Mi., 15.01.2020

Entscheidung für ein energetisch hoch effizientes Gebäude – kritische Begleitung Grüne stimmen Stadthaus-Neubau zu

Der Vorstand der Grünen-Fraktion: Petra Tebbe, Sabine Kramm und Dr. Klaus Schröder.

Der Vorstand der Grünen-Fraktion: Petra Tebbe, Sabine Kramm und Dr. Klaus Schröder. Foto: WB

Paderborn (WB). Die Fraktion der Grünen im Rat der Stadt Paderborn wird dem geplanten Neubau des Stadthauses grundsätzlich zustimmen. Das hat die Fraktion am Mittwoch mitgeteilt.

Wesentlich für die Entscheidung der Grünen sei die Zusage der Verwaltung, ein energetisch hoch effizientes Gebäude zu planen. Zudem solle das Gebäude CO2-neutral betrieben werden. Damit ist das Gebäude nach Ansicht der Grünen fit für eine CO2 neutrale Stadt. Auch der Erhalt des Marienplatzes werde durch den geänderten Entwurf sichergestellt. Die Zustimmung sei allerdings kein Blankoscheck, teilen die Grünen mit.

Verbesserungsvorschläge statt Ablehnung

„Die Bürgerbeteiligung hat dem Entwurf sehr gut getan“, freut sich Fraktionssprecher Klaus Schröder über die Anpassungen. Es habe sich gelohnt, im Sommer eine Pause zu beschließen, um über das Projekt nachzudenken. „Die Hinweise der Bürger haben gezeigt, dass es eher um Verbesserungen der Planung geht, als um grundsätzliche Ablehnung“, hält er fest.

Zum anderen hätten die Bürger-Anregungen Anlass gegeben, insbesondere die energetischen Eigenschaften des Gebäudes zu verbessern. „Der Bau soll entsprechend der Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen erstellt werden. Auch eine Bauweise mit Holz wird geprüft. Darüber hinaus wird das Gebäude CO2 neutral sein. Und es soll mit Photovoltaik die Möglichkeit genutzt werden, mit dem Gebäude auch Energie zu produzieren“, betont Schröder.

Ausstattung mit Photovoltaik

„Wir haben in den Gesprächen darauf gedrängt, die Bürgeranregung zur Ausstattung mit Photovoltaik möglichst weitgehend umzusetzen. Nun gehen wir davon aus, dass fast die gesamte Dachfläche des Gebäudes für Photovoltaik genutzt werden kann“, unterstreicht Florian Rittmeier, Mitglied des Bauausschusses. „Es ist sogar in der Diskussion, in die Fassade noch weitere Elemente zu integrieren.“

Da nicht alle Verbesserungen auch durch die Beschlusslage abgesichert seien, wollen die Grünen das Projekt weiter kritisch begleiten. „Wir werden darauf achten, dass die Verbesserungen auch tatsächlich umgesetzt werden. Unsere Zustimmung ist kein Blankoscheck“, betont Fraktionssprecherin Petra Tebbe.

Komfortablere Situation für Fußgänger

Mit Blick auf den Marienplatz freut sie sich über die beschlossenen Änderungen am Entwurf. „Mit der Rückverlagerung der Fassade wird der Fußverkehr am Marienplatz Richtung Marienstraße wohl sogar angenehmer werden als er es heute ist“, erklärt sie. Denn neben der Fußgängerspur verläuft nicht länger eine Gebäudefassade, sondern die Treppenanlage, so dass Fußgänger sich weniger bedrängt fühlten.

Durch die Veränderungen könne der Marienplatz mit seinen charakteristischen Linden erhalten bleiben. „Dass dort nicht einfach eine gepflasterte Fläche entsteht, sondern der Marienplatz mit seinem Schatten spendenden Charakter erhalten bleibt, war von Anfang an unsere grüne Forderung“, erinnert Petra Tebbe an die Historie des Entwurfs. Zudem gebe es nun auch Platz für eine Außengastronomie. Das ohnehin geplante Café könne dazu an den Marienplatz verlagert werden. „Die Gefahr dass am Marienplatz nur eine tote Verwaltungsfassade entsteht, sehen wir damit ein Stück weit gebannt.“

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