Di., 18.02.2020

Paderborner Bauunternehmen erlöst 720 Millionen Euro Bremer erzielt Rekordumsatz

In Paderborn werden Fertigbauteile hergestellt. Es sind Binder mit einer Spannweite von bis zu 60 Metern möglich. In dieser Liga gebe es nur sehr wenig Mitbewerber, heißt es.

In Paderborn werden Fertigbauteile hergestellt. Es sind Binder mit einer Spannweite von bis zu 60 Metern möglich. In dieser Liga gebe es nur sehr wenig Mitbewerber, heißt es. Foto: Jörn Hannemann

Von Ingo Schmitz

Paderborn (WB). Die Bremer AG in Paderborn stellt sich immer breiter auf. Neben den schlüsselfertigen Industrie- und Gewerbebauten aus Stahlbetonfertigteilen tritt das Unternehmen jetzt auch erstmals als Projektentwickler auf. Auch geografisch dehnt sich Bremer mit weiteren Niederlassungen innerhalb Deutschlands aus. Das Engagement hat Folgen: Mit 720 Millionen Euro war das Jahr 2019 das bislang umsatzstärkste in der 70-jährigen Firmengeschichte. Für 2020 sind 800 Millionen Euro angepeilt. Außerdem konnte der 1000. Mitarbeiter begrüßt werden.

Die Nachfrage nach Industriebauten sei ungebrochen hoch, berichtet Aufsichtsratsvorsitzender Wolfgang Bremer, der in der zweiten Generation im Unternehmen tätig ist. Zu den wichtigen Großkunden gehört der Versandriese Amazon, für den Bremer in Paderborn ein Verteilzentren errichtet. Die Arbeiten haben am Montag begonnen. Auch beim geplanten Bau des neuen Logistikzentrums in Horn-Bad Meinberg sei man im Gespräch, berichtete Vorstand Dr. Matthias Molter. Amazon sei ein langjähriger Partner, für den Bremer auch in Wales gebaut habe. Der Brexit habe aber verhindert, dass man auf der Insel eine Niederlassung einrichtete.

Großprojekt: Europa-Zentrallager des Sportartikelherstellers Puma

Ein aktuelles Großprojekt ist zum Beispiel das neue, 70.000 Quadratmeter große Europa-Zentrallager des Sportartikelherstellers Puma, das an der A 3 bei Geiselwind (Landkreis Kitzingen) errichtet worden ist. Das klimaneutrale Gebäude wird samt Logistik 200 Millionen Euro kosten.

Bremer lebe aber nicht allein von den Großkunden , betonte Vorstandsmitglied Torsten Schuff. Rund 60 Prozent der Aufträge kämen von regionalen Mittelständlern. Vor diesem Hintergrund setze die Bremer AG auf die Gründung von Niederlassungen. Eine Erfolgsgeschichte sei zum Beispiel der Standort Hamburg, der vor fünf Jahren ins Leben gerufen wurde: Mit Null gestartet liege man bei dieser Niederlassung nun bei einem Jahresumsatz von 80 Millionen Euro. Die jüngste Niederlassung wird aktuell in Bremen eröffnet. „Der erste Auftrag liegt schon vor. Wir bauen für Amazon in Emden“, berichtet Vorstand Michael Dufhues.

Weitere Niederlassung im Rhein-Main-Gebiet

Eine weitere Niederlassung soll noch in diesem Jahr im Rhein-Main-Gebiet dazu kommen. Die Standortfrage in der Nähe von Frankfurt müsse noch geklärt werden, sagte Wolfgang Bremer. Dieser verabschiedete am Montag den langjährigen Vorstandsvorsitzenden Heinrich Hillebrand in den Ruhestand. Die drei Vorstände Dufhues, Schuff und Molter sind nun gleichwertige Mitglieder des Vorstandes ohne Vorsitzenden.

Das Paderborner Unternehmen stellt jährlich Betonfertigteile mit einem Volumen von 135.000 Kubikmetern her (340.000 Tonnen). 20 Prozent werden über die Schiene zur Baustelle transportiert. Das Paderborner Werk ist mit Abstand das Größte mit 617 Mitarbeitern. Ein weiteres Werk steht in Leipzig. In Indien sind 80 Mitarbeiter in einem Ingenieurbüro für Bremer tätig. Sie stellen die Planunterlagen für die Bauvorhaben her.

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