Fr., 17.01.2020

Beschluss auf die Sitzung des Rates am 30. Januar vertagt Mehrheit für Stadthaus steht

Von Ingo Schmitz

Paderborn (WB). Die Ampeln für den Neubau der Stadtverwaltung stehen ganz klar auf Grün. CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Linksfraktion machten am Donnerstagabend deutlich, dass sie die Umsetzung des Projektes in der nächsten Sitzung des Rates am 30. Januar beschließen wollen. Scharfe Kritik kam jedoch erneut von LKR, FDP und FBI.

Jens Kamp vom Bürgermeisterreferat der Stadt Paderborn erläuterte in der gemeinsamen Sitzung des Bau- und Planungs- sowie des Betriebsausschusses Gebäudemanagement die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung. Insgesamt 26 Empfehlungen für Veränderungen an den bisherigen Plänen waren dabei in die Planung eingeflossen. Zu den wichtigsten Punkten, die von Bürgern vorgebracht wurden, gehört die Rücknahme der Gebäudefassade am Marienplatz um insgesamt 2,80 Meter. Dadurch kann der Marienplatz unangetastet und die Bäume stehen bleiben. Allerdings gehen 400 Quadratmeter nutzbare Fläche im Gebäude verloren. Dafür aber stehe mit einer Breite von 7,40 Metern genügend Platz für Busse und Fußgänger zur Verfügung, die ja weiterhin die Marienstraße nutzen werden.

Erinnerung an den Alanbrooke-Beschluss

Weitere Stichpunkte sind unter anderem eine äußerst energieeffiziente Bauweise, Einsatz von Photovoltaik sowie ein Aussichtspunkt, Flachdach mit Dachbegrünung und die Berücksichtigung eines identitätsstiftenden Kunstwerks in der weiteren Planung. Die Vorplanung soll im Mai 2021 vorliegen, der konkrete Entwurf für den Neubau im Oktober 2021.

Dr. Klaus Schröder (Grüne) lobte die Veränderungen an dem Wettbewerbsentwurf vor allem unter dem Gesichtspunkt, dass nun viele Anregungen der Bürger mit eingeflossen seien (wir berichteten am Donnerstag). Allerdings verschwieg er auch nicht, dass man nun genauso weit sei, wie vor sechs Jahren. Damals hatte der Rat den Beschluss gefasst, die Verwaltung in der Alanbrooke-Kaserne unterzubringen. „Dieser damalige Beschluss ist ohne Not umgeworfen worden“, kritisierte Schröder, dass die Stadtverwaltung unter der alten Beschlusslage heute vermutlich deutlich weiter sei.

Sorge vor explodierenden Baukosten

Reinhard Borgmeier (Linksfraktion) und Markus Mertens (CDU) bekräftigten ebenfalls die positive Einflussnahme durch die Bürger. LKR-Chef Johannes Knaup war das zu wenig: Aus seiner Sicht sei eine Bürgerbeteiligung nur dann konsequent, wenn auch die Bürger selbst entscheiden und abstimmen dürften. 8000 Unterschriften hätten deutlich mehr Gewicht, als die doch verhältnismäßig geringe Beteiligung am Bürgerworkshop.

Zudem malte Knaup ein Szenario, dass spätestens im Rohbau deutlich werde, dass an der Marienstraße der Abstand zwischen der Fassade mit der vorgelagerten Eingangstreppe und der Mauer am Marienplatz zu gering sei, um weiterhin Busse und Fußgänger gefahrlos begegnen zu lassen. Die Technische Beigeordnete Claudia Warnecke konnte ihm diese Sorge in der Sitzung nicht nehmen. Rainer Sinnhuber (FBI) und Dr. Michael Hadaschick (FDP) prognostizierten zudem explodierende Baukosten. Das Limit von 50 Millionen Euro werde nicht einzuhalten sein, hieß es. Über diese Bedenken wird sich der Rat aber wohl mit großer Mehrheit in zwei Wochen hinwegsetzen.

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