Betreiber sehen Einrichtungen als Alternative zu stornierten Urlauben
Hoffen auf eine Freibadsaison

Paderborn (WB). Alle Sportstätten sind geschlossen. Welche Auswirkungen sind für Schwimmoper, Rolandsbad und Co. zu erwarten? Wird es in diesem Jahr eine Freibadsaison gegeben? Und wie hoch ist das finanzielle Defizit? Hier sind die Antworten rund um den Volkssport Schwimmen in Corona-Zeiten.

Samstag, 18.04.2020, 10:19 Uhr aktualisiert: 19.04.2020, 10:26 Uhr
Wann öffnen die Schwimmbäder wieder? Und wird es in diesem Jahr eine Freibadsaison geben? Wenn es nach Stefan Schumann von den Paderbädern geht, sollte das Rolandsbad (Foto) zu den Sommerferien öffnen. Foto: Jörn Hannemann (Archiv)
Wann öffnen die Schwimmbäder wieder? Und wird es in diesem Jahr eine Freibadsaison geben? Wenn es nach Stefan Schumann von den Paderbädern geht, sollte das Rolandsbad (Foto) zu den Sommerferien öffnen. Foto: Jörn Hannemann (Archiv)

Wie ist die aktuelle Situation?

Die Paderborner Bäder bleiben nach Aussage von Stefan Schumann, Betriebsleiter der Paderbäder, entsprechend den Vorgaben bis mindestens 3. Mai geschlossen. Das hat zur Folge, dass auch der Schwimmunterricht flachfällt. 50 Prozent der Schüler erhalten in diesem Schuljahr keinen Schwimmunterricht. Dies betrifft besonders die Grundschulen in der Nichtschwimmerausbildung. Auch Schwimmlernkurse, Gesundheitssportkurse und Babyschwimmen liegen auf dem Trockenen. Es entfällt die Nichtschwimmerausbildung sowie der Präventions- und Rehasport in den Vereinen. Und natürlich sind viele Badegäste betroffen, die regelmäßig ihre Bahnen ziehen. Bei den Kursen sollen gebuchte Stunden nachgeholt werden.

Was bedeutet die Schließungszeit für die Anlagen?

Die Hallenbäder befinden sich zurzeit im Stand-by-Betrieb. Die Wasseraufbereitung erfolgt mit minimaler Umwälzleistung, um eine Verkeimung zu verhindern und trotzdem den Chemikalieneinsatz auf ein Minimum zu reduzieren. Schwimmbecken werden nicht mehr aufgeheizt und die Lüftungsanlagen laufen unter Minimallast, um Schäden durch Schwitzwasserbildungen zu vermeiden. Technische Arbeiten zur Sicherstellung der Wasserqualität werden reduziert weiter ausgeführt.

Fördern Standzeiten die Legionellengefahr?

Um den gefährlichen Keimen im Wasser vorzubeugen, wird nach Angaben von Stefan Schuman wöchentlich eine Desinfektion der Warmwasserleitungen durchgeführt. Die Legionellenvorsorge ist allerdings ständiger Bestandteil der Reinigungs- und Hygienepläne.

Wird jetzt saniert? Wenn ja: Was und wo?

Die Anfangsphase der Schließzeit wurde für Reparatur-, Instandhaltungs- und Grundreinigungsarbeiten genutzt, die das eigene Personal erledigt hat. Größere Maßnahmen in Zusammenarbeit mit externen Firmen erfolgen während der Betriebsferien und können wegen der Liefertermine nicht vorgezogen werden.

Was ist mit dem Personal?

Ein Großteil des Paderbäder-Personals befindet sich in Kurzarbeit. Noch eingesetzte Mitarbeiter erledigen die notwendigen Arbeiten und Kontrollen in den geschlossenen Hallenbädern oder bereiten die Freibäder vor.

Kann es eine Freibadsaison geben?

„Wir hoffen, dass es mit Beginn der Sommerferien in NRW noch eine Freibadsaison geben wird und bereiten die Freibäder entsprechend darauf vor. Im Hinblick auf stornierte Urlaube und internationale Reiseverbote sehen wir in unseren Freibädern eine wichtige Alternative zur Freizeitbeschäftigung für Kinder und Familien“, stellt Schumann klar.

Unter welchen Bedingungen wäre ein Betrieb möglich?

Schwimmbäder in Deutschland unterliegen dem Infektionsschutzgesetz und dem Bundesseuchenschutzgesetz. Dieses bedeutet auch, dass eine Übertragung von Corona-Viren über das Beckenwasser ausgeschlossen ist, teilt Schuman dazu mit. „Unsere hygienischen Anforderungen sind hoch und das Risiko einer Ansteckung oder Verbreitung besteht in der Interaktion der Menschen untereinander. In unseren Bädern lassen sich Betriebsmodelle mit begrenztem Besuchereinlass, einem Einbahnstraßen-System in den Umkleiden und Duschen oder auch besuchergruppenabhängige Öffnungszeiten umsetzen.“ Bäder gehörten zur Gesundheitsvorsorge dazu, betont Schumann: „Wir fühlen uns unseren Badegästen und den Bürgern gegenüber verpflichtet und sind der Ansicht, dass auch eine verkürzte Freibadsaison dazu beitragen kann. Unabhängig davon bleibt der Gesundheitsschutz oberste Priorität; sowohl für unsere Badegäste als auch für unsere Mitarbeiter.

Was bedeutet die Schließung finanziell für die Stadt?

Derzeit belaufen sich die Einnahmeverluste auf 100 Prozent. Einen Ausgleich der fehlenden Einnahmen durch die Corona-Pandemie aufgrund höherer Besucherzahlen im weiteren Verlauf des Jahres 2020 wird nicht erwartet. Auf der anderen Seite ergeben sich Einsparungen bei Energie- und Personalkosten sowie beim Einsatz von Betriebsmitteln. Zum Defizit könne derzeit keine seriöse Aussage getroffen werden.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7374581?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198401%2F2512560%2F
FC Bayern überrollt Barça - Nach irrem 8:2 auf Endspielkurs
Der FC Bayern München hatte keine Mühe mit dem FC Barcelona und erreichte locker das Halbfinale.
Nachrichten-Ticker