Übergang gesperrt – Radfahrstreifen am Le-Mans-Wall und Liboriberg
Keine Autos mehr am Rosentor

Paderborn (WB/itz). Von August an müssen sich Autofahrer neu orientieren: Die Stadt Paderborn wird den Bahnübergang am Rosentor komplett für den Autoverkehr sperren. Wer vom Le-Mans-Wall oder Liboriberg in Richtung Kilian-/Leostraße fahren möchte, muss dann den Umweg über Borchener- oder Husener Straße machen. Hintergrund sind die langen Schließzeiten am Bahnübergang Rosentor, die im Alltag zu erheblichen Rückstaus führen, teilte das Straßen- und Brückenbauamt mit.

Dienstag, 14.04.2020, 03:14 Uhr aktualisiert: 14.04.2020, 05:00 Uhr
Radfahrer und Fußgänger werden auch künftig den Bahnübergang Rosentor queren können. Für Autofahrer bleibt die Zufahrt vermutlich von August an dauerhaft gesperrt. Foto: Ingo Schmitz
Radfahrer und Fußgänger werden auch künftig den Bahnübergang Rosentor queren können. Für Autofahrer bleibt die Zufahrt vermutlich von August an dauerhaft gesperrt. Foto: Ingo Schmitz

Schon im Innenstadtverkehrskonzept aus dem Jahr 2016 ist die Sperrung des Bahnübergangs vorgeschlagen worden. Eine Videoauswertung aus Oktober 2019 habe gezeigt, dass kaum Autofahrer den Weg nutzen. In den ausgewerteten Stunden zwischen 7 und 9 Uhr sowie 12 bis 15 Uhr und 18 bis 20 Uhr haben insgesamt 2257 Fußgänger und 646 Radfahrer den Übergang genutzt. In der gesamten Zeit waren es aber nur 121 Pkw, berichtet die Stadt. In der Spitzenstunde wurden 484 Fußgänger, 186 Radfahrer und 24 Kraftfahrzeuge gezählt. Trotzdem komme es hier immer wieder zu gefährlichen Wendemanövern von Autofahrern, denen die Wartezeit vor den Schranken zu lange dauere.

Erneuerung der Fahrbahndecke

Die Schließung des Übergangs für Autos bringe zudem den Vorteil mit, dass auf dem Liboriberg und dem Le-Mans-Wall nun Platz für Radfahrer geschaffen werden könne. Die aktuellen Flächen für Links- und Rechtsabbieger werden zu Radfahrstreifen umgenutzt. Dazu soll die Fahrbahn neue Markierungen erhalten.

Verbunden ist die Maßnahme mit einer vorherigen Erneuerung der Fahrbahndecke vom Le-Mans-Wall bis zur Liboristraße, teilt die Stadt mit. Diese ist für die Zeit nach Libori vorgesehen. Sollte das Stadtfest im Sommer trotz der Corona-Situation stattfinden können, würde es am Sonntag, 2. August, enden. Die Ausschreibung für die neue Fahrbahn soll jetzt erfolgen.

Einspurig von Bahnhofstraße in Le-Mans-Wall

Aktuell müssen sich Radfahrer den Zwei-Richtungs-Radweg zwischen Western- und Kasseler-Tor teilen. Solche Radwege seien aber besonders unfallträchtig, so die Stadt, „weil die übrigen Verkehrsteilnehmer nicht mit Radfahrern aus der vermeintlich falschen Richtung rechnen“. Obwohl es dann künftig einen Radfahrstreifen auf der Fahrbahn geben wird, wird es den Radlern weiterhin auch möglich sein, den schon jetzt vorhandenen Radweg weiterhin in beide Richtungen zu nutzen, heißt es weiter. Dies sei notwendig, um gewisse Wegebeziehungen zu ermöglichen.

Die Anbindung für Radfahrer, die von der Bahnhofstraße zum Kasseler Tor fahren, soll ebenso verbessert werden. Dafür wird der Autoverkehr künftig nur noch einspurig von der Bahnhofstraße in den Le-Mans-Wall geführt.

Zwei Meter Breite für Radfahrer

Auch in Richtung Kasseler Tor gibt es weitere Veränderungen: Kurz davor werden die Radler per Benutzungspflicht auf den gemeinsamen Geh- und Radweg geführt.

Die Stadt geht laut einer Untersuchung davon aus, dass durch die neuen Fahrradmarkierungen auch künftig der Autoverkehr ausreichend Platz haben wird. In 24 Stunden rollen in diesem Bereich des Inneren Rings bis zu 17.400 Kraftfahrzeuge über den Asphalt.

Künftig werden die Fahrspuren für die Pkw eine Breite von gut drei Metern haben. Der Radfahrstreifen wird zwei Meter breit.

Umgewöhnung für alle Verkehrsteilnehmer

Und es soll noch mehr für Radfahrer getan werden: Einige entlang des Liboribergs vorhandenen Parkplätze werden in Fahrradparkplätze umgewandelt. Auf bislang sieben Pkw-Stellflächen werden künftig 44 Fahrräder stehen können. Insgesamt verschwinden acht Pkw-Stellplätze – davon drei für Inhaber eines Anwohner-Ausweises. Der Rest wird derzeit mit Parkscheinen bewirtschaftet.

Die Paderborner Radwegplanerin Kirsten Schmidt geht davon aus, dass das Konzept für alle Verkehrsteilnehmer zunächst ungewohnt sein wird. „Sicherlich erreichen wir hierdurch aber einen höheren Komfort und mehr Sicherheit für Radfahrer“, erklärte sie.

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