Mo., 02.12.2019

Lucas Fiedler ist erster Paderborner E-Sport-Stadtmeister – informativer Digi-Log Der neue Volkssport

Maskottchen „Trusty“ der Digitalen Heimat PB zusammen mit Stadtmeister Lucas Fiedler.

Maskottchen „Trusty“ der Digitalen Heimat PB zusammen mit Stadtmeister Lucas Fiedler. Foto: Tobias Vorwerk

Paderborn (WB). Der Grundstein ist gelegt: Mit dem Finale der ersten Paderborner E-Sport-Stadtmeisterschaft haben die Wirtschaftsförderung, die Studierenden-Initiative Paderborn E-Sports und der FLVW bewiesen, dass die lokale Szene groß und der Bedarf für elektronische Turniere in der Stadt hoch ist. Der parallel stattfindende Bürger-Digi-Log bewies darüber hinaus, dass sich Praxis und Wissenschaft optimal verbinden lassen und die Türen für den E-Sport offen stehen.

Ungeschlagen vom ersten Spiel in der Qualifikationsphase bis zum Finale konnte sich der 17-jährige Lucas „Fiedler2002“ Fiedler aus Brilon den Titel des ersten Paderborner E-Sport-Stadtmeisters sichern. Er setzte sich am Samstag beim Endspiel im Heinz-Nixdorf- Museumsforum mit einem knappen 2:1-Sieg gegen den 21-jährigen Luca „Ernte“ Ernst aus Steinheim durch. Für beide war es die erste Turnierteilnahme, aber „mit Sicherheit nicht die letzte“, freute sich Ernst über einen guten zweiten Platz.

Titelverteidigung schon im Blick

„Ich hätte nie gedacht, dass ich so weit komme“, lacht er und grüßt seine Kreisliga-Mannschaft des TuS 08 Steinheim, in der er während seiner Freizeit vor allem auf dem Rasen aktiv Fußball spielt. „Das tolle an diesem Turnier war die fantastische Organisation und die Gemeinschaft unter den Teilnehmern”, fasst der Preisträger Lucas Fiedler zusammen.

Für die Zukunft wünsche er sich noch weitere Turniere, um seinen Titel verteidigen zu dürfen. „Ich glaube, wenn wir aus der Unternehmerschaft das Signal bekommen, weiter in diese Richtung zu gehen, werden wir das auch sehr gerne tun“, machte ihm Hauptorganisator Jürgen Janke von der Wirtschaftsförderung Hoffnung.

Passend zum Thema E-Sport und begleitend zur Stadtmeisterschaft fand der dritte Bürger-Digi-Log der Digitalen Heimat Paderborn statt. Das Format, das Bürger rund um Themen der Digitalisierung informieren und ein Forum zum Diskutieren bieten will, wurde mit einer Keynote von Prof. Dr. Jörg Müller-Lietzkow eröffnet.

Nischendasein längst passé

Müller-Lietzkow, seit Juli 2019 Präsident der Hafen-City-Universität Hamburg und zuvor Professor für Medienökonomie und Medienmanagement an der Universität Paderborn, ordnete den elek­tronischen Sport wissenschaftlich ein, gab einen Rückblick auf dessen Geschichte und verdeutlichte den Besuchern, in welchen Dimensionen sich dieser mittlerweile bewegt. So zeugen rund fünf Millionen aktive E-Sportler in Deutschland und mehr als 20 Millionen Online-Zuschauer bei großen Finalspielen davon, dass sein Nischendasein längst passé sei. „So etwas gibt es sonst nur bei der Tour de France“, sagte Müller-Lietzkow.

Im Hinblick auf die herrschende Diskussion, ob E-Sport Sport sei oder nicht, entgegnete der Medienökonom, dass professionelle E-Sportler dazu fähig seien, rund 300 Aktionen pro Minute auszuführen: „Ohne regelmäßiges Training und einen fitten Körper geht da gar nichts“, hob er hervor. Vehementen Kritikern, wie jüngst Mathias Hornberger vom Stadtsportverband Paderborn, den Müller-Lietzkow in seinem Vortrag wortwörtlich zitierte, könne er angesichts der Ausmaße des E-Sports nur Kopfschütteln entgegenbringen. Man müsse sich das Gesamtpaket ansehen und nicht nur den Menschen am Computer, so Müller-Lietzkow.

Fast 1000 gespielte Matches an der Playstation

Von der Kombination des Digi-Logs mit der E-Sport Stadtmeisterschaft der Wirtschaftsförderung zeigt sie sich beeindruckt: „Heute waren die Türen für alle offen und wir haben gesehen, dass sich die Praxis optimal mit der Wissenschaft verbinden lässt.“ Auch Bürgermeister Michael Dreier zeigte sich beeindruckt: „Die Stadtmeisterschaft in Verbindung mit dem Digi-Log greift ein gigantisches Thema am richtigen Ort auf.“

Und die Bilanz kann sich sehen lassen: 14 Turniere, über 60 beteiligte Unternehmen und Sportvereine, 80 Finalisten, 520 aktive Teilnehmer und fast 1000 gespielte Matches an der Playstation: „Für uns ist das ein riesen Zeichen, an das wir jetzt anknüpfen müssen“, resümiert Lucas Quehl, Vorsitzender der Studierendeninitiative Paderborn E-Sports.

Begleitet wurde der Tag vom Streaming-Team des Senders „NerdStar TV“, der ausgewählte Spiele live ins Internet übertrug. Schon beim Eröffnungsturnier im Pollux-Kino schauten 3500 Interessierte zu. Das Finale konnte hier noch mal einen draufsetzen: Rund 20.000 Views verzeichnet das Video bereits.

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„Insgesamt war das Turnier ein voller Erfolg.“

Frank Wolters

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„Insgesamt war das Turnier ein voller Erfolg“, fasst WFG-Geschäftsführer Frank Wolters zusammen. „Nicht nur für die zahlreichen Teilnehmer, sondern auch für die Unternehmen, die sich vor Ort eingebracht haben.“ Dies sei ein gutes Zusammenspiel zwischen allen Akteuren gewesen, das die Paderborner Wirtschaft in Zukunft weiter stärken und zusammenbringen könne. Insbesondere im Hinblick auf den Fachkräftemangel wolle die WFG hier neue Wege gehen, um eine junge, schwer zu erreichende Zielgruppe, mit heimischen Unternehmen bekannt zu machen.

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