Fr., 14.02.2020

Rückreise nach Paderborn mit Hindernissen: Chaobing Sun musste Hochzeitsbesuche absagen Sprachlehrerin vorsorglich in Quarantäne

Sprachlehrerin Chaobing Sun befindet sich derzeit vorsorglich in Quarantäne.

Sprachlehrerin Chaobing Sun befindet sich derzeit vorsorglich in Quarantäne.

Paderborn (WB/itz). Die Ausbreitung des Coronavirus hat auch Auswirkungen auf das Konfuzius-Institut in Paderborn. Zum einen wurde rein vorsorglich das beliebte Laternenfest abgesagt. Zum anderen fürchten die Mitarbeiter des Instituts um ihre Angehörigen und Freunde in der fernen Heimat, betonte gestern Geschäftsführerin Beate Pfänder.

Direkt betroffen ist jedoch die Sprachlehrerin Chaobing Sun. Die junge Chinesin hatte Ende 2019 in Deutschland geheiratet und sich zuletzt auf einer fünfwöchigen Hochzeitsreise in ihrer Heimat befunden. Es sei üblich, so Pfänder, dass sich die Brautleute bei ihren Verwandten vorstellten. Von diesen Plänen habe das Paar allerdings mit Blick auf die Situation in Wuhan in weiten Teilen Abstand nehmen müssen – die Besuche bei der Familie des Bräutigams habe man wegen des Coronavirus komplett ausfallen lassen, sagte Pfänder.

Keinerlei Symptome

Auch die Rückreise gestaltete sich komplizierter als zunächst gedacht. Mit dem Flugzeug kam Chaobing Sun von Peking mit einem Tag Verspätung zunächst nur bis Frankfurt. Der Anschlussflug nach Paderborn fiel dann auch noch wegen des Sturms aus. Die letzten Kilometer musste sie per Zug reisen – stets mit Mundschutz, berichtet Geschäftsführerin Beate Pfänder.

Sie betont: „Wir sind sehr froh, sie wieder bei uns zu haben. Sie wird noch zwei Wochen isoliert zu Hause verbringen müssen, doch dann freut sie sich schon sehr auf die kommenden Sprachkurse.“ Derzeit arbeite Chaobing Sun von zu Hause aus. Die Kurse seien übrigens völlig ungeachtet der Corona-Situation stark nachgefragt. „Wir haben viele Neuanmeldungen“, stellte Pfänder fest.

Tatsächlich gebe es weder bei der jungen Lehrerin noch bei Familienangehörigen Symptome für eine Ansteckung mit dem Virus. Trotzdem sei die Quarantäne von zwei Wochen notwendig. Die Sprachlehrerin werde in der Zwischenzeit von Freunden mit Lebensmitteln versorgt. Diese würden ihr vor die Tür gestellt.

Neuer Direktor erhält Visum

Ebenfalls wartet das Institut derzeit auf seinen neuen chinesischen Direktor, der nun endlich sein Visum von deutscher Seite erhalten habe, so dass er jetzt in den Startlöchern stehe und zeitnah einreisen dürfe.

Pfänder weiter: „Die aktuelle Lage mit dem Virus ist nicht einfach, wir sind hier in Paderborn zwar nicht persönlich vom Coronavirus betroffen, doch man darf nie vergessen, welche Ängste und Nöte unsere chinesischen Freunde haben. Zahlreiche Menschen sind zu Hause und dürfen ihre Wohnung bzw. Stadt nicht verlassen. Wir alle, ob Deutsche oder Chinesen, sind der Freundschaft untereinander stark verbunden, so hoffen wir sehr, dass bald die Verbreitung des Virus gestoppt werden kann.“

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