Do., 21.11.2019

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Regierungsbeschäftigten Kinderpornoauswerter der Polizei Paderborn unter Missbrauchsverdacht

Symbolbild: Die Paderborner Polizeiwache an der Riemekestraße.

Symbolbild: Die Paderborner Polizeiwache an der Riemekestraße. Foto: Jörn Hannemann

Von Christian Althoff

Paderborn (WB). Die Staatsanwaltschaft Detmold ermittelt nach WESTFALEN-BLATT-Informationen gegen einen Mitarbeiter der Polizei Paderborn. Der 34 Jahre alte Mann ist mit sofortiger Wirkung freigestellt, wie die Polizei mittlerweile bestätigt.

Der Mann ist dort als Auswerter für sogenannte Kinderpornografie beschäftigt und soll selbst entsprechende Fotos angefertigt haben. Tatort soll ein Freibad im Kreis Lippe gewesen sein. Nach WESTFALEN-BLATT-Informationen wurde der Mann erst vor wenigen Monaten im Zuge der landesweiten Aufstockung in Sachen Kinderporno- Ermittlungen eingestellt.

Sicherheitsüberprüfung erfolgte nicht

Eine Sicherheitsüberprüfung soll nicht erfolgt sein. Es handelt sich bei dem 34-Jährigen nicht um einen Polizeibeamten, sondern um einen Regierungsbeschäftigten. Aufgrund der bisherigen Ermiuttlungen hat Landrat Manfred Müller den Mann mit sofortiger Wirkung freigestellt. »Darüber hinaus hat der Behördenleiter ein sofortiges Betretungsverbot für polizeiliche Diensträume ausgesprochen«, heißt es von der Polizei Paderborn.

Die entsprechenden arbeitsrechtlichen Schritte, die zu einer Beendigung des Arbeitsverhältnisses führen sollen, wurden ebenso eingeleitet. Der Mann war erst im Juli 2019 als IT-Ermittlungsunterstützer in der Direktion Kriminalität eingestellt worden. Die Ermittlungen liegen bei der für Verfahren gegen Polizeibeschäftigte zuständigen Kriminalhauptstelle in Bielefeld.

Weiterer Fall bei der Paderborner Polizei

Es ist bereits der zweite Fall von Kinderpornographie bei der Polizei Paderborn in den vergangenen Monaten. Im März wurde gegen einen Polizisten wegen Besitzes von Kinderpornographie ermittelt.

Die Staatsanwaltschaft aus Limburg an der Lahn (Hessen) war 2018 bei Ermittlungen gegen einen Pädokriminellen auf etliche mutmaßliche Abnehmer von Kinderpornographie gestoßen, unter ihnen auch der Polizist (53) aus NRW.

Beamte des Polizeipräsidiums Bielefeld, zentral zuständig für strafrechtliche Ermittlungen gegen Polizisten in Ostwestfalen-Lippe, durchsuchten daraufhin bei ihrem Berufskollegen. Sie nahmen Handys und einen Computer mit und fanden Kinderpornofotos. Im August wurde der Mann zu einer Geldstrafe von 8000 Euro verurteilt. Einen Einspruch gegen den Strafbefehl des Amtsgerichts Paderborn hat der Mann mittlerweile zurückgenommen.

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