Fr., 21.02.2020

Am Pavillon-Bau für 400.000 Euro scheiden sich die Geister Kritik am Lesegarten-Projekt

Auf der Rückseite der Paderborner Zentral Bibliothek soll ein Teil der Parkplätze in einen Lesegarten verwandelt werden.

Auf der Rückseite der Paderborner Zentral Bibliothek soll ein Teil der Parkplätze in einen Lesegarten verwandelt werden. Foto: Íngo Schmitz

Paderborn (WB/itz). Grundsätzlich sehen die Fraktionen den geplanten barrierefreien Umbau der Stadtbibliothek in Paderborn als notwendig an. Auch für den Lesegarten gibt es durchaus Sympathien. Doch der vorgeschlagene Glaspavillon für geschätzt 400.000 Euro ist in der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses deutlich hinterfragt worden.

„Nice to have“ meinte Rainer Sinnhuber (FBI). Und Florian Rittmeier (Grüne) erklärte: „Hat sich bei dem Glasbau schon mal einer Gedanken über den sommerlichen Wärmeschutz gemacht? Ich habe keine Lust auf den nächsten Beitrag aus Paderborn in der Satire-Sendung Extra3.“ Damit spielte er auf die Hitze-Bänke auf den Königsplätzen an, die bundesweit für Heiterkeit gesorgt hatten.

„Superchance“ und eine „extreme Aufwertung“

Wie berichtet, hatte sich der Kulturausschuss in seiner Dezember-Sitzung mit dem Thema Lesegarten befasst. Die Leiterin der Bibliothek, Katrin Stroth, hatte erläutert, dass es nach wie vor keinen barrierefreien Zugang gebe und im Gebäude selbst keine barrierefreie Toilette möglich sei. Vor dem Hintergrund könne der Pavillon nicht nur für Veranstaltungen genutzt werden, sondern auch als Standort für die Toiletten. Für die Umgestaltung des Geländes samt Verlegung des Trafos schätzt die Verwaltung die Kosten auf etwa 786.000 Euro. Der Pavillon würde etwa 400.000 Euro verschlingen. Stroth sprach von einer „Superchance“ und einer „extremen Aufwertung“.

In der Sitzung des Bauausschusses fiel die Begeisterung für das Projekt nun deutlich reduzierter aus. So lange nicht genau klar sei, wie der Pavillon genutzt werden solle, könne man nicht in die Planung gehen, forderten die Grünen. Deren Fraktionsmitglied Dr. Klaus Schröder hielt das bisherige Konzept für unausgegoren. Eine Behindertentoilette für Besucher der Zentralbibliothek außerhalb des Gebäudes einzurichten müsse wohl bedacht werden.

Mehr Informationen für die Fraktionen

Christoph Quasten (CDU) vermisste ebenfalls ein Veranstaltungskonzept. „Aber wir stehen ja auch noch völlig am Anfang“, machte er deutlich, dass die Fraktionen mehr Informationen benötigten. Ausschussvorsitzender Dieter Honervogt (CDU) wies darauf hin, dass die Aufwertung für die Stadtbibliothek sicherlich Sinn mache. Abzuwarten sei aber, ob es für das Vorhaben auch die entsprechende Förderung von 60 bis 80 Prozent geben werde. Dr. Frank Becker, Leiter des Amtes für Umweltschutz und Grünflächen, machte deutlich, dass für konkretere Aussagen erst die Planung in Auftrag gegeben werden müsse.

Als Kompromissvorschlag einigten sich die Fraktionen schließlich darauf, die Planung zu beauftragen, aber die Umsetzung erst zu einem späteren Zeitpunkt final zu entscheiden.

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