Di., 14.01.2020

Bebauungsplanänderung sieht nun nur noch dreigeschossiges Gebäude vor Bischofsteich: Stadt bessert nach

Das Baugebiet ist schon mit blauen Pfählen markiert.

Das Baugebiet ist schon mit blauen Pfählen markiert. Foto: Ingo Schmitz

Paderborn (WB/mba). Nach den Protesten von Anwohnern der früheren Domschule an der Straße Am Bischofsteich will die Paderborner Stadtverwaltung nun den Bebauungsplan abweichend von den bisherigen Ideen ändern.

Wie aus einer Beschlussvorlage für den Bau- und Planungsausschuss an diesem Donnerstag (Beginn 17 Uhr im Technischen Rathaus) hervorgeht, soll zwar an der Bebauung mit Mehrfamilien­häusern festgehalten werden. Das Grundstück soll jetzt jedoch in zwei Baufelder mit unterschied­lichen Vorgaben aufgeteilt werden: eines am Parkhaus Rolandsweg, das andere an der Straße Am Bischofsteich. Am Greitelerweg ist darüber hinaus eine Fläche für einen Spielplatz vorgesehen.

Der Baukörper im rückwärtigen Bereich am Parkhaus soll nun nicht mehr bis zu vier Geschosse mit 13 Metern Höhe, sondern nur noch drei Vollgeschosse mit einer Höhe von elf Metern ­haben dürfen. In diesem Bereich plant der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) ein Appartementhaus mit zwölf Wohneinheiten für Menschen mit Behinderung.

Zur Straße hin soll zwar nur maximal zweigeschossig gebaut werden dürfen

Zur Straße hin soll zwar nur maximal zweigeschossig gebaut werden dürfen, ein zusätzliches Staffel­geschoss soll aber erlaubt werden. Dieses soll aber laut Verwaltungsvorlage zur westlichen Seite zurückspringen. So soll die Traufhöhe der bestehenden Bebauung aufgegriffen und die Wirkung eines weiteren Vollgeschosses verhindert werden. In dem gesamten Komplex sind Flachdächer vorgesehen.

Die Erschließung soll über die Straße Am Bischofsteich erfolgen. Für Stellplätze ist eine Fläche im Süden des Baugebietes geplant. Zudem soll eine Tiefgarage gebaut werden. Die Baufelder sollen drei Meter weiter in das Grundstück verschoben werden, so dass der Großteil der Gehölze erhalten werden könne. Auch zwei Einzelbäume sollen erhalten werden.

Anwohner kritisieren Bauprojekt scharf

Zahlreiche Anwohner hatten die ursprünglichen Pläne scharf kritisiert. Fünf offizielle Stellungnahmen wurden an die Stadt geschickt, zum Teil mit Unterschriftenlisten. Diese Redaktion erreichten zudem zahlreiche Leserbriefe zu dem Projekt. Die Anwohner beklagen unter anderem die bauliche Verdichtung, die Höhe der geplanten Gebäude, zu viel Verkehr und daraus resul­tierend mehr Lärm – und zum Teil auch das LWL-Wohn­projekt.

Die Stadt verweist hingegen darauf, dass in den vergangenen Jahren ein Rückgang des Bestandes an geförderten Wohnungen zu verzeichnen gewesen sei. Um ausreichend Wohnraum zu schaffen und der Nachfrage gerecht zu werden, halte die Stadt an der Mehrfamilienhausbebauung fest. Größere Verkehrsprobleme sieht die Stadt nicht, wie ein Gutachten ergab. Der Verkehr nehme durch das Projekt nur geringfügig zu, heißt es in der Vorlage.

In einem offenen Brief, der auch an diese Redaktion geschickt wurde, erneuern die Anwohner unterdessen ihre Kritik und fordern einen verbesserten Informationsfluss und einen transparenten, konstruktiven Dialog.

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