Di., 14.01.2020

500 Besucher verfolgen beim Kabarettfest in der Paderhalle ein buntes Programm Frisch, frivol, aber auch ruhig

Die Zucchini Sistaz mischten mit ihrem herrlich frisch-frivolen Sound das Publikum in der Paderhalle auf. Ganz in grün gewandet prophezeiten sie, dass auf uns keine goldenen Zwanziger, sondern grüne Zwanziger zukommen.

Die Zucchini Sistaz mischten mit ihrem herrlich frisch-frivolen Sound das Publikum in der Paderhalle auf. Ganz in grün gewandet prophezeiten sie, dass auf uns keine goldenen Zwanziger, sondern grüne Zwanziger zukommen. Foto: Michael Welling

Von Michael Welling

Paderborn  (WB). Der Radiosender WDR 5 und das Kulturbüro OWL hatten zum WDR-Kabarettfest geladen und rund 500 Besucher folgten dem Ruf am Montag in die Paderhalle. Mit den Zucchini Sistaz, Anne Folger, Lars Reichow und William Wahl bat Moderator Matthias Brodowy eine bewährte Mischung aus bekannten Künstlern und neueren Comedians auf die Kabarettbühne, die jeweils Gelegenheit zu zwei Kurzauftritten hatten. Zusammen mit Sidekick Ingo Börchers widmete er sich aber erst mal dem Motto des Abends: Alternativen.

Da wurde so einiges durch den alternativen Kakao gezogen. Zwar gäbe es zum Auto die Alternative zu Fuß zu gehen. „Aber warum, solange ich vier gesunde Reifen habe?“ fragten sie sich. Brodowy, der sich selbst als ein fröhlicher und optimistischer Pessimist bezeichnete, konnte als erstes „Wal-Gesänge“ der ganz anderen Art ansagen. William Wahl, vielen bekannt aus der a-cappella-Formation „Basta“, schüttete als Solist sein komödiantisches wie melancholisches, sein heiteres aber auch sarkastisches Herz aus. Seine „Wahlgesänge“ waren Klavierkabarett – nicht angestaubt, sondern frisch vorgetragene Lebenslieber, irgendwie Romantik für Realisten.

Kabarett-Urgestein und „gemüsikalisches Trio“

Mit Lars Reichow folgte ein Kabarett-Urgestein. Der Kabarettist, Pianist, Komponist, Sänger, Fernsehmoderator und Entertainer mit dem Beinamen „Klaviator“ ist seit Jahrzehnten auf allen deutschen Kabarettbühnen zuhause. In Paderborn schilderte er erst mal eine aberwitzige Wohnmobilfahrt mit Familie nach Norwegen – die sich schlussendlich aber als böser Albtraum herausstellt. Lustig sein Song über die Allgegenwärtigkeit von Handy-Apps. Dabei hat er doch eine App am liebsten: den App-laus. Den gab es für ihn reichlich, genauso wie für die Zucchini Sistaz, die mit ihrem herrlich frisch-frivolen Sound das Publikum aufmischten. Sie nennen sich selbst das „gemüsikalische Trio aus der Swing-Metropole Münster“ und prophezeiten, ganz in grün gewandet, dass auf uns keine goldenen Zwanziger, sondern grüne Zwanziger zukommen. Und das Kochbuch zur Dekade haben sie auch schon geschrieben.

Eher die ruhigeren Töne schlug zum Schluss Anne Folger an. Die Klavierkabarettistin baute geschickt die verschiedensten Melodien in ihren Song „Claire de Lune“ ein. Da konnte man dann neben verschiedensten Werbemelodien sogar einen bekannten „Windows“-Jingle erkennen.

Das ganze Programm wurde wie immer aufgezeichnet und ist am Samstag, 1. Februar, von 15.05 Uhr an in der „Unterhaltung am Wochenende“ auf WDR 5 zu hören.

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