Fr., 21.02.2020

Viele Neuerungen: Stadt Paderborn macht Mensch-Tier-Bestattungen möglich Mit dem Haustier gemeinsam ins Grab

Symbolbild.

Symbolbild. Foto: Marius Thöne

Paderborn (WB/itz). Als erste Stadt in Ostwestfalen-Lippe will Paderborn die gemeinsame Bestattung von Mensch und Tier ermöglichen. Das hat der Bau- und Planungsausschuss beschlossen. Vorerst soll dies allerdings nur auf einem speziellen Teil des Westfriedhofs möglich sein.

Grabbeigaben

Für viele Menschen ist das Haustier ein Familienmitglied. Die enge Beziehung zwischen Mensch und Tier geht oft über den Tod hin­aus. Mit der jetzt verabschiedeten Änderung der Friedhofssatzung ist es möglich, dass Tiere als Beigabe ins Grab des Verstorbenen gelegt werden. Doch daran knüpfen sich Vorgaben, wie Michael Kriesten von der Friedhofsverwaltung erläuterte. Sollte das Tier vor dem Besitzer versterben, darf es nicht allein beigesetzt werden, sondern erst dann, wenn Herrchen oder Frauchen sterben. Allerdings ist auch eine spätere Grabbeigabe möglich. Reine Tiergräber wird es nicht geben, stellte Kriesten klar.

Bestattungsarten

Die Urnenbestattung in einem Friedgarten, in einem Baumgrab oder im Gemeinschaftsfeld ist in Paderborn die am häufigsten gewählte Bestattungsart. 440 Menschen sind 2019 auf diese Weise beerdigt worden. Die Sargbestattung ist in Paderborn weiter rückläufig. Im vergangenen Jahr wurden 410 Menschen im Sarg beigesetzt. Auf neun Prozent bringen es inzwischen die Bestattungen im Friedgarten oder Gemeinschaftsfeld. Urnenreihen- oder Wahlgräber wurden in 294 Fällen gewählt.

Bezirk wird aufgelöst

Künftig soll es jedem Paderborner möglich sein, auf dem Westfriedhof bestattet zu werden. Der bisherige Friedhofsbezirk wird aufgehoben, weil auf absehbare Zeit genügend Flächen zur Verfügung stehen, sagte Kriesten. Etwas anders sieht es auf dem Ostfriedhof aus. Durch eine Erweiterung wird es möglich, den Bezirk um 2600 Einwohner zu vergrößern, die in der Nähe wohnen.

Friedgärten

Bisher gab es nur auf den Friedhöfen Auf dem Dören und Westfriedhof die Möglichkeit, in einem Friedgarten bestattet zu werden. Aufgrund der Nachfrage soll das nun auch in den Stadtteilen möglich sein. Voraussetzung ist, dass es geeignete Flächen gibt. In Dahl gibt es die: Von sofort an soll diese Möglichkeit hier angeboten werden. Außerdem gibt es eine Neuregelung bei Grabschmuck in Friedgärten: Nach der bisherigen Regel musste der Grabschmuck drei Monate nach der Beisetzung entfernt werden. Das sei notwendig, um die Arbeit der Friedhofsmitarbeiter zu vereinfachen, hieß es. Auf Wunsch vieler Hinterbliebener möchte die Stadt nun den Wunsch aufgreifen, dass künftig auch eine Grablampe und eine Vase oder Blumenschale auf der Grabplatte erlaubt sind. Dadurch sollen die Pflegearbeiten nicht behindert werden. Ebenso erlaubt sind auch Grablaternen im Friedgarten, wenn sie am Baum befestigt werden. Kriesten stellte klar, dass Abweichungen von diesen Regelungen nicht mehr geduldet würden. „Was nicht dieser Vorgabe entspricht, wird konsequent wöchentlich abgeräumt“, machte er im Ausschuss deutlich.

Grabplatten

Die neue Satzung erlaubt bei Urnengräbern größere Grabplatten. Nach Aussage der Stadt sei die Nachfrage größerer Platten gestiegen, um die Pflege zu reduzieren. Bisher durften die Platten nur 40 Prozent des Grabes bedecken. Künftig sind 80 Prozent erlaubt.

Radfahren und Hunde

Michael Kriesten regte außerdem an, das Fahrradverbot auf dem Westfriedhof aufzuheben. „Hier wird nicht gerast, es gibt keine Beschwerden“, stellte er klar. Außerdem soll es künftig erlaubt sein, Hunde mit auf den Friedhof zu nehmen. Schon jetzt brächten einige Besucher ihren Vierbeiner mit. Es gebe aber keine Beschwerden. Daher wolle man den Zustand legalisieren.

Investitionen

Im Jahr 2020 wird der Friedhof auf dem Dören erweitert. Kosten: 154.000 Euro. Darüber hinaus widmet sich die Stadt dem Parkplatz in Benhausen, der vergrößert wird. Dies sei dringend notwendig, berichtete Kriesten. Auch die Friedhofskapelle wird saniert.

In Marienloh soll der Friedhofsvorplatz für 55.000 Euro erneuert werden. In die Erneuerung der Wege auf dem West- und Ostfriedhof sowie auf dem Friedhof Neuenbeken sollen 45.000 Euro fließen. Außerdem werden weitere 28 Bänke auf den Friedhöfen platziert. Schon 2019 waren 21 Bänke neu aufgestellt worden.

 

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