Di., 18.02.2020

Kunstmuseum kooperiert mit der Realschule Schloß Neuhaus Weit mehr als nur ein Besuch

Carsten Venherm (Kulturdezernent), Andrea Brockmann, Schüler Berkin Alma, Rainer Gaukstern (Schulverwaltungs- und Sportamt) und Philipp Beil (Schulleiter/von links).

Carsten Venherm (Kulturdezernent), Andrea Brockmann, Schüler Berkin Alma, Rainer Gaukstern (Schulverwaltungs- und Sportamt) und Philipp Beil (Schulleiter/von links). Foto: Rebecca Borde

Von Rebecca Borde

Paderborn (WB). Was möchte die Kunst eigentlich ausdrücken und wie stellt man sie aus? Diese Fragen stellten sich die Klassen 7a, b, c und d der Realschule Paderborn-Schloß Neuhaus während ihres gemeinsamen Kunstprojekts mit dem Kunstmuseum im Marstall.

Reaktionen auf Kriege beeindrucken die Schüler

Erstmals fand hier eine Zusammenarbeit statt, die von beiden Seiten als großer Erfolg angesehen wird. Daraus ist eine Ausstellung entstanden. Begonnen hatte das Projekt „Expedition Museum“ im November 2019, als die Schüler die Ausstellungen „Aufbruch 1919“ und „Kunst nach 1945“ gemeinsam mit ihren Kunstlehrern besuchten. Die hier ausgestellten Reaktionen der Künstler auf die erlebten Kriegsereignisse beeinflussen auch die Schüler nachhaltig. Nach eigenen Angaben habe der Museumsbesuch ihr Bewusstsein für den Frieden geweckt und sie daran erinnert, wie wichtig es sei, Menschen aus Kriegsgebieten zu helfen.

Ebenfalls habe die Ausstellung sie dazu gebracht, Kunst wertzuschätzen. Dies führte die Expeditionsteilnehmer unmittelbar zur Erschaffung ihrer eigenen Kunstwerke. Im Museum lernten sie nicht nur die Ausstellungsstücke an sich kennen, sondern auch das Ausstellen von Kunst. Hier beschäftigten sie sich vor allem mit dem Umgang mit Gemälden: Bei welcher Temperatur werden Bilder gelagert? Wie fasst man sie an, ohne sie zu beschädigen?

Aus Zuschauen wurde Mitmachen

Nach dem Erwerb dieses Vorwissens machten sich die Expeditionsteilnehmer mit höchster Motivation selbst kreativ an die Arbeit. Einige fertigten zuvor Planskizzen an und arbeiteten mit Bleistift vor, während andere sofort mit Acryl- und Wasserfarben oder Spachteln loslegten. Da die Schüler sich von den Bildern der Ausstellungen zu beiden Weltkriegen inspirieren ließen, thematisieren auch ihre eigenen Werke Hoffnung und Vergänglichkeit.

Eröffnet wurde die Ausstellung von Andrea Brockmann, der Leiterin der Städtischen Museen und Galerien, die das Projekt an die Schule herangetragen hatte und maßgeblich an Organisation und Durchführung beteiligt war. Die Zusammenarbeit zwischen Schule und Museum ist für sie sehr bedeutsam: „Ich wollte, dass die Schüler mehr erleben als einen gewöhnlichen Museumsbesuch mit einer Führung. Sie sollten die Möglichkeit bekommen, sich selbst intensiv mit der Kunst auseinanderzusetzen.“

Zusammenarbeit auf Dauer angelegt

Auch für Schulleiter Philipp Beil ist die Kooperation wichtig: „Es ist etwas Besonderes für die Schüler, statt Schulnoten öffentliche Anerkennung für ihre Arbeit zu bekommen.“ Für alle Beteiligten ist gewiss, dass dieses Projekt der Beginn einer langen Zusammenarbeit werden soll. Die Ausstellung kann bis zum 1. März im Kunstmuseum im Marstall, Im Schlosspark 9, 33104 Paderborn, besucht werden.

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