In Bad Lippspringe erschwindelt sich falsches Corona-Opfer Lebensmittelspenden
36 „Pandemie“-Verstöße an drei Tagen

Paderborn (WB). Von Freitag bis Sonntagnacht hat die Polizei im Kreis Paderborn insgesamt 36 Einsätze absolviert, die im direkten Zusammenhang mit den Regelungen zur Eindämmung der Pandemie standen. Fünf Strafanzeigen wurden dabei aufgenommen. Insgesamt hatten die Ordnungshüter der Kreispolizeibehörde an den drei Tagen rund 430 Einsätze zu bewältigen.

Montag, 23.03.2020, 16:51 Uhr aktualisiert: 23.03.2020, 19:10 Uhr
Am Samstag fuhr die Polizei vermehrt Streife in der Paderborner Innenstadt. Foto: Jörn Hannemann
Am Samstag fuhr die Polizei vermehrt Streife in der Paderborner Innenstadt. Foto: Jörn Hannemann

22 Mal musste die Polizei wegen kleinerer Menschenansammlungen einschreiten, die Zeugen gemeldet hatten oder die von den Streifen festgestellt worden waren. Einige Gruppen hatten sich bereits aufgelöst, bevor die Polizei eintraf. Auf Sportplätzen, Spielplätzen und in Parks sprachen die Beamten Platzverweise aus, die umgehend befolgt wurden. In einem Fall handelte es sich um eine große Familie, die sich auch nach den neusten Regeln treffen darf. In einem weiteren Fall musste die Polizei ein Vereinstreffen in einem Vereinsgebäude auflösen und erstattete Strafanzeige wegen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz. Paderborns Bürgermeister Michael Dreier und Landrat Manfred Müller hatten vermehrte Kontrollen bereits angekündigt.

Einkaufshelfer war keiner

Weiterhin unterstützten die Einsatzkräfte das Ordnungsamt bei Kontrollen von Geschäften und Lokalen bezüglich der verkürzten Öffnungszeiten. In einem Kiosk, dessen Besitzer sich nicht daran gehalten hatte, waren noch gut ein Dutzend Kunden. Polizeibeamten fiel im Laden Marihuana-Geruch auf. Die Polizisten entdeckten eine geringe Menge des Rauschmittels und stellten die Drogen sicher. Gegen den Ladenbesitzer wird jetzt wegen Verdachts des illegalen Drogenhandels strafrechtlich ermittelt.

In Paderborn hatte ein 72-jähriger Mann am Donnerstag in einem Mehrfamilienhaus einen Zettel aufgehängt und um Hilfe beim Einkaufen gebeten. Ein Nachbar bot sich an, die Einkäufe zu erledigen. Er bekam 20 Euro. Der Senior wartet noch heute auf die bestellten Waren oder seinen Euroschein. Gegen den Nachbarn wird jetzt wegen Unterschlagung ermittelt.

Supermarktkunden geraten aneinander

Am Samstag gerieten eine Seniorin (76) und ein Mann (59) in einem Paderborner Supermarkt in Streit um den Sicherheitsabstand beim Einkaufen. Es kam zu Beleidigungen und die Polizei nahm deswegen eine Strafanzeige auf.

Auf Facebook postete eine Frau am Samstag, sie sei mit Corona infiziert und in häuslicher Quarantäne. Sie bat um Lebensmittel, die man vor ihrer Wohnungstür abstellen solle. Hilfebereite Facebook-Nutzer folgten der Bitte. Später stellte sich heraus, dass es sich um einen „Fake“ handelte. Ein Geschädigter, der einen Korb voll Lebensmittel gespendet hatte, erstattete Strafanzeige wegen Betruges.

Wirt verstößt gegen Auflagen

Seit Montag, 0 Uhr, gelten verschärfte Regelungen zur Eindämmung der Pandemie. Die Polizei ist gemeinsam mit den Ordnungsämtern im Einsatz, um die Verbote zu überwachen und bei Verstößen einzuschreiten. Bis Montagnachmittag fiel ein Lokal auf, in dem Gäste bewirtet wurden. Die Kunden mussten das Lokal verlassen. Gegen den Besitzer geht jetzt das Ordnungsamt vor.

Sämtliche neuen Regelungen samt Bußgeld- und Strafbestimmungen sind hier aufgeführt.

Das Gesundheitsamt des Kreises Paderborn stellt fortlaufend Informationen zum neuartigen Coronavirus hier ein.

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