Corona-Krise: Paderborner Flughafen befürchtet hohe Verluste und will Kurzarbeit beantragen
Keine touristischen Flüge mehr

Paderborn (WB/mba). Am Flughafen Paderborn/Lippstadt herrscht momentan Geisteratmosphäre. Wegen der Corona-Krise ist der touristische Flugverkehr in Büren-Ahden zum Erliegen gekommen.

Freitag, 27.03.2020, 08:41 Uhr aktualisiert: 27.03.2020, 08:44 Uhr
Wegen der Corona-Krise verzeichnet der Flughafen sehr hohe ­Erlösrückgänge. Foto: Jörn Hannemann
Wegen der Corona-Krise verzeichnet der Flughafen sehr hohe ­Erlösrückgänge. Foto: Jörn Hannemann

Wie Flughafen-Sprecher Stefan Hensel bestätigte, sind in den vergangenen Tagen die letzten Rückhol-Maschinen mit deutschen Touristen aus dem Ausland eingetroffen. Zwar ist der Flughafen noch regulär geöffnet, von diesem Freitag an gilt allerdings ein sogenanntes Betriebsregime. Das heißt, es gibt keinen normalen Flugverkehr mehr. Es können nur noch medizinische Flüge und Frachtflüge in Büren-Ahden landen, erläuterte der Flughafen-Sprecher – also Maschinen, die entweder Deutsche an Bord haben, die durch die Corona-Krise im Ausland gestrandet sind oder Maschinen mit Hilfsgütern. Um die Vorhaltekosten gering zu halten, muss der Flughafen die zu erwartenden Ankünfte mindestens vier Stunden im Voraus anmelden. Auch die Verbindung Paderborn - München war zuvor bereits gestrichen wirden.

200 Mitarbeiter betroffen

Infolge der Corona-Krise drohen dem Flughafen, wie berichtet, „extreme Erlösrückgänge“, wie Flughafen-Sprecher Stefan Hensel am Donnerstag erneut betonte – und damit weitere Millionenverluste. Die kommunalen Gesellschafter – darunter die Kreise Paderborn, Gütersloh, Höxter, Lippe sowie die Stadt Bielefeld – hatten gerade erst nach langem politischen Tauziehen eine Verdoppelung des Verlustausgleichs von bis zu fünf Millionen Euro pro Jahr beschlossen. 2019 sollte das Defizit – auch wegen Sondereffekten – bei 5,76 Millionen Euro liegen. In Erwartung einer Kostenübernahme der Flugsicherungskosten in Höhe von 1,5 Millionen Euro durch den Bund war für 2020 ein deutlich niedrigerer Fehlbetrag erwartet worden. Das dürfte nun hinfällig sein.

Für die etwa 200 Mitarbeiter will der Flughafen Kurzarbeit beantragen. Die genauen Auswirkungen der Corona-Krise seien noch nicht absehbar, sagte Hensel. Womöglich wird der Flughafen auf Staatshilfe angewiesen sein, um zu überleben. Im vergangenen Jahr war der Flughafen weiter in die Krise geraten. Mit 693.500 Passagieren bei 37.000 Flügen war die Zahl der Fluggäste so gering wie seit 1997 nicht mehr. In Spitzenzeiten – Anfang bis Mitte der 20o0er Jahre – nutzten pro Jahr mehr als 1,2 Millionen Passagiere den Flughafen.

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