Do., 12.03.2020

Zentrale Anlaufstelle für Corona-Verdachtsfälle auf Kasernengelände in Paderborn Ab Montag wird hier getestet

Die Anlaufstelle für Corona-Verdachtsfälle ist in der früheren Kantine der ehemaligen Alanbrooke-Kaserne untergebracht. Die Zufahrt erfolgt über die Erzberger Straße. Am Donnerstag wurde die Anlaufstelle bei einer Pressekonferenz vorgestellt.

Die Anlaufstelle für Corona-Verdachtsfälle ist in der früheren Kantine der ehemaligen Alanbrooke-Kaserne untergebracht. Die Zufahrt erfolgt über die Erzberger Straße. Am Donnerstag wurde die Anlaufstelle bei einer Pressekonferenz vorgestellt. Foto: Jörn Hannemann

Von Matthias Band

Paderborn (WB). 16 Menschen im Kreis Paderborn sind mittlerweile mit dem Coronavirus infiziert. Neu sind zwei Fälle in Bad Wünnenberg, einer in Hövelhof und sechs in Paderborn. Um Arztpraxen und Krankenhäuser zu entlasten, richtet der Kreis in Zusammenarbeit mit der Stadt und der Kassenärztlichen Vereinigung eine zentrale Anlaufstelle für Corona-Verdachtsfälle ein. Ab Montag werden mögliche Infizierte in der früheren Kantine der ehemaligen Alanbrooke-Kaserne getestet.

 

Warum wird die Anlaufstelle eingerichtet?

Bislang wurden die Abstriche von Hausärzten genommen. Nun müssen diese keine Hausbesuche mehr machen und Infizierte können andere nicht mehr im Wartebereich anstecken. Zudem soll verhindert werden, dass jemand einfach so ein Krankenhaus aufsucht. „Die Anlaufstelle spart auch Ausrüstung, die nicht unendlich vorhanden ist“, erklärt Dr. Constanze Kuhnert, stellvertretende Leiterin des Gesundheitsamtes. Das System sei ressourcenschonender. In der Anlaufstelle trage ein Arzt einen Tag einen Schutzkittel, 30 Hausärzte müssten 30 Kittel tragen. Wenn die Zahl der Verdachtsfälle weiter zunehme, erlaube eine Anlaufstelle eine effizientere Abarbeitung der Fälle.

 

Wer sollte sich testen ­lassen?

Getestet wird nur bei begründeten Verdachtsfällen. Nach der Empfehlung des Robert-Koch-Instituts (RKI) ist der Verdacht auf eine Infektion begründet, wenn Personen Kontakt mit einem Infizierten und Symptome wie Husten, Schnupfen, Halsschmerzen oder Fieber haben oder sich krank fühlen. Einige Patienten klagen auch über Kopf- und Gliederschmerzen, Schüttelfrost, Übelkeit, Durchfall. Auch Personen, die aus Risikogebieten kommen und grippeähnliche Symptome aufweisen, sollten sich testen lassen.

Ab Montag werden hier mögliche Infizierte getestet. Foto: Jörn Hannemann

Kann jeder die Anlaufstelle besuchen?

„Nein!“, betont Kreisdirektor Dr. Ulrich Conradi. In der Anlaufstelle, die über die Erzberger Straße erreichbar ist, werde nur getestet, wer vom Hausarzt eine Überweisung und vom Gesundheitsamt einen Termin bekommen habe. „Ohne Termin keinen Test“, sagt Conradi. Konkret läuft das Verfahren so ab: „Der Patient ruft den Hausarzt an, der entscheidet und faxt gegebenenfalls eine Überweisung an das Gesundheitsamt und informiert den Patienten über die Telefonnummer im Gesundheitsamt. Dort werden die Termine koordiniert. Die Nummer halten wir bewusst geheim“, sagt Conradi.

 

Wie läuft der Test ab?

Hat man einen Termin erhalten und kommt in die Einrichtung, werden die Personaldaten erhoben. Dann entnimmt der Arzt eine Probe aus dem oberen oder tieferen Atemwegen – zum Beispiel aus Nasen-, Hals- oder Rachenbereich. Danach werden die Proben in ein Labor geschickt. Das Ganze dauert etwa zehn Minuten. „Nach einem Tag liegen die Ergebnisse vor“, sagt Kuhnert. Bei einem begründeten Verdacht wird für die Betroffenen eine häusliche Quarantäne angeordnet. Zudem werden Kontaktpersonen des Betroffenen ermittelt.

 

Was ist, wenn ich nicht zur Anlaufstelle fahren kann?

Immobile Menschen, können zuhause vom Arzt der Anlaufstelle aufgesucht werden. Dafür wurde ein Fahrdienst organisiert.

 

Gibt es genug Parkplätze?

„Es gibt ausreichend Parkplätze. Wir erwarten aber keine Autoschlangen“, sagt Bürgermeister ­Micheal Dreier. In einem gemeinsamen Kraftakt hätten Stadt, Kreis und Fachfirmen innerhalb von drei Tagen alles hergerichtet.

 

Wie wird das Virus über­tragen?

Das Coronavirus wird von Mensch zu Mensch übertragen, durch eine Tröpfcheninfektion, also beim Anhusten oder Ausniesen. Die Inkubationszeit beträgt bis zu 14 Tage. Dr. Kuhnert betont, dass eine Infizierung nicht lebensbedrohlich ist. „Wir versuchen das Geschehen einzugrenzen. Das wird aber nicht immer gelingen.“

 

Wen kann ich anrufen, wenn ich weitere Fragen habe?

Das Gesundheitsamt ist unter Telefon 05251/3083333 erreichbar. Die Anlaufstelle ist keine Notfallversorgung, daher ist sie an ­Wochenenden nicht geöffnet. Dann kann ein Arzt über den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117 erreicht werden.

Hier lesen Sie einen Überblick zu den neuesten Entwicklungen zum Corona-Geschehen.

Kommentare

don't Panic !

Das "Corona-Virus" ist ein Grippe-Virus, nicht mehr, auch nicht weniger. Ich verstehe die allgemeine Panik nicht! Hat man vor 2 Jahren, als mehr als 20.000 Menschen an der Grippe starben Schulen geschlossen, Veranstaltungen abgesagt? Jeder und Jede kann sich selbst und andere schützen durch verantwortungsvolles handeln. Es wird der Eindruck vermittelt, als wenn wir uns kurz vor dem Niedergang befinden - befremdlich! Die Menschheit hat ganz andere Sorgen...

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