Mo., 23.12.2019

Mädchenkantorei Paderborn gelingt ein Weihnachtskonzert mit Gänsehautfaktor Glockenhell und voller Freude

Im Adventskonzert gelingt es Domkantorin Gabriele Sichler-Karle gemeinsam mit den rund 100 Sängerinnen und Sängern, sogar für Gänsehaut beim Publikum zu sorgen.

Im Adventskonzert gelingt es Domkantorin Gabriele Sichler-Karle gemeinsam mit den rund 100 Sängerinnen und Sängern, sogar für Gänsehaut beim Publikum zu sorgen. Foto: Juliane Fröhling

Von Juliane Fröhling

Paderborn (WB). Wer kennt es nicht? Ein paar Tage vor Weihnachten wird es nochmal hektisch, die letzten Geschenke und das Essen fürs Weihnachtsmenü wollen besorgt werden. Die Innenstadt platzt aus allen Nähten. Dies gilt am vierten Adventswochenende aber auch für den Paderborner Dom. Der Grund: Rund 100 junge Frauen- und Männerstimmen, die Saint-Saens‘ Weihnachtsoratorium beeindruckend darbieten, und für Besinnlichkeit inmitten der Hektik sorgen.

Mädchen ziehen aus der Krypta ein

Am Anfang des Konzerts steht Benjamin Brittens „A Ceremony of Carols“ auf dem Programm. In mehreren Passagen hat der Komponist altenglische Gedichte zur Weihnachtszeit vertont, die sich durch unterschiedliche Atmosphären und Gefühlslagen von fröhlich-volkstümlich bis hin zu lyrisch-zart auszeichnen. Der erste Höhepunkt erfolgt direkt zu Beginn, als die Mädchen der Paderborner Mädchenkantorei singend mit „Hodie Christus natus est“ („Heute ist Christus geboren“) aus der Krypta einziehen und so den Dom nach und nach mit ihrem warmen Klang füllen.

Bei den kurzweiligen Gedichten zeichnen sich die jungen Chormitglieder vor allem durch ihre hohe Aufmerksamkeit und Konzentration aus. Versetzte Einsätze und unerwartete Harmoniewendungen meistern sie souverän. Zusätzlich bleibt der Text jederzeit gut verständlich, was bei der Menge an Wörtern eine Herausforderung ist.

Domkantorin Gabriele Sichler-Karle gelingt es, diese Aspekte zu einem wohlklingenden Gesamtwerk zu vereinen. Dazu trägt zu einem großen Teil auch Hanna Rabe an der Harfe bei, die viel mehr eine zweite Hauptstimme als eine reine Begleitung ist. Die Harfenistin musiziert mit viel Gefühl und ist der Mädchenkantorei eine wichtige Stütze.

Beim Weihnachtsoratorium von Saint-Saens, der dieses Werk wohl bewusst an Johann Sebastian Bachs berühmtes Oratorium anlehnte, bekommen die Mädchen dann noch Unterstützung von den Herrenstimmen des Paderborner Domchores und Mitgliedern des Niedersächsischen Staatsorchesters und der NDR-Radiophilharmonie Hannover. Damit ist die Einstimmung auf Weihnachten perfekt. Und nicht zu vergessen die fünf Solisten, die sich stimmlich gut ergänzen und die Arien zu etwas Besonderem machen.

Beeindruckende Solisten

Magdalene Harer lässt mit ihrer warmen Stimme auch die höchsten Töne weich erklingen und hat gleichzeitig eine wertvolle Kraft. Die zweite Sopranistin, Karin Gyllenhammar, die vor allem bei Britten zum Einsatz kommt, singt klar und fein. Ulrike Mallota fügt sich mit ihrer tragenden Altstimme in den Gesamtklang ein. Fabian Kelly als Tenor zeichnet sich durch einen hellen Klang aus, während Bassist Thilo Dahlmann sich an passender Stelle präsent zeigt und seine warme Stimme beeindruckend einsetzt. Die filigranen Streicher fügen sich mit der Harfe und dem basso continuo zu einer zarten Begleitung zusammen, Tobias Aehlig an der Orgel setzt trotz der weiten Entfernung immer zur richtigen Zeit ein, so dass imposante Töne erklingen.

Viel Applaus zur Belohnung

Solisten und Chor wechseln sich ab, immer wieder kommt es zu kontrastreichen Wendungen, Dramatik wird von Dankbarkeit und Lobpreis abgelöst. Das arbeitet Gesamtleiterin Gabriele Sichler-Karle überzeugend heraus, alle Beteiligten sind stimmlich präsent und darüber hinaus in der Intonation sehr sauber. Während die Frauenstimmen vor allem mit ihrem glockenhellen Klang begeistern, bilden die Männerstimmen eine kraft- und wertvolle Grundlage. Zum Finale erklingt das feierliche „Tollite hostias“, was alle Beteiligten mit großer Freude musizieren und auch das Publikum mitreißt. So gibt es verdientermaßen viel Applaus. Weihnachten kann kommen.

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