Sa., 23.05.2020

Paderborner Rolandsbad und Waldbad öffnen unter strengen Auflagen „Es ist ein Experiment“

Die Hinweisschilder sind montiert: Das Paderbäder-Team hat alles für den Start am Montag vorbereitet. Von links: Stefan Schumann, Wolfgang Walter und Hubert Stork.

Die Hinweisschilder sind montiert: Das Paderbäder-Team hat alles für den Start am Montag vorbereitet. Von links: Stefan Schumann, Wolfgang Walter und Hubert Stork. Foto: Oliver Schwabe

Von Ingo Schmitz

Paderborn (WB). Passend zu den warmen Temperaturen soll nun das geschehen, was vor wenigen Wochen viele Paderborner noch für unmöglich gehalten haben: Im Rolandsbad und im Waldbad Schloß Neuhaus wird am Montag, 25. Mai, angeschwommen. Die Gäste müssen sich auf einige Veränderungen einstellen. „Es ist ein Experiment“, machte am Freitag Dezernent Wolfgang Walter deutlich. Man werde nun Erfahrungen sammeln.

Absperrgitter, Flatterband, Hinweisschilder, Sicherheitskräfte: In den vergangenen Tagen hat sich einiges getan, um das Rolandsbad fit für die Besucher zu machen. Im Prinzip fängt der Besuch im Bad schon zu Hause mit den Vorbereitungen an: Dort sollte man schon mal das Besucherformular ausfüllen, mit dem der zeitliche Aufenthalt registriert wird. Und: Kinder unter zwölf Jahren kommen nur in Begleitung eines Erwachsenen ins Bad – vor Corona war bei sieben Jahren die Untergrenze. „Das hat mit den Hygieneauflagen zu tun. Wir können unter den Corona-Bedingungen leider nicht für jede Besuchergruppe eine Lösung finden“, bedauert Betriebsleiter Stefan Schumann.

Antonia Schmidt zeigt eine von zehn mobilen Umkleiden. Foto: Oliver Schwabe

Für besonders heiße Tage, an denen in der Vergangenheit bis zu 5500 Gäste kamen, sind spezielle Wartebereiche auf einer Wiese vor dem Bad eingerichtet worden. Wie im Freizeitpark muss bei großen Besucherzahlen hier unter Einhaltung der Abstandsregeln gewartet werden, bis sich die Pforten öffnen. Denn: Maximal 750 Badegäste dürfen zeitgleich ins Rolandsbad, im Waldbad sind es maximal 500. Neu sind auch die Öffnungszeiten, die in zwei Blöcke aufgeteilt worden sind: In der täglichen Pause zwischen 12 und 14 Uhr müssen alle Badegäste die Einrichtung verlassen, damit vor dem neuen Andrang am Nachmittag alles gereinigt und desinfiziert werden kann.

Das sind die Regeln

Täglich zwei Öffnungszeiten: montags bis freitags ab 6 Uhr (samstags ab 7 Uhr, sonn- und feiertags ab 8 Uhr) bis 12 Uhr. Am Nachmittag ist der Betrieb von 14 bis 20 Uhr. Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung bei Betreten und Verlassen des Bades sowie beim Gang zur Toilette und am Kiosk. Personen mit Erkältungssymptomen haben keinen Zutritt. Händedesinfektion, Ausfüllen vorgefertigter Formulare (www.paderbaeder.de), Kinder bis zwölf Jahre nur in Begleitung eines Erwachsenen. 1,50 Meter Abstand auf Wegen, Beckenumgängen und auf der Wiese, im Becken 2 Meter. Umkleidekabinen, Schränke und Duschen sind geschlossen. Weitere Infos erteilt das Paderbäder-Team unter der Rufnummer 05251/148780.

Sinnvoll ist es wohl auch, bereits die Badesachen unter der Kleidung zu tragen: Die Umkleidekabinen sind ebenso wie die Innenduschen gesperrt. Es stehen auch nur 50 Schließfächer zur Verfügung. Ansonsten wären die Gänge zu schmal gewesen, begründet Schumann. Wer zum Beispiel nach dem Frühschwimmen in trockene Kleidung schlüpfen will, findet auf den Liegewiesen zehn mobile Ein-Mann-Kabinen, die ebenfalls zwischendurch desinfiziert werden.

Im Schwimmerbecken des Rolandbades sind maximal 125 Gäste erlaubt, im Nichtschwimmerbereich sind es 90. Die jeweiligen Ein- und Ausgänge sind ausgeschildert. Das Schwimmerbecken ist unterteilt in Sport- und Freizeitbereich: Die einen schwimmen in der Runde, die anderen dürfen Bahnen schwimmen.

Für die Ordnung im Becken sorgt das Bäderteam, auf der Wiese sind die Sicherheitskräfte zuständig. Bis zu zehn Mitarbeiter sollen zu Spitzenzeiten eingesetzt werden. An den Eintrittspreisen ändert sich nichts. „Wir werden nicht teurer“, sagte Walter mit Blick auf den Mehraufwand. Und Geschäftsführer Hubert Stork meint: „Wir sind auf das Mitwirken der Besucher angewiesen. Wir brauchen die mit Abstand besten Badegäste.“ Wer sich hartnäckig nicht an die Regeln halte, müsse mit einem Hausverbot rechnen.

Das machen die anderen Freibäder

Das Salzkottener Freibad wird am Pfingstsamstag, 30. Mai, um 7 Uhr wieder geöffnet. „Natürlich unter allen vorgegebenen Hygienevorschriften”, sagt Bürgermeister Ulrich Berger. Maximal 20 Personen dürfen zur gleichen Zeit die Sälzer Lagune betreten und ihre Bahnen ziehen. Und das auch nur im 25-Meter-Becken. Das Spaßbecken bleibt weiter geschlossen. Die Aufenthaltsdauer sollte eine Stunde nicht überschreiten. Am Eingang müssen sich die Besucher registrieren und bekommen dann einen Spint zugewiesen. Außerhalb des Wassers muss eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. In den nächsten Wochen wird das Freibad zu den gewohnten Zeiten geöffnet sein, es wird keinen Schichtbetrieb geben. Noch keine konkreten Öffnungstermine gibt es für die restlichen Freibäder im Paderborner Land. So teilte am Freitag auf Nachfrage die Stadt Büren mit: „Durch die Corona-Pandemie sind zusätzliche Vorbereitungen in Form von Hygienemaßnahmen zu treffen. Dieser Hygieneplan muss noch vom Kreis Paderborn freigeben werden.“ Auch Sprecher anderer Freibäder, etwa in Atteln und Schlangen, gaben als Prognose aus, eine Öffnung im Juni anzupeilen.

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