21-Jähriger Erpresser wirft Betonplatte von Autobahnbrücke
Steinwurf gestanden

Paderborn/Geseke (WB/ef). Der 21-jährige Steinewerfer und mutmaßliche Erpresser hat seine Tat gestanden. Das teilte am Freitag Oberstaatsanwalt Ralf Meyer in Paderborn auf Anfrage mit.

Samstag, 16.05.2020, 04:26 Uhr aktualisiert: 16.05.2020, 05:02 Uhr
Dieser Mercedes Sprinter wurde schwer beschädigt, als eine von einer Brücke geworfene Betonplatte die Frontscheibe durchschlug und auf dem leeren Beifahrersitz landete. Foto: Polizei
Dieser Mercedes Sprinter wurde schwer beschädigt, als eine von einer Brücke geworfene Betonplatte die Frontscheibe durchschlug und auf dem leeren Beifahrersitz landete. Foto: Polizei

Der junge Mann hatte am 28. April auf der A44 zwischen Anröchte und Geseke e ine Betonplatte von einer Brücke auf einen Mercedes Sprinter geworfen. Das schwere Geschoss durchschlug die Windschutzscheibe und landete in Höhe des unbesetzten Beifahrersitzes. Wie durch ein Wunder kam die 25-jährige Fahrerin des Sprinter nur mit einem Schock davon.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Täter, der in einer ersten Vernehmung angab, selbstständig zu sein, versuchten Mord vor. In zwei weiteren Fällen wurden am 4. und 5. Mai Steine auf der L776 – dem Zubringer zum Flughafen Paderborn-Lippstadt – und auf der A33 bei Hövelhof gefunden. Zu größeren Schäden sei es hier nicht gekommen.

Motiv nicht offiziell bekannt

Noch unklar sei, ob sie ebenfalls auf die Fahrbahn geworfen oder dort nur abgelegt wurden, was theoretisch möglich sei, sagte Meyer. Weitere neue Erkenntnisse dazu gebe es derzeit nicht. Auch zum Motiv wurde bislang nichts veröffentlicht.

Mit seinen Steinwürfen hat der junge Mann versucht, den Autohersteller Daimler zu erpressen. Er forderte von Daimler eine sechsstellige Summe. Andernfalls werde er weitere Mercedes-Fahrzeuge attackieren.

Dass die Polizei den Erpresser und Steinewerfer ermitteln und festnehmen konnte, ist Ergebnis eines mehrwöchigen Großeinsatzes mit mehr als 100 Mitarbeitern. Dabei hatten sich die Beamten besonders auf Straßenüberführungen als mögliche weitere Tatorte konzentriert.

Der 21-Jährige sei bisher polizeilich nicht aufgefallen, heißt es.

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