Do., 21.11.2019

Jonas Vorbohle meint, dass Geschäftsleute aktiv werden müssen »Belebung ändert was«

Başak und Jonas Vorbohle freuen sich, wie gut sich der Platz vor der Herz-Jesu-Kirche entwickelt hat. »Hier gab es die gleichen Probleme wie auf der anderen Seite des Westerntores, aber dadurch, dass wir den Platz belebt haben, ist es jetzt anders.«

Başak und Jonas Vorbohle freuen sich, wie gut sich der Platz vor der Herz-Jesu-Kirche entwickelt hat. »Hier gab es die gleichen Probleme wie auf der anderen Seite des Westerntores, aber dadurch, dass wir den Platz belebt haben, ist es jetzt anders.« Foto: Oliver Schwabe

Von Maike Stahl

Paderborn (WB). Als Jonas Vorbohle sich Ende 2015 entschieden hat, am Westerntor eine Dean&David-Filiale zu eröffnen, wurde ihm vor allem abgeraten – wegen des Umfelds. Heute präsentiert sich der Platz vor der Herz-Jesu-Kirche einladend. »Da haben wir durch die Belebung selbst zu beigetragen. Jeder kann etwas tun«, ist er überzeugt.

Der Geschäftsmann kann die Sorgen, die im Zusammenhang mit der Diskussion über das Umfeld des Westerntores geäußert wurden und werden, durchaus nachvollziehen. »Das haben wir, als wir Anfang 2016 eröffnet haben, auch vorgefunden«, berichtet der Unternehmer. »Hier war ein beliebter Treffpunkt der Trinkerszene mit allen Randerscheinungen, die keiner gerne vor seiner Haustür hat.« Er habe dennoch an dem Standort festgehalten, weil er in der Lage an der stark frequentierten Kreuzung, zwischen den öffentlichen Verwaltungen und der Fußgängerzone, Potential vor allem für die Mittagszeit erkannt habe. Schließlich sei Dean&David auf gesunde, frische, moderne Mahlzeiten spezialisiert.

Durch Außenbestuhlung habe der Platz gewonnen

Kurz nachdem er den Vertrag unterschrieben habe, habe er dann die »Hiobsbotschaft« erhalten, dass auch die benachbarte Eisdiele schließen werde. »Bis zu unserer Eröffnung hatte sich dann zum Glück aber schon ergeben, dass der Betreiber des Mulino, Mehmet Akman, hier mit der Eis Factory ein zweites Geschäft eröffnen möchte«, erzählt Vorbohle. Durch die Modernisierung der beiden Läden, die Außenbestuhlung und die Öffnungszeiten bis in den Abend habe der Platz gewonnen. Als dann auch noch das Ladenlokal auf der anderen Seite des Dean&David frei wurde, hat sich dort Vorbohles Ehefrau Başak ihren Traum vom eigenen Spezialitäten-Geschäft für Delikatessen, Gewürze und Geschenke erfüllt und das Violas eröffnet.

»Dadurch hat der Platz eine ganz andere Atmosphäre erhalten«, fühlen die Geschäftsleute sich inzwischen wohl am Westerntor. »Ursprünglich war ich allerdings auch nicht so optimistisch«, räumt Başak Vorbohle ein. »Wäre mein Mann nicht schon hier gewesen, wäre ich vielleicht nicht mutig genug gewesen, hier das Geschäft zu eröffnen.« Doch gemeinsam habe das Trio einiges getan, um diesen Bereich rund um das Westerntor aufzuwerten.

Publikum verändert die Atmosphäre

»Dann haben wir zunehmend festgestellt, dass sich mit dem Publikum, das unsere Läden aufsucht, auch die gesamte Atmosphäre ändert«, erzählt der 32-Jährige. Diejenigen, die sich zuvor tagsüber auf den Bänken zum Trinken getroffen und auch mal in den angrenzenden Grünanlagen erleichtert hätten, seien nach und nach weggeblieben. »Die wollen auch lieber ihre Ruhe haben und haben sich hier nicht mehr so wohl gefühlt«, sagt Jonas Vorbohle. Ihm ist auch klar, dass damit kein Problem gelöst worden sei, sondern die Betroffenen sich ein neues Plätzchen gesucht hätten. »Aber es hilft allen, wenn sich das ein bisschen mehr verstreut und nicht an bestimmten Plätzen konzentriert«, ist er überzeugt.

Durch die Betriebe, die sich auf der anderen Seite des Westerntores an der Westernmauer angesiedelt und ihre Geschäfte ebenfalls ansprechend gestaltet haben, sei auch dort für eine Belebung gesorgt. »Allein die Außenbestuhlung macht viel aus. Wenn abends Menschen gemütlich draußen sitzen, herrscht dort eine ganz andere Atmosphäre«, meint er und ist deshalb durchaus optimistisch für die Zukunft des Bereiches um das Westerntor. »Bei der Gestaltung der öffentlichen, aber auch einiger privater Flächen ist noch viel Luft nach oben. Denn ich glaube, dass das am Ende, was die Aufenthaltsqualität für Besucher und Kunden angeht, mehr bewirkt als der Ruf nach mehr Polizeipräsenz«, appelliert er auch an die Eigeninitiative der Geschäftsleute. Mit dem neuen Busbahnhof und Königsplätze II will auch die Stadt in den kommenden Jahren das Umfeld erheblich aufwerten.

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