Öffentliche Gottesdienste ab Mai wieder erlaubt – Erzbistum Paderborn reagiert
Neues Leben in den Kirchen

Düsseldorf/Paderborn (WB). Auch in Ostwestfalen-Lippe bereiten sich die Kirchengemeinden darauf vor, vom 1. Mai an wieder öffentliche Gottesdienste zu feiern. Das Erzbistum erließ dazu bereits entsprechenden Rahmenbedingungen.

Samstag, 25.04.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 25.04.2020, 08:40 Uhr
Symbolbild. Foto: dpa
Symbolbild. Foto: dpa

„Gottesdienste können ja nun nicht einfach gefeiert werden wie vor der Corona-Pandemie“, sagte Personaldezernent Andreas Kurte. „Es bedarf Einiges an Vorbereitung und Organisation, damit wir für den Tag der Lockerung der derzeitigen Einschränkungen gerüstet sind.“ Ganz unerwartet sei die Ankündigung von NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet am Donnerstag nicht gekommen. Regelmäßig seien die NRW-Bistümer mit der Landesregierung im Gespräch, weshalb die einzelnen Rahmenbedingungen, die für die jeweilige Diözese gelten, auch nahezu gleich sind.

„Da wir sehr unterschiedliche Kirchenräume haben, können wir keine einheitliche Zahl für das gesamte Erzbistum festlegen“, sagte Kurte. Für den Fall, dass mehr Menschen an den Gottesdiensten teilnehmen wollen als zugelassen, habe der überall vorgesehene „Ordnungsdienst“ die „undankbare Aufgabe“, den Zugang zu beschränken. „Da wäre mein Wunsch, dass dieser einzurichtende Ordnungsdienst dann darüber Bescheid weiß, wo andere Gottesdienste stattfinden, damit er die sicherlich enttäuschten Menschen über Alternativen informieren kann.“

Die Entscheidung, ob in der Kirche eine Maske getragen wird, treffe jeder selbst. „Als Zelebrant mit einer Maske am Altar zu stehen, kann ich mir persönlich nicht vorstellen“, sagte Kurte.

Die Evangelische Kirche von Westfalen sieht ihre „behutsame Linie“ bestätigt: „Ab 3. Mai können Gottesdienste mit versammelter Gemeinde wieder stattfinden, wenn die notwendigen Hygienemaßnahmen verbindlich eingehalten werden“, sagte Sprecher Andreas Duderstedt dem Evangelischen Pressedienst. Die Kirchenkreise und Gemeinden müssten entscheiden, ob sie dann bereits verantwortlich zum Gottesdienst einladen könnten. „Dabei ist der Schutz des Nächsten das entscheidende Kriterium.“

Für die Lippische Landeskirche kündigte Landessuperintendent Dietmar Arends an, auf der Basis verbindlicher Hygiene- und Organisationsregeln müssten die Gemeinden nun ein örtliches Schutzkonzept erstellen. „Wo dies möglich ist, können die Gottesdienste ab dem 3. Mai wieder aufgenommen werden, mancherorts wird das sinnvollerweise auch erst später der Fall sein“, erklärte Arends.

Der Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Westfalen-Lippe nannte es ein positives Zeichen, „das hohe Gut der freien Religionsausübung wieder möglich zu machen“. Die Gemeinden könnten selbst entscheiden, ob und unter welchen Bedingungen sie Gottesdienste wieder aufnehmen.

Auch der Verband der Islamischen Kulturzentren begrüßte das Signal der Landesregierung. „Als eine bundesweit agierende islamische Religionsgemeinschaft wollen wir jedoch noch die Gespräche der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten zum Ende diesen Monats abwarten“, erklärte Sprecher Erol Pürlü. „Danach kann eine vorsichtige und stufenweise Öffnung der Moscheen möglich werden.“

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