Geschäftsführung setzt sich mit Gewerkschaft an einen Tisch
MZG bietet rückwirkende Ausbildungsvergütung an

Bad Lippspringe (WB/itz). Bei den Verhandlungen um die Zahlung von Ausbildungsvergütungen für die Schüler des Lippe-Instituts scheint sich eine Lösung abzuzeichnen. Wie das Medizinische Zentrum für Gesundheit (MZG) in Bad Lippspringe am Dienstag mitteilte, werde jetzt jedem der 150 Schüler die Ausbildungsvergütung rückwirkend zum 1. Januar 2020 angeboten.

Dienstag, 21.04.2020, 19:47 Uhr aktualisiert: 21.04.2020, 19:50 Uhr
Das Medizinische Zentrum für Gesundheit in Bad Lippspringe. Foto: Jörn Hannemann
Das Medizinische Zentrum für Gesundheit in Bad Lippspringe. Foto: Jörn Hannemann

Wer sich dafür entscheide, werde mit der nächsten Lohnabrechnung die entsprechende Auszahlung von mehr als 4000 Euro erhalten, teilte die MZG-Geschäftsführung mit.

Anfang März hatte eine betroffene Schülerin dieser Zeitung berichtet, dass die Schüler weiterhin Schulgeld zahlen müssten, anstatt eine Ausbildungsvergütung zu bekommen. Anstatt etwa 1000 Euro monatlich im ersten Jahr zu erhalten, müssten die Schüler 95 Euro Schulgeld pro Monat zahlen – sogar dann, wenn mehrwöchige Praktika absolviert und in den Kliniken mitgearbeitet werde.

„Keine weitere Zeit verlieren“

Das MZG betonte am Dienstag, dass alle Schüler im Lippe-Institut zukünftig eine Ausbildungsvergütung bekommen sollen. Zwar habe die Gewerkschaft „nach langem Zögern“ einen Termin für Tarifverhandlungen zur Ausbildung am 28. April bestätigt, doch die Geschäftsführung verfolge parallel weiter den eingeschlagenen Weg, sich mit den Schülern zu einigen. „Wir freuen uns, dass wir mit der Gewerkschaft nun an den Verhandlungstisch kommen. Unabhängig davon bieten wir jedem Schüler schon jetzt eine Ausbildungsvergütung rückwirkend zum 1. Januar 2020 an. Wir wollen in dieser Sache im Interesse unserer Auszubildenden keine weitere Zeit verlieren“, heißt es in der Stellungnahme von MZG-Geschäftsführer Achim Schäfer. Wie berichtet, hatte das Zentrum für Gesundheit für die Beschäftigten schon vor Monaten Lohnerhöhungen in Aussicht gestellt. Dazu kam es aber zunächst nicht, weil Gespräche mit der Gewerkschaft nicht zustande kamen.

Mit dem Angebot für individuelle Vereinbarungen habe das MZG schon „sehr gute Erfahrungen“ gemacht, heißt es vor diesem Hintergrund. Vor einigen Wochen erhielten demnach alle Pflegekräfte des MZG, die im Umfeld der Corona-Pandemie besonders gefordert sind, ein Angebot zur Erhöhung ihrer Vergütung auf das Niveau des Tarifs für den öffentlichen Dienst (TvÖD).

„Mehr als 95 Prozent haben das Angebot angenommen“

„Mehr als 95 Prozent der Pflegekräfte haben dieses Angebot angenommen. Das bestärkt uns darin, parallel zu den Verhandlungen mit der Gewerkschaft im Sinne unserer Beschäftigten aktiv zu bleiben“, wird Achim Schäfer in der Mitteilung zitiert. Dass so viele Beschäftigten unterschrieben hätten, sei ein großer Erfolg.

Auch die Schüler sollen nun profitieren. Rückwirkend zum Jahresanfang 2020 erhalte jeder eine Ausbildungsvergütung von mindestens 1000 Euro pro Monat. „Wir möchten die Besten in unserer Schule haben und sind dafür auch bereit, die Ausbildung zu entlohnen“, macht Schäfer klar. Keineswegs sei die Zahlung einer Vergütung selbstverständlich, betont er weiter und verweist auf eine neu gegründete Physiotherapie-Schule in Paderborn, die nach seinen Worten keine Ausbildungsvergütung zahle.

Bürgermeister Andreas Bee unterstützt die Initiative der Geschäftsführung. „In den vergangenen Tagen habe ich Gespräche mit Schülern aus Bad Lippspringe geführt, die sich eine Entlohnung sehr wünschen. Wir setzen alles daran, eine gute Lösung für die Auszubildenden zu finden. Deswegen gehen wir parallel zu den Gesprächen mit der Gewerkschaft auch in den direkten Dialog.“

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