Versorgung mit Medikamenten wird im Kreis Paderborn schneller und flexibler
Keine unnötigen Wege

Paderborn (WB). Blutdruckmedikamente, Schmerzmittel, Antidepressiva – die Liste der häufig nicht lieferbaren Medikamente ist schon vor der Corona-Krise lang gewesen. Häufig mussten die Apotheker im Kreis Paderborn ihre Kunden dann für ein neues Rezept zurück zum Arzt schicken und sie bitten, danach ein zweites Mal in die Apotheke zu kommen.

Dienstag, 28.04.2020, 08:19 Uhr aktualisiert: 28.04.2020, 09:30 Uhr
Seit der vergangenen Woche können die Apotheken ihre Patienten nun schneller und einfacher mit wichtigen Arzneimitteln versorgen. Dafür sorgen mehrere für die Zeit der Corona-Krise getroffene Neuregelungen. Foto:
Seit der vergangenen Woche können die Apotheken ihre Patienten nun schneller und einfacher mit wichtigen Arzneimitteln versorgen. Dafür sorgen mehrere für die Zeit der Corona-Krise getroffene Neuregelungen.

„Schon in Zeiten vor Corona ist das für alle Beteiligten ärgerlich und aufwendig gewesen. Jetzt aber birgt jeder weitere Gang die Gefahr, das Corona-Virus zu verbreiten oder sich anzustecken“, sagt Apotheker Dr. Philipp Hoffmann, Sprecher der Apothekerschaft im Kreis Paderborn.

Seit vergangener Woche können die Apotheken ihre Patienten nun schneller und einfacher mit wichtigen Arzneimitteln versorgen. Dafür sorgen mehrere für die Zeit der Corona-Krise getroffene Neuregelungen. Bei Lieferengpässen kann die Apotheke leichter Alternativpräparate abgeben, ohne dass den Patienten dabei Mehrkosten entstehen.

Mehr Handlungsfreiheit

„Die Ausnahmeregelungen geben uns mehr Handlungsfreiheit. Wir können auch bei Lieferengpässen viele Patienten direkt versorgen, die sonst noch mal in die Apotheke kommen müssten“, sagt Hoffmann.

Von nun an können Patienten bei Lieferengpässen von Rabattarzneimitteln ein vorrätiges, wirkstoffgleiches Alternativmedikament sofort bei Vorlage des Rezeptes in der Apotheke erhalten. Die vom Bundesgesundheitsministerium am Dienstag erlassene Arzneimittelversorgungsverordnung ermöglicht auch einen erweiterten Austausch: Nach Rücksprache mit dem Arzt kann nicht nur ein wirkstoffgleiches, sondern auch ein ähnliches Arzneimittel abgegeben werden – also eines, das mit einem anderen Wirkstoff eine vergleichbare Wirkung erzielt.

Medikamente bis zur Haustür

Um Risikopatienten vor dem Coronavirus zu schützen, bringen die Apothekenmitarbeiter ihnen die Medikamente gegebenenfalls sogar bis nach Hause. Zum Beispiel telefonisch wird dann erklärt, wie das Medikament eingenommen wird und worauf zu achten ist.

„Das Personal der Apotheke vor Ort verstärkt in Zeiten von Corona die Betreuung vor allem von chronisch kranken und älteren Patienten bis an die Haustür, weil diese Bevölkerungsgruppe weiterhin eines besonderen Schutzes vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus bedarf“, betont Dr. Hoffmann.

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