligen Erweiterung noch immer im Kopf eines Martin Hornberger. Der hat ja auch schlimmste Verschuldungsperioden des Auf- und Abvereins mitzuverantworten. J

etzt soll das Spiel nach einem absehbar kurzen Erfolg wieder von vorne losgehe? Hat man beim SCP denn nichts gelernt?

Hornberger verantwortet nicht nur kaufmännischen Unsinn. Es schadet auch der Fankultur, wenn man in der 2. Liga dann in einem Stadion spielt, in dem mindestens 2/3 der Plätzer leer sind. Das wird dann ein Teufelskreis. Aber was heisst beim SCP schon Vernunft. Am Ende zahlt es die öffentliche Hand, dass sich ein Hornberger mal wie ein Investor aufführen darf. Es wäre gut, wenn ihm jemand von Stadt oder Verein mal im übertragenen Sinne was zwischen die Hörner gibt.

1 Kommentare

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