St.-Vincenz- und St.-Josefs-Krankenhaus erhalten viele Spenden
Krankenhäuser sagen „Danke“

Paderborn/Salzkotten (WB/itz). Ein Spendenaufruf der St.-Vincenz-Krankenhaus GmbH in der Corona-Krise hat für zahlreiche positive Rückmeldungen gesorgt. Allerdings gab es auch eine Panne: Der Spendenbrief ist unter anderem auch an langjährig verstorbene Patienten verschickt worden. Für diesen bedauerlichen Fehler hat sich das Unternehmen jetzt ausdrücklich entschuldigt.

Donnerstag, 30.04.2020, 10:00 Uhr
Sind überwältigt von der großen Unterstützung aus der Bevölkerung: Geschäftsführerin Sr. Bernadette M. Putz (Mitte), Sr. M. Katharina Mock (Generaloberin der Vincentinerinnen, links) und Dr. Josef Düllings, Hauptgeschäftsführer der St.-Vincenz-Krankenhaus GmbH. Foto:
Sind überwältigt von der großen Unterstützung aus der Bevölkerung: Geschäftsführerin Sr. Bernadette M. Putz (Mitte), Sr. M. Katharina Mock (Generaloberin der Vincentinerinnen, links) und Dr. Josef Düllings, Hauptgeschäftsführer der St.-Vincenz-Krankenhaus GmbH.

Das St.-Vincenz-Krankenhaus in Paderborn sowie das St.-Josefs-Krankenhaus in Salzkotten seien berechtigt, Spenden zu erhalten und den Spendern entsprechende Quittungen auszustellen, teilte am Mittwoch Annekathrin Kronsbein, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit, auf Anfrage mit. Auch in der Vergangenheit seien Spenden zum Beispiel für die Kinderklinik erbeten worden. In der Corona-Krise habe man nun erneut um kleine Spenden gebeten, um die zu erwartende Finanzierungslücke zum Beispiel für neu eingerichtete Intensivbetten mit Beatmungsplätzen zu verkleinern.

Blumen, Schokolade, Kaffee, Frühstücksgutscheine

„Wir haben viele Anfragen von Menschen erhalten, die in der Corona-Krise etwas Gutes für unser Krankenhaus tun wollten“, blickt Sr. Bernadette M. Putz, Geschäftsführerin der St.-Vincenz-Krankenhaus GmbH, auf die vergangenen Wochen zurück. So gab es unter anderem für Mitarbeiter Blumen, Schokolade, Kaffee, Frühstücksgutscheine und vieles mehr.

Aufgrund der Hilfsbereitschaft habe man sich dazu entschieden, einen Spendenbrief zu verschicken, denn trotz des von Bund und Ländern vorgesehenen Schutzschirms von zehn Milliarden Euro für die Krankenhäuser, sei diese Summe nicht ausreichend, um den Ausfall von Operationen auszugleichen und corona-bedingten Mehrkosten abzudecken, erklärt Hauptgeschäftsführer Dr. Josef Düllings. „Ähnlich sieht es mit der Förderung zusätzlicher Intensivbetten aus. Für jeden zusätzlichen Intensivplatz inklusive Beatmungsvorrichtung erhalten Krankenhäuser eine Pauschale von 50.000 Euro. Im St.- Vincenz-Krankenhaus haben wir sechs zusätzliche Intensivplätze eingerichtet, im St.-Josefs-Krankenhaus Salzkotten sollen es sogar zehn werden. Jeder dieser Plätze kostet etwa 136.000 Euro. Nicht einmal die Hälfte der Kosten für diese wichtige Maßnahme sind also gegenfinanziert“, argumentiert Düllings. Man erwarte eine erhebliche finanzielle Lücke.

Die Reaktionen sind überwältigend.

Sr. Bernadette M. Putz

„Die Reaktionen auf unseren Spendenbrief sind überwältigend“, zeigt sich Sr. Bernadette tief bewegt. „Allein an der ersten drei Tagen sind bei uns 275 Spenden in einer beeindruckenden Höhe eingegangen.“ Inzwischen habe man 400 Einzelspenden bekommen. Die Summe wolle man jedoch nicht nennen. „Wir sind für jede noch so kleine Spende dankbar“, betont auch Sr. Katharina Mock, Generaloberin der Barmherzigen Schwestern, die die Aktion seitens des Krankenhausträgers unterstützt. Nicht jeder könne gleich viel geben, viele Menschen hätten derzeit selber finanzielle Probleme.

Überhaupt sei der Spendenaufruf lediglich eine Einladung, gemeinsam etwas gegen Corona zu tun. „Niemand muss darauf reagieren“, betont sie. Wertungen als „Bettelbrief“ kann sie insofern nicht nachvollziehen. Schließlich sei man als Krankenhaus nicht vorrangig ein Wirtschaftsbetrieb, sondern vor allem eine gemeinnützige Organisation.

Das ist ein Fehler, der nicht hätte passieren dürfen.

Annekathrin Kronsbein

Dass Angehörige von Verstorbenen verärgert seien über das Anschreiben, dafür habe man vollstes Verständnis. „Das ist ein Fehler, der nicht hätte passieren dürfen“, entschuldigte sich Kronsbein.

Wer sich an der Spendenaktion beteiligen möchte, kann dies unter folgendem Spendenkonto tun: Bank für Kirche und Caritas, IBAN DE23 4726 0307 0011 1229 01, Verwendungszweck: Hier muss die Anschrift eingefügt werden, damit das Krankenhaus eine Spendenquittung zusenden kann.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7390430?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198401%2F2512560%2F
Entscheidung zwischen Laschet und Söder - Frist läuft ab
Markus Söder (r), Ministerpräsident von Bayern und CSU-Vorsitzender, und Armin Laschet, CDU-Bundesvorsitzender und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, kommen zu einer Pressekonferenz.
Nachrichten-Ticker