Do., 16.01.2020

Paderborner Künstler wirft der Verwaltung Inkompetenz vor Hagebölling setzt Minden neue Frist

Was wird aus dem 18 Tonnen schweren und sechs Meter langen „Keilstück“ auf dem Martinikirchhof in Minden? Die Stadt hatte es Ende der 80er Jahre für umgerechnet 27.600 Euro gekauft.

Was wird aus dem 18 Tonnen schweren und sechs Meter langen „Keilstück“ auf dem Martinikirchhof in Minden? Die Stadt hatte es Ende der 80er Jahre für umgerechnet 27.600 Euro gekauft. Foto: Amtage

Von Dietmar Kemper

Paderborn (WB). Die Stadt Minden hat doch noch auf den Offenen Brief des Paderborner Bildhauers Wilfried Hagebölling zum Zustand seines „Keilstücks“ auf dem Martinikirchhof reagiert. Dem Künstler reicht die Antwort aber nicht mal ansatzweise aus.

„Das Schreiben Ihrer Dezernentin beziehungsweise die öffentlichen Mitteilungen Ihrer Pressesprecherin gehen auf meine Forderungen aus dem Offenen Brief nicht ein. Sie können sich nicht hinter den inkompetenten Aussagen ihrer Verwaltung wegducken“, schreibt er an Mindens Bürgermeister Michael Jäcke. Er fordert ihn darin „nochmals auf, Punkt für Punkt meine Forderungen innerhalb von 14 Tagen zu erfüllen“.

Damit setzt er der Stadt eine neuerliche Frist bis Ende Januar. Wie mehrfach berichtet, wirft Hagebölling der Stadt einen „respektlosen Umgang“ mit seiner Skulptur vor, die seit 1987 auf dem Martinikirchhof steht. Sie sei zu einem „öffentlichen Klo“ und einer Müllhalde verkommen. Der Stadt macht Hagebölling einen schweren Vorwurf: „Sie ist die einzige Stadt, die ich kenne, die die Bürger zum Vandalismus gegen ihr eigenes Kunstwerk aufgerufen hat und selbst Hand angelegt hat, es zuzumüllen.“

Finanzielle Mittel der Stadt sind begrenzt

Er hatte dem Bürgermeister eine erste Frist bis zum 10. Januar gesetzt, um sein Kunstwerk zu säubern und die Graffiti zu entfernen. Als sie fast schon abgelaufen war, erhielt Hagebölling einen Brief von der für Kultur zuständigen Beigeordneten Regina-Dolores Stieler-Hinz. Sie lädt den Künstler zu einem Vor-Ort-Termin ein, betont aber gleichzeitig, dass sie den Vorwurf des nicht sachgemäßen Umgangs mit dem „Keilstück“ nicht nachvollziehen könne. „Was wir leisten können, haben wir insoweit auch unternommen“, schreibt sie und präzisiert: „So wurden die Glas- und Papiercontainer aus dem Umfeld des Keilstücks entsorgt und eine wiederkehrende Reinigung per Hochdruckreiniger seit 2017 fünfmal, wie am 26. Juni 2017 im Kulturausschuss beschlossen, durchgeführt.“

In Minden erfahre der Bereich der bildenden Kunst „eine Aufwertung“, behauptet Stieler-Hinz und verweist auf eine Ausstellung im öffentlichen Raum im vergangenen Jahr im Rahmen der „Wagnerwochen“. Die Bürger sollten so dazu angeregt werden, „sich mit der Kunst, ob sie einem gefallen mag oder nicht, auseinanderzusetzen“. Die Verwaltung lege auf ein ordentliches Stadtbild Wert, betont die Beigeordnete. Weil Minden aber nur über begrenzte finanzielle Mittel verfüge, sei eine ständige Überwachung der Werke und im Falle des „Keilstücks“ eine Grundreinigung durch ein entsprechendes Fachunternehmen nicht leistbar.

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