Autofahrer verhalten sich vorbildlich – Polizei meldet 128 Einsätze – 35 Platzverweise
Nebelwand bringt Verkehr zum Erliegen

Paderborn (WB). Der Wetterdienst hatte es für die Silvesternacht vorausgesagt: Wegen der Windstille bildete sich durch das Abfeuern der Feuerwerkskörper und Böller dichter Nebel im Kreis Paderborn. Dem vorbild­lichen Verhalten der Autofahrer ist es nach Angaben der Polizei zu verdanken, dass hierdurch keine Unfälle entstanden sind.

Mittwoch, 01.01.2020, 20:31 Uhr aktualisiert: 01.01.2020, 20:34 Uhr
Eine Frau läuft in der Silvesternacht um 1 Uhr vor einem Auto auf der Mühlenteichstraße in Elsen, um dem Fahrer den Weg zu zeigen. Die Markierung ist nicht zu erkennen. Foto: Thorsten Hennig
Eine Frau läuft in der Silvesternacht um 1 Uhr vor einem Auto auf der Mühlenteichstraße in Elsen, um dem Fahrer den Weg zu zeigen. Die Markierung ist nicht zu erkennen. Foto: Thorsten Hennig

Plötzlich auftretende Nebelwände mit Sichtweiten von fünf bis zehn Metern brachten den Verkehr in und um Paderborn teilweise zum Erliegen. So mancher dürfte sich an die Massenkarambolage im Jahr 2016 auf der A33 ­erinnert haben, als 24 Autos in dichtem Nebel zwischen Schloß Neuhaus und Sennelager inein­ander krachten. Ein Mann starb damals.

Auf der B1 stehen die Fahr­zeuge mit eingeschalteter Warnblinkanlage

Auf der B1 standen die Fahr­zeuge in der Nacht von Silvester auf Neujahr mit eingeschalteter Warnblinkanlage. Thorsten Hennig stand in Elsen im Nebel. Er brauchte von der A33-Abfahrt Elsen bis zu sich nach Hause ein­einhalb Stunden. „Aufgrund der schlechten Sicht ging es nicht mehr voran“, sagt er.

Obwohl es auf den Straßen im gesamten Kreisgebiet stellenweise sehr nebelig war, ist es zu keinen Verkehrsunfällen gekommen, teilte die Polizei mit. Bedingt durch den Nebel sei es jedoch stellenweise zu nicht unerheblichen Verkehrsbehinderungen gekommen.

Auch in anderen Regionen Nordrhein-Westfalens bildete sich dichter Nebel. Vielerorts kam es zu Unfällen: Auf der A3 bei Duisburg und der A2 bei Dortmund krachten mehrere Fahrzeuge in dichtem Nebel in­einander. Auf der A1 bei Wildeshausen in Niedersachsen gab es aufgrund einer durch eine Nebelwand ausgelösten Massenkarambolage zwei ­Todesopfer.

Zwei Autofahrer müssen Führerschein abgeben

In Haaren und in Paderborn seien zwei Autofahrer unterwegs gewesen, obwohl sie zu viel Alkohol getrunken hatten. Beiden Fahrern wurde eine Blutprobe entnommen. „Sie müssen im Jahr 2020 zunächst ohne ihren Führerschein auskommen“, heißt es in der Polizeibilanz.

Die Leitstelle der Polizei in Paderborn meldete für die Nacht ein „lebhaftes Einsatz­geschehen“. Von 18 Uhr am Silvesterabend bis 6 Uhr am Neujahrsmorgen hatte die Polizei im gesamten Kreisgebiet 128 Einsätze. Im Vorjahr waren es 105. Mehr als die Hälfte aller Einsätze hatte einen konkreten Bezug zu Silvester gehabt, die meisten davon im Stadtgebiet Paderborn.

Polizei spricht gegen 35 Personen Platzverweise aus

Am Westerntor feierten um Mitternacht 150 Personen friedlich den Jahreswechsel. Am Rathausplatz hielten sich zeitweise bis zu 600 Menschen auf, um ­gemeinsam das neue Jahr zu begrüßen. Im Verlauf der Nacht ging es nach Polizeiangaben allerdings nicht immer friedlich zu. So sprachen die Beamten insgesamt gegen 35 Personen aus gefahrenabwehrenden Gründen Platz­verweise aus.

Um 5 Uhr kam es an der Marienstraße zu einer Schlägerei zwischen 20 bis 30 Beteiligten, die durch Polizeikräfte voneinander getrennt werden mussten. Einige widersetzten sich dabei den Beamten, teilte die Polizei mit. Gegen sieben Personen wurde ein Strafverfahren eingeleitet. Vier Männer kamen in Polizeigewahrsam. Allein bei diesem Einsatz sprachen die Beamten gegen 15 Personen Platzverweise aus.

Am Rathausplatz griff ein bisher unbekannter Mann einer 43-Jährigen an den Hintern. Die Frau hat Anzeige erstattet.

Mehrere Sachbeschädigungen durch Knallkörper

In der Silvesternacht gab es nach Angaben der Polizei drei Sachbeschädigungen. An der Langen Straße in Delbrück ist ein ­Zigarettenautomat mit Knall­körpern stark beschädigt worden. Am Dahlbergweg in Borchen ist ebenfalls durch Feuerwerkskörper ein freistehender Postkasten zerstört worden. In Sennelager ist am Abend die Eingangstür der Grundschule Thune beschädigt worden.

In Schloß Neuhaus nutzten Unbekannte die Silvesternacht, um in mehrere Wohnhäuser einzu­brechen. Um 21.15 Uhr beobachtete eine Zeugin, wie eine dunkel gekleidete Person ein Wohnhaus am Deipenweg durch ein Fenster verließ und flüchtete, das zuvor gewaltsam geöffnet worden war. Nach Polizeiangaben wurde offensichtlich nichts entwendet.

Polizei sucht Zeugen für Hinweise auf Einbrecher

Zwischen 18 und 1.22 Uhr drangen Unbekannte gewaltsam in ein Wohnhaus an der Mastbruch­straße ein und suchten nach Wertgegenständen. Zwischen 18.30 Uhr und 2.04 Uhr stiegen Einbrecher zudem in ein Mehrfamilienhaus am Wiesenpfad ein. Dort brachen sie nach Polizeiangaben zwei Wohnungen auf, um nach Wert­sachen zu suchen. Aus einer Wohnung entwendeten sie einen ­Möbeltresor.

Schmuck erbeuteten Einbrecher, nachdem sie zwischen 19 und 23.30 Uhr durch eine Terrassentür in ein Wohnhaus an der Bernhard-Mahnegold-Straße eingebrochen waren. Unbekannte stiegen ebenfalls durch eine Terrassentür in ein Haus an derselben Straße ein, um zwischen 18.40 und 23.10 Uhr außer Schmuck auch Bargeld zu erbeuten.

Die Polizei sucht je Zeugen, die in der Nähe der Tatorte verdächtige Beobachtungen gemacht haben oder sonst Angaben zur Sache machen können. Wer Hinweise geben kann, meldet sich unter Telefon 05251/3060.

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