Do., 13.02.2020

Ziel ist ein Ein- und Ausstieg in Paderborn zwischen Areal Barker und Kaukenberg Stadt will weiteren Bahnhalt

Zwischen der Barker-Kaserne und dem Schulzentrum Kaukenberg könnte ein neuer Bahnhaltepunkt entstehen.

Zwischen der Barker-Kaserne und dem Schulzentrum Kaukenberg könnte ein neuer Bahnhaltepunkt entstehen. Foto: Jörn Hannemann

Von Ingo Schmitz

Paderborn (WB). Hauptbahnhof, Nordbahnhof, Kasseler Tor und Schloß Neuhaus: Mit seinen vier Bahnhaltepunkten ist die Stadt Paderborn bereits gut aufgestellt. Die Stadt will nun aber eine Lücke im Paderborner Osten schließen. Auf einstimmigen Beschluss des Rates wird sich die Verwaltung nun dafür einsetzen, dass ein weiterer Haltepunkt an der Barker-Kaserne eingerichtet wird. Erste Hürde ist die Aufnahme des Haltepunkts in den Nahverkehrsplan.

Im Paderborner Osten steckt viel Musik: Durch das 21 Hektar große Baugebiet Springbach Höfe sowie die Entwicklung der ehemaligen Barker Kaserne zu einem bedeutenden Standort für Zukunftstechnologien mit einer Größe von mehr als 50 Hektar wird nach Einschätzung der Verwaltung auch der Individualverkehr steigen. Um diese Entwicklung zu bremsen, sei der Ausbau des so genannten schienengebundenen Personennahverkehrs (SPNV) dringend erforderlich. Die Verwaltung hat daher den Blick der Fraktionen auf die Landesinitiative „Bauland an der Schiene“ gelenkt. Bei dem Programm geht es um bezahlbares Bauland, das im Einzugsgebiet von Bahnhaltepunkten liegt.

Bahnhaltepunkt gilt als sinnvoll

Bereits Ende Oktober hatte die Technische Beigeordnete Claudia Warnecke erste Gespräche mit dem Land NRW sowie der Bahnflächenentwicklungsgesellschaft, der Bezirksregierung sowie dem Zweckverband Nahverkehr Westfalen Lippe (NWL) geführt (wir berichteten). „Alle Beteiligten halten den zusätzlichen Bahnhaltepunkt für sinnvoll“, lautet die erste Einschätzung.

Der Standort für den Aus- bzw. Einstieg in die Bahn bietet sich nach Ansicht der Verwaltung zwischen dem Areal Barker sowie dem Schulzentrum Kaukenberg an, wo bereits jetzt die Bahnlinie Hamm-Warburg bzw. Soest-Altenbeken verkehrt. Nach Ansicht der Planer seien die Flächen groß genug, um den Haltepunkt einrichten zu können.

26.000 Menschen im Einzugsbereich

Das potentielle Einzugsgebiet wird übrigens auf 18.000 Einwohner geschätzt. Dazu zählen die Bereiche Kaukenberg und Lieth. Allein im neuen Quartier Springbach Höfe und im Areal Barker werden nach heutigen Prognosen weitere 8000 Menschen leben. Hinzu kämen die Arbeitsplätze in den angrenzenden Bereichen „Auf dem Dören“ und „Benhauser Feld“.

Nicht zuletzt erhofft sich die Stadt mit dem neuen Haltepunkt einen weiteren Beitrag zur Mobilitätswende. „Der Haltepunkt könnte zu einer Reduzierung des Pkw-Verkehrs in der Kernstadt führen“, heißt es bei der Verwaltung, die dabei insbesondere auch auf die Berufspendler blickt.

Für den neuen Bahnhaltepunkt zwischen dem Areal Barker und den Wohngebieten Kaukenberg/Lieth/Springbach Höfe werden die Bürger aber noch einige Geduld aufbringen müssen. Wie die Stadt auf Anfrage mitteilte, werden vermutlich zehn Jahre und mehr ins Land gehen.

Mindestens zehn Jahre bis zur Realisierung

Die Stadt hält das Vorhaben für „grundsätzlich nicht unrealistisch“. Daher werde nun der Rahmenplan erarbeitet, der Aussagen zur technischen Realisierbarkeit und zur genauen Lage des Haltepunktes treffen soll. „Aus verkehrsplanerischer Sicht muss das Quartier Areal Baker zudem so gestaltet werden, dass der Bahnhaltepunkt möglichst viele Menschen im direkten Einzugsbereich anspricht und darüber hin­aus auch sehr gut erreichbar ist – auch für Busse“, teilt die Stadt mit.

Durch die Aufnahme des Haltepunktes in den Nahverkehrsplan erlange dieser eine planerische Verbindlichkeit für den Schienenpersonennahverkehr. „Das betrifft aber nicht den Nahverkehrsplan des NPH oder das ÖPNV-Konzept der Stadt Paderborn, denn diese beschränken sich nur auf den regionalen und städtischen Busverkehr“, heißt es weiter. Bis zur Umsetzung könne durchaus ein Jahrzehnt verstreichen. So lange werde man aber wohl auch für die vollständige Umgestaltung des Areals Barker benötigen.

 

Kommentare

Guter Ansatz, aber...

Wenn ich mich nicht verzählt habe, dann gibt es 5 Halte in Paderborn (+Sennelager) ;-)

Grundsätzlich sind solche Ideen in der heutigen Zeit nur zu begrüßen. Dennoch hinkt der Plan:
1. Dieser Bereich Paderborns ist schon vergleichsweise gut mit dem ÖPNV erreichbar.
2. Die Fahrtzeit mit dem Bus vom vorgeschlagenen Halt zum Hbf dauert derzeit knapp 12 Minuten. In der Innenstadt ist man entsprechend schneller. Das ist schon fast konkurrenzfähig zum Kfz. Ohne zusätzlichen Halt auf Höhe der Innenstadt wenig vorteilhaft (und das dürfte eher schwieriger werden, weil Kassler Tor ohne teure Umbauten nicht angefahren werden kann).
3. Die Bahn würde ihr volles Potenzial nur als RRX Halt ausnutzen können oder als Zubringer zu anderen Linien.

Was Paderborn wirklich benötigt ist ein leistungsfähiges Bussystem. Dichtere Takte, merkbare Pläne und sinnvollere Streckenführungen und eine bessere Einbindung des Regionalverkehrs mit sinnvollen Umstiegen.
Fakt ist doch: in die Innenstadt kommt man meistens recht gut. Bei anderen Verbindungen (etwa zum Arbeitsplatz) führt aber kaum ein Weg am Auto vorbei.

1 Kommentare

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