Mehr als 180 Veranstaltungen im Jahr – Konzerte für bis zu 1800 Besucher geplant
Paderhalle stößt an Grenzen

Paderborn (WB. In der Paderhalle soll es künftig Rock- und Popkonzerte mit bis zu 1800 Zuhörern geben. Dafür werden dann die Sitze aus dem Saal entfernt. Die Genehmigung der Stadt liege inzwischen vor, „eine Handvoll“ Konzerte seien pro Jahr geplant, sagte die Geschäftsführerin der Paderborner Stadthallen-Betriebsgesellschaft, Maria Rodehuth, am Dienstag dieser Zeitung.

Mittwoch, 15.01.2020, 06:04 Uhr aktualisiert: 15.01.2020, 06:10 Uhr
Maria Rodehuth (links) und Antje Ostermann blicken in zwei Spiegel der Garderobe. Die ist an vielen Abenden im Jahr belegt. Foto: Oliver Schwabe
Maria Rodehuth (links) und Antje Ostermann blicken in zwei Spiegel der Garderobe. Die ist an vielen Abenden im Jahr belegt. Foto: Oliver Schwabe

Erstes Konzert soll spätestens 2021 über die Bühne gehen

„Wir dürfen in Zukunft auch Stehkonzerte machen und sprechen jetzt mit den Agenturen; das wird nicht der Riesenmarkt werden, aber im Bereich Rock- und Pop-Konzerte fehlt definitiv etwas in Paderborn“, erläuterte Rodehuth. Spätestens 2021 solle es die ersten Konzerte geben. Obwohl 1800 Besucher Platz hätten, will die Paderhalle im ersten Schritt mit 1500 Besuchern anfangen.

Auch ohne solche Konzerte ist die Halle mit 954 Sitzplätzen bestens gefüllt und nachgefragt. In der Spielzeit 2018/2019 verzeichneten die Verantwortlichen 184 Veranstaltungen mit 123.000 Gästen, das waren 10.000 mehr als in der Saison davor mit 178 Terminen. Das Geschäftsjahr läuft vom 1. Juli eines Jahres bis zum 30. Juni des Folgejahres. Die bis Mitte 2020 laufende Spielzeit werde „eine der vollsten Saisons der Geschichte“, sagte Rodehuth am Dienstag voraus. Auch der Winter 2020/21 werde bereits „sehr gut angefragt“. Für viele Auftritte gebe es nur noch Restkarten.

Kabarett geht immer

Maßgeblichen Anteil am Ansturm auf die Tickets hat das Kabarett- und Comedyfestival „Paderborn macht ernst mit lustig“ im Mai. Ohnehin ist Kabarett ein Selbstläufer. „Durch die enge Zusammenarbeit mit dem Kulturbüro OWL und dem WDR sind wir als Kabaretthochburg anerkannt“, freut sich Rodehuth.

Aber auch die Konzerte in der Paderhalle finden ihre Besucher, auch die klassischen, bei denen Menschen jeden Alters im Saal sitzen. Unendlich ausweiten kann die Paderhalle die Zahl der Veranstaltungen nicht. „Bei 200 ist die Schallgrenze erreicht, wir haben eine sehr, sehr hohe Dichte und hoffen, dass wir die halten können“, betonte Rodehuth, die neben der Paderhalle auch für den Schützenhof zuständig ist. Sie kann auf ein Team von 30 Festangestellten bauen, darunter ihre rechte Hand Antje Ostermann, die immer auch nach neuen Künstlern und Formaten sucht.

Ben Becker gefiel’s in Paderborn

Den Künstlern gefällt es in Paderborn offenbar gut. „Wir haben viele Wiederholungstäter“, sagte Ostermann und nannte Ben Becker als Beispiel, der 2019 mit seinem Programm „Ich, Judas“ in der Paderhalle brilliert hatte. Ostermann: „Es war sein absoluter Wunsch, wieder nach Paderborn zu kommen.“ Das wird er am 28. Mai tun.

Becker weiß wie andere auch die Stargarderobe mit Sofa, Fernseher, Bar, Blumenstrauß und Toilette innen statt auf dem Flur zu schätzen. Außerdem ist es in Paderborn besonders einfach, Kontakt zum Publikum aufzunehmen, denn das sitzt sehr nah dran. Einfluss auf die Ticketpreise hat die Paderhalle kaum. Bei Kabarettisten gebe es vielfach vorgegebene Einheitspreise für die gesamte Tour, erzählte Ostermann. Wer das nicht akzeptiere, bekomme den Künstler nicht. Ostermann betont in Gesprächen mit Agenturen gleichwohl, „dass wir keine Großstadt wie München sind und die Agenturen und Künstler nicht dieselben Preise nehmen können“.

Neue Gesichter wie Lisa Eckart und Hansi Hinterseer

Neben bekannten Gesichtern kommen 2020 auch Künstler und Ensembles zum erstenmal in die Paderhalle. Als Beispiele nannte Antje Ostermann Lisa Eckart (15. Mai), Daphne de Luxe (29. Februar), Hansi Hinterseer (30. Mai), Mario Basler (26. März), das Electric Light Orchestra – Tribute by Phil Bates (6. März), die japanischen Trommler Kokubu (10. März) und, schon in den nächsten Tagen, die Veranstaltungen „Die große Heinz Erhardt-Show“ (26. Januar) und „Loriot – Die Ente bleibt draußen!“ (10. Februar).

Manchmal, so wie zuletzt bei Frieda Braun, beklagen sich Besucher darüber, dass sie keinen Parkplatz finden und erst im letzten Moment eintreffen. Im Vergleich zu Hallen in anderen Städten sei die Paderhalle aber „bei Parkplätzen vergleichsweise gut aufgestellt“, entgegnete Rodehuth am Dienstag: „Die Menschen haben gute Chancen, direkt vor der Halle einen zu finden.“ Trotz der vielen und meist gut besuchten Veranstaltungen schreibt auch die Paderhalle keine schwarzen Zahlen. Ein Fass ohne Boden ist sie für die Stadt aber nicht. „Unsere Aufgabe ist es, ein möglichst niedriges Defizit zu machen“, betont die Geschäftsführerin und das gelinge angesichts von einer Million Euro ganz gut.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7193621?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198401%2F2512560%2F
TV-Duell von Trump und Biden lässt verärgerte Wähler zurück
Kommentatoren charakterisierten das erste von drei Duellen als chaotisch und einer Demokratie wie den USA für unwürdig.
Nachrichten-Ticker