Mo., 27.01.2020

Das Hochschulorchester spielt und die Baskets dribbeln Großartige „Maspernhölle“

Das facettenreiche Programm des Hochschulorchesters überzeugte 2000 Besucher in der Sporthalle, die zur Konzerthalle wurde.

Das facettenreiche Programm des Hochschulorchesters überzeugte 2000 Besucher in der Sporthalle, die zur Konzerthalle wurde. Foto: Nicole von Prondzinski

Von Nicole von Prondzinski

Paderborn (WB). Mehr als 2000 Besucherinnen und Besucher stürmten die Heimstätte der Paderborn Baskets am Sonntagnachmittag, als es zum zweiten Mal „Hochschulorchester and Friends meet Uni Baskets“ hieß. Für das Konzert unter dem Motto „Maspernhölle 2.0“ verwandelte sich die Halle in einen sportlichen Konzertsaal mit einer großen Bühne für das Hochschulorchester, auserlesene Solisten und das Jazz-Duo Shawn & the Wolf. Die Basketballer der ProA-Mannschaft und die Uni Baskets Stomp-Kids sorgten für Jubelstürme.

 

Dirigent Steffen Schiel wählte für die Eröffnung des Konzerts nichts Geringeres als die Ouvertüre eines der erfolgreichsten Opernwerke der Welt aus. Die eingängigen Melodien der „Carmen“ von Georges Bizet waren die perfekte Antwort auf den überschwänglichen Applaus aus den Zuschauerreihen, mit dem die Musiker begrüßt wurden.

„Ich hätte nie gedacht, dass solch’ eine Zusammenarbeit zwischen den Baskets und dem Hochschulorchester jemals möglich gewesen wäre“, zitierte Moderator Uli Lettermann den Vereinsvorsitzenden Christoph Schlösser. Der Aufwand für diese Veranstaltung hat sich gelohnt: Auf den Plätzen saßen Sportfans und Liebhaber sinfonischer Musik gleichermaßen. Auch viele Kinder waren gekommen, die sich in der Pause mit den Bällen auf der Spielfläche austobten. Sie sieht man bei Konzerten mit viel klassischer Musik eher selten.

Während eines Medleys zum Film „A Chorus Line“ liefen, überraschend und ganz in Sportlermanier, die beiden Musiker Shawn Grocott (Posaune) und Wolfgang Meyer (Gitarre) ein. Als Jazz-Duo Shawn and the Wolf – nicht „Shaun das Schaf“, wie Lettermann augenzwinkernd betonte – bildeten die beiden eine ungewöhnliche Formation aus Posaune und Gitarre. Der vom Gitarristen Wolfgang Meyer eigens komponierte Choral in Orchesterversion brachte schließlich „Stille in die Hölle“, im Publikum wurde es bemerkenswert ruhig.

Viel Dynamik auf dem Spielfeld

Der Baskets-Nachwuchs brachte viel Dynamik aufs Spielfeld. Die Uni Baskets Stomp-Kids aus der U12 und der U14 liefen ein und brachten sich mit dem Percussion-Ensemble der Uni unter der Leitung von Heinrich Klingmann in Formation. Zwei Basketballer machten, ganz modern, Musik über iPads, 15 Dribbler und 24 Perkussionisten gaben mit schnellem Rhythmus den Takt dazu an. Es ging heiß her, wann immer zwei der Basketballer in die Mitte dribbelten, um spektakuläre Moves mit den Bällen zu zeigen.

„You’ll Never Walk Alone” von Richard Rodgers und Oscar Hammerstein, ein Musikstück aus dem Musical „Carousel“, wurde auch außerhalb der Musicalbühnen zum internationalen Hit, bis es sogar zur Hymne für viele Sportvereine avancierte. In der Maspernhalle sorgte das Hochschulorchester mit diesem Stück für besonders viele Emotionen. Der Tenor Stephan Boving ließ mit seiner kräftigen Stimme wohl niemanden kalt. Die weittragenden Töne erzeugten Gänsehaut. „Bei ihm steckt in jedem Ton ein ganzes Leben“, kommentierte Lettermann.

Schreibmaschine wird zum Instrument

Dass Musik auch witzig sein kann, zeigte Pianist Eckhard Wiemann. Auf seiner „Gabriele 30“ – einer Schreibmaschine – begleitete er das Orchester zu „The Typewriter“ von Leroy Anderson. Die Schreibmaschine fungierte dabei tatsächlich als Percussion-Instrument, auf dem schnell getippt werden muss, um bei dem flotten Stück mitzuhalten.

Melodisch wurde es im zweiten Teil des Konzertes. Das Orchester mit mehr als 80 Musikern begleitete Schawn and the Wolf zum bluesigen „Stolen Moments“. Mit einem Medley aus „West Side Story“ ging es romantisch weiter. Und als das Duo, gemeinsam mit dem exzellenten Tenor Stephan Boving, die Stücke „We are the Champions“ (Queen) und „Eye of the Tiger“ (Survivor) anstimmte, wurde wieder die Verbindung zwischen Musik und Sport hör- und sichtbar. Wer dabei nicht an sportliche Siege oder an Sylvester Stallone und die „Rocky“-Boxerfilme denken musste, wurde spätestens beim Einlauf der ProA-Mannschaft daran erinnert, dass dies auch eine Sportveranstaltung war.

Stürmische Begrüßung

Die Profibasketballer wurden stürmisch begrüßt und von ihrem Fanclub „Maspernpower“ mit Trommeln, Fahnen und Jubelrufen gefeiert. Bei einer Showeinlage mit Korbwürfen vergaßen sie vielleicht für einen Moment ihre Niederlage vom Vortag in Leverkusen (82:103). Das Konzert war der krönende Abschluss des Jubiläumsjahres „50 Jahre Basketball in Paderborn“. Die zweite Auflage dieses Konzertprojektes war, wie die Premiere, ein unvergessliches Ereignis.

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