Fr., 13.12.2019

Pilotprojekt startet an Samstagen – Hamm geht noch weiter Stadt Paderborn plant Einstieg in Gratis-Nahverkehr

Ein Padersprinter-Bus an der Haltstelle Paderborn Westerntor.

Ein Padersprinter-Bus an der Haltstelle Paderborn Westerntor. Foto: Jörn Hannemann

Von Ingo Schmitz und Stefan Werding

Paderborn/Hamm (WB). Die erste Stadt in Ostwestfalen-Lippe macht Ernst damit, den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) attraktiver zu machen – wenn auch zunächst nur begrenzt: Von August 2020 an sollen Bürger in Paderborn am ersten Samstag des Monats Busse des Padersprinters sowie Regionalbusse und die Bahn kostenlos nutzen können. Das Pilotprojekt ist auf zwei Jahre angelegt. Die Mindereinnahmen werden aus dem städtischen Haushalt bestritten.

Die Fraktionen von CDU, SPD und Grünen haben das Vorhaben beschlossen, der Rat soll kommende Woche zustimmen. Das letzte Wort hat die Bezirksregierung.

Autofahrer sollen umsteigen

Für die ersten fünf Monate wird mit einem Zuschuss von 80.000 Euro gerechnet. Das Jahr 2021 wird mit 200.000 Euro kalkuliert. Außerdem gibt es eine Tarifsenkung für Junge (14 bis 20 Jahre). Sie können demnächst nachmittags sowie am Wochenende ganztägig für 1,50 Euro mit dem Bus durch die City fahren. Mehrkosten für 2020: 30.000 Euro. Weitere 30.000 Euro werden für eine Kürzung beim Kurzstreckentarif fällig. Der Ticketpreis wird von 1,40 Euro auf einen Euro gesenkt. Von Seiten der Linksfraktion gab es Kritik: Der Vorstoß sei mutlos. Und Dr. Ulrich Conradi, Verbandsvorsteher des Nahverkehrsverbundes Paderborn/Höxter, warnte: „Akzeptabele Preise allein reichen nicht für eine Verkehrswende aus. Es sind auch mehr Angebote notwendig.“

Peter Bronnenberg, Geschäftsführer des Padersprinter, geht davon aus, dass die Buskapazitäten ausreichen werden, um die Fahrgäste an den Samstagen zu transportieren. „Wir werden das Projekt gutachterlich begleiten“, kündigte er an. Dazu gehöre auch, dass die Belegungen der Parkhäuser kontrolliert würden. Ziel sei es, dass auch Autofahrer umstiegen und nicht nur Fußgänger und Radfahrer.

Beispiel Hamm

Noch weiter als Paderborn wagt sich Hamm vor – allerdings erst ab 2023. Dort soll es laut Ratsbeschluss vom Dienstag generell freie Fahrt für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren geben. Dafür will die Stadt bis zu einer Million Euro zusätzlich pro Jahr in die Hand nehmen. Von der Kostenbefreiung versprechen sich die Initiatoren von CDU und SPD, die im Hammer Rathaus eine Koalition bilden, eine bessere Mobilität der Kinder und Jugendlichen vor allem bei außerschulischen Aktivitäten. „Aber auch die Eltern werden entlastet“, erklärte der CDU-Fraktionsvorsitzende Dr. Richard Salomon. Sie müssten nicht mehr Taxifahrer ihrer Kinder sein, Umwelt und Geldbeutel würden geschont.

Von dem Angebot sollen etwa 30.000 Mädchen und Jungen profitieren können. Nur 5000 von ihnen nehmen regelmäßig den kostenlosen Transfer mit dem Schulbus in Anspruch.

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