Paderborns Citymanager Heiko Appelbaum zieht an Tag 1 ein positives Fazit
Maskenpflicht wird eingehalten

Paderborn (WB). Beim Shoppen verhalten sich die Paderborner noch zurückhaltend, aber wer in die Innenstadt kommt, hält sich in der Regel an die Maskenpflicht. Gleichzeitig unternehmen die Händler alles, um die Kunden zufriedenzustellen. Dieses Fazit zog am Montag der Citymanager Heiko Appelbaum. Als die Geschäfte um 10 Uhr öffneten, zogen er und der Vorsitzende der Werbegemeinschaft, Uwe Seibel, los, um zu sehen, ob am ersten Tag mit Maskenpflicht beim Einkaufen alles reibungslos läuft.

Dienstag, 28.04.2020, 07:55 Uhr aktualisiert: 28.04.2020, 11:12 Uhr
Ein Anblick, an den man sich noch gewöhnen muss: Viele Besucher der Innenstadt tragen außerhalb der Geschäfte Masken. Das Kaufverhalten ist aber noch zurückhaltend. Foto: Oliver Schwabe
Ein Anblick, an den man sich noch gewöhnen muss: Viele Besucher der Innenstadt tragen außerhalb der Geschäfte Masken. Das Kaufverhalten ist aber noch zurückhaltend. Foto: Oliver Schwabe

„Der Eindruck ist durchaus positiv“, sagte Heiko Appelbaum dem WESTFÄLISCHEN VOLKSBLATT: „Die Maskenpflicht wird ernst genommen, alle haben sich auf die Situation vorbereitet, und auf beiden Seiten herrscht Verständnis für die speziellen Erfordernisse.“ Der Citymanager sprach von „einer gelösten Stimmung“ in der Innenstadt.

Der Eindruck ist durchaus positiv.

Heiko Appelbaum

Erstmals konnten größere Häuser wie Klingenthal, Galeria Karstadt Kaufhof oder Saturn wieder öffnen, aber nur auf einer Fläche von 800 Quadratmeter. Im Modehaus Klingenthal war nur eine Ebene zugänglich – die mit Bekleidung für Frauen. Appelbaum attestierte den Mitarbeitern vorbildlichen Service. Damit Männer, die zum Beispiel eine neue Hose suchten, nicht unverrichteter Dinge wieder gehen mussten, hätten die Mitarbeiter ihnen angeboten, Hosen aus der Männerabteilung zum Anprobieren zu holen.

Padersprinter zufrieden

Auch die Verantwortlichen des Stadtbusverkehr-Betreibers Padersprinter haben ein erstes positives Fazit gezogen: „Als vorsichtige Momentaufnahme können wir sagen, dass wir mit unserer Annahme, dass wir in Sachen Maskenpflicht gut mit unseren Fahrgästen zusammenarbeiten werden, bisher richtig lagen und mit dem ersten Tag der Mundschutzpflicht sehr zufrieden sind.“ Und weiter heißt es: „So halten sich so gut wie alle Fahrgäste in unseren Bussen an das Tragen einer entsprechenden Mund- und Nasenbedeckung und auch im Bereich der Haltestellen werden seit heute vermehrt Schutzmasken von den Fahrgästen getragen.“

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Wie berichtet, hatte der Chef des Modehauses, Ferdinand Klingenthal, die ursprüngliche Entscheidung heftig kritisiert, dass Läden mit mehr als 800 Quadratmeter Verkaufsfläche gar nicht öffnen durften. In Form einer spektakulären Plakataktion hatte er die aus seiner Sicht „krasse Ausgrenzung“ angeprangert und vor dem Ende eines Traditionsunternehmens und dem Verlust von 500 Arbeitsplätzen gewarnt. Die geforderten Hygienevorschriften und den Sicherheitsabstand von 1,50 Meter könnten auch größere Läden sicherstellen.

Die Geschäftsleute hätten sowohl kontrolliert, dass nicht zu viele Menschen gleichzeitig im Laden sind, als auch, dass die Kunden eine Maske tragen, beobachtete Citymanager Appelbaum. Um den Überblick zu bewahren, sei im Modehaus Klingenthal an jeden Kunden ein hölzerner Ring ausgegeben und nach der Rückgabe desinfiziert worden.

Keine langen Warteschlangen

Längere Warteschlangen vor großen Kaufhäusern, wie von der Politik als Beschleuniger für Infektionen mit dem Coronavirus befürchtet, bildeten sich am Vormittag in der Westernstraße nicht. „Ich glaube, die Zurückhaltung der Menschen ist noch groß, sie müssen sich an die Maskenpflicht erst noch gewöhnen“, sagte Heiko Appelbaum. Er sprach von „einem Herantasten beider Seiten“ inmitten der von Verunsicherung geprägten Corona-Krise. Gleichzeitig betonte er, 800 Quadratmeter Verkaufsfläche seien nicht viel, wie an Beispielen wie Galeria Karstadt Kaufhof deutlich werde. Trotzdem hätten die Geschäftsleute die über die Obergrenze hinausgehenden Bereiche „vorbildlich abgesperrt“. Bei den Händlern überwiege die Freude, dass eine Öffnung in dieser schwierigen Zeit wieder möglich ist.

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