Di., 03.12.2019

In OWL werden mehr Wohnungen, aber nicht mehr Gebäude gebaut Boom bei Mietshäusern

Eines der großen Wohnungsbauprojekte in OWL: Der Komplex Ankergärten in Bielefeld wurde 2016 fertiggestellt.

Eines der großen Wohnungsbauprojekte in OWL: Der Komplex Ankergärten in Bielefeld wurde 2016 fertiggestellt. Foto: Oliver Schwabe

Von Oliver Horst

Bielefeld/Paderborn (WB). Vor dem Hintergrund der Diskussion um Wohnungsnot, steigende Baupreise und höhere Mieten geht in OWL der Trend beim Wohnungsbau seit Jahren in Richtung Mietshäuser – genau wie in ganz NRW. Das zeigen am Montag veröffentlichte Daten des Statistischen Landesamtes.

Während in der Region die Zahl der neu erstellten Wohngebäude seit 2010 weitgehend stabil bei rund 2300 pro Jahr liegt, ist die Zahl der fertiggestellten Wohnungen um gut 50 Prozent auf im vergangenen Jahr 5566 Einheiten nach oben geschnellt. Das scheint ein Stück weit auch Druck von den angespannten Wohnungsmärkten zu nehmen und den Mietanstieg zu verlangsamen.

Höxter eine echte Ausnahme

Entstanden im Jahr 2010 in OWL noch 1352 Wohnungen in neuen Mehrfamilienhäusern, so hat sich dieser Wert bis 2018 verdoppelt. Dagegen wurden in OWL in den Jahren 2017 und 2018 jeweils weniger als 1700 Einfamilienhäuser gebaut – ein Negativwert. In der ersten Hälfte des Jahrzehnts entstanden jedes Jahr noch zwischen 1813 und 2060 Eigenheime.

Dem großen Trend folgt die Entwicklung dabei auf dem Lande fast ebenso wie in den Städten. Denn in den OWL-Landkreisen – wenn auch auf Ortsebene mit Abweichungen – ist die Tendenz wie im Oberzentrum Bielefeld.

Die einzige echte Ausnahme bildet der Kreis Höxter. Dort hat sich die Zahl der fertiggestellten Wohngebäude seit 2010 fast verdoppelt, sind die Fertigstellungen bei Ein- sowie Zweifamilienhäusern auf einen Höchststand im zu Ende gehenden Jahrzehnt geklettert. Von 291 neuen Wohnungen im Jahr 2018 entfielen hier nur 45 auf Mietshäuser.

Weniger auffällige Entwicklung im Kreis Herford

Als eine weitere Boom-Region bei der Bautätigkeit stellt sich derweil der Kreis Paderborn heraus. Hier ist von 2014 an die Zahl der fertiggestellten Wohnungen gegenüber den Vorjahren um rund ein Viertel auf jeweils mehr als 1100 gestiegen. Der Zuwachs geht – angetrieben von der Entwicklung in der Stadt Paderborn – aber fast ausschließlich auf mehr Wohnungen in Mietshäusern zurück, die rund die Hälfte ausmachen. Im Kreis blieb die Bautätigkeit im Bereich der Ein- und Zweifamilienhäuser zudem weitgehend stabil.

Ähnlich stellt sich die Lage auch im Kreis Minden-Lübbecke dar. Auch hier bewegen sich die Zahlen seit dem Boomjahr 2014 auf hohem Niveau. Im vergangenen Jahr entstanden dort 767 neue Wohnungen – rund 400 davon allein in Mehrfamilienhäusern.

Zwar im allgemeinen Trend, aber weniger auffällig verläuft die Entwicklung im Kreis Herford. Auch dort ist seit 2014 ein von Mietwohnungen getriebener Anstieg bei den Fertigstellungszahlen zu sehen. Die Zahl neuer Einfamilienhäuser ist auch hier stabil bei knapp über 200, bei Zweifamilienhäusern gibt es Zuwächse. In insgesamt 264 Gebäuden entstanden im vergangenen Jahr 517 Wohnungen – 171 davon in Mietshäusern sowie 79 in Wohnheimen.

Schwankungen in Bielefeld

In der Stadt Bielefeld zeigen sich indes stärkere Schwankungen von Jahr zu Jahr – zwischen 533 (2011) und 1260 (2014) Wohnungen. Aber auch hier ist in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts eine Zunahme zu sehen. 2014 und 2018 wurden jeweils mehr als 1000 neue Wohnungen fertiggestellt – rund 70 Prozent davon in Mehrfamilienhäusern.

Der wirtschaftsstarke Kreis Gütersloh verzeichnet ebenfalls seit 2014 einen starken Anstieg an Mietwohnungen. Die Zahl der erstellten Eigenheime fiel indes 2018 auf einen Tiefstwert von 280. Auch hier entstanden zuletzt mehr als die Hälfte der 1059 neuen Wohnungen in Mietshäusern. In der Stadt Gütersloh erreichten die Werte dagegen 2018 in allen Bereichen fast durchweg Tiefstände.

Im laufenden Jahr scheint sich die Entwicklung in OWL fortzusetzen. Darauf deuten die in den ersten neun Monaten erteilten Baugenehmigungen hin.

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