Paderborner Erzbischof Becker über die besondere Kraft der Osterbotschaft in Zeiten von Corona
„Die ganze Wirklichkeit des Lebens“

Paderborn (WB). „Wir Christen müssen den Menschen die frohe Botschaft von Ostern als Botschaft der Hoffnung zusagen, die über die Schmerzen und die Gefährdungen dieser Wochen und Monate hinausverweist“, sagte Erzbischof Hans-Josef Becker in seiner Predigt am Ostersonntag.

Sonntag, 12.04.2020, 11:01 Uhr aktualisiert: 12.04.2020, 11:22 Uhr
Erzbischof Hans-Josef Becker feierte am Hochfest Ostern die heilige Messe am Ostersonntag in der Krypta des Hohen Domes. Foto: Erzbistum Paderborn
Erzbischof Hans-Josef Becker feierte am Hochfest Ostern die heilige Messe am Ostersonntag in der Krypta des Hohen Domes. Foto: Erzbistum Paderborn

Der Paderborner Erzbischof feierte die heilige Messe am Hochfest Ostern mit den Mitgliedern des Metropolitankapitels in der Krypta des Hohen Domes. Gläubige konnten den Gottesdienst wegen der Corona-Krise zwar nicht im Hohen Dom mitfeiern, aber via Live-Stream dabei sein.

In allen vier Evangelien werde deutlich, dass die Auferstehung Jesu schwer zu „fassen“ gewesen sei, sagte der Paderborner Oberhirte in seiner Predigt: „Die Jünger mussten durch alle Tiefen des Fragens und Zweifelns, der Skepsis und der Resignation hindurch. An diesem denkwürdigen Osterfest 2020 finden wir uns vielleicht darin wieder und fragen uns: Dürfen wir über den Tod hinaus hoffen?“

Der Tod ist nicht das Ende

Das Osterevangelium gebe darauf keine „einfache“ Antwort, fuhr Erzbischof Becker fort. In den biblischen Texten sei nirgends das Geschehen der Auferstehung selbst berichtet. „Es heißt dort: Der Tote ist erhöht, er ist verherrlicht, er ist nicht im Tod geblieben“, veranschaulichte Erzbischof Becker. „Das will uns sagen: Der am Kreuz Gestorbene tritt mit seinem Tod in die Sphäre Gottes ein. Er hat am Kreuz zwar den Tod, aber nicht das Ende gefunden. Auferstehung heißt dann: Beginn eines anderen, mit unseren Begriffen letztlich nicht fassbaren Lebens.“

Hoffnung in allen Widrigkeiten

Der Glaube an die Auferstehung Jesu eröffne gerade in der Corona-Krise eine Sicht auf die ganze Wirklichkeit des Lebens, erläuterte der Paderborner Erzbischof. Zwei zentrale Zusagen Jesu würden in diesem Kontext eine hoffnungsvolle Perspektive über alle Widrigkeiten des Lebens hinaus eröffnen: „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt“ und „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“.

Auferstehungsfreude heute sichtbar machen

Wie den Jüngern damals sei es Christen heute aufgetragen, in der Welt etwas sichtbar zu machen von der Freude, vom Leben und von der Hoffnung auf die Auferstehung. „Das ist unsere Sendung zu Ostern 2020“, bekräftigte Erzbischof Becker. „An uns allen liegt es, dass die Menschen unserer Tage nicht nur ein leeres Grab sehen und dass sie über die Frage nach dem Wie der Auferstehung die viel wichtigere Botschaft übersehen: Dass mit dem Tod ein neues, wenn auch mit unseren Begriffen nicht fassbares Leben beginnt.“

Mitten in der Vergänglichkeit des Lebens werde bereits das endgültige Leben geschenkt. „Eben deshalb dürfen diese Ostertage 2020 besonders zum Fest werden, und wir dürfen mit Recht unseren Glauben bekennen: Christ ist erstanden!“, sagte Erzbischof Hans-Josef Becker zum Abschluss seiner Predigt.

 

Kommentare

Tytoalba  schrieb: 13.04.2020 13:14
Muss man das verstehen?
Ich verkürze mal den ersten Satz auf das Wesentliche:
"Wir ... müssen den Menschen die... Botschaft ... als Botschaft ... zusagen, "

Abgesehen davon, dass sich mir der Sinn zumindest nicht leicht erfassen lässt - warum müssen selbsternannte "wir" etwas zusagen, das ja ansonsten den zugrundeliegenden Texte nicht entnehmbar zu sein scheint?

Sollte ich mal anfangen, irgendeines meiner Karl-May-Bücher ähnlich exegetisch zu behandeln?
1 Kommentare
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