Sa., 23.05.2020

Corona-Behandlungszentrum im Ahorn-Sportpark geschlossen „Kehren in Normalmodus zurück“

Im Ahorn-Sportpark in Paderborn werden keine Corona-Patienten mehr behandelt.

Im Ahorn-Sportpark in Paderborn werden keine Corona-Patienten mehr behandelt.

Paderborn (WB). Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) hat das Corona-Behandlungszentrum im Ahorn-Sportpark in Paderborn am Freitag, 22. Mai, geschlossen. Von sofort an werden dort keine Patienten mehr behandelt.

Die Einrichtung war von der KVWL mit organisatorischer Unterstützung des Kreises Paderborn an den Start gegangen, um die niedergelassenen Hausärzte in der ersten Phase der Corona-Pandemie zu entlasten und Schutzmaterial einzusparen. Mittlerweile sei auch in der Krise so etwas wie Normalität eingetreten, begründet der Kreis Paderborn die Schließung der provisorischen Einrichtung. Zuletzt seien dort gerade mal zehn Patienten pro Tag behandelt worden. „Wir bedanken uns sehr herzlich für die großzügige Gastfreundschaft und großartige Unterstützung bei der Heinz-Nixdorf-Stiftung und dem Geschäftsführer des Sportparks, Ralf Pahlsmeier“, betonen Landrat Manfred Müller und Dr. Ulrich Polenz, Leiter der Bezirksstelle der KVWL Paderborn.

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„Die Arztpraxen sind gut aufgestellt. Schieben Sie keine Untersuchungen auf. Gehen Sie zum Arzt.“

Dr. Ulrich Polenz

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Seit dem 6. April waren im Ambulanten Behandlungszentrum im Ahorn-Sportpark mit Covid-19-Infizierte und Corona-Verdachtsfälle nach Überweisung durch ihren Hausarzt behandelt worden. „Anfang April konnte niemand voraussagen, wie sich die Infektionszahlen in Deutschland entwickeln würden. Uns war es daher wichtig, für eine potentielle Verschärfung der Situation vorbereitet zu sein und eine Überlastung unseres Gesundheitssystems frühzeitig entgegenzuwirken“, sagt der Landrat. „Die Arztpraxen verfügen mittlerweile über genügend Schutzausrüstung. Die Hausärzte behandeln Patienten mit einer möglichen Covid-19-Infektion wieder selbst“, erläutert Polenz die veränderten Rahmenbedingungen. Am Anfang der Pandemie war insbesondere Risikopatienten, also Menschen mit Vorerkrankungen oder Älteren, empfohlen worden, ihren Arztbesuch möglichst aufzuschieben. „Wir kehren in den Normalmodus zurück. Die Arztpraxen sind gut aufgestellt. Schieben Sie keine Untersuchungen auf. Gehen Sie zum Arzt“, appelliert Polenz.

Teststelle in der Erzbergstelle wird voraussichtlich Ende Mai schließen

Die Anlaufstelle für Corona-Verdachtsfälle zur Testung in der Erzbergstraße in Paderborn wird voraussichtlich Ende Mai schließen. Auch diese Einrichtung der KVWL mit Unterstützung von Kreis und Stadt Paderborn diente dazu, Hausarztpraxen und Krankenhäuser wirksam zu entlasten. Sollten die Zahlen wieder nach oben gehen, „können wir die ergänzenden Strukturen dank der bewährten Zusammenarbeit wieder schnell nach oben fahren“, bekräftigt der Landrat.

Für diesen Fall sieht die Bundesregierung einen Notfallmechanismus vor. Dann müssten auf regionaler Ebene die Maßnahmen wieder verschärft werden. Dieser Notfallmechanismus tritt ein, wenn die Obergrenze von 50 Neuinfektionen pro 100000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage überschritten wird. Für den Kreis Paderborn mit seinen 306.890 Einwohnern würde der Grenzwert von 50 bei einer Zahl von 154 Neuinfizierungen binnen sieben Tagen erreicht. In diesem Zeitraum wurden zuletzt 18 Neuinfektionen bestätigt. Der Kreis Paderborn liegt also deutlich unter dem kritischen Schwellenwert.

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