An der Busdorfmauer entstehen 47 Wohneinheiten
Modernes Wohnen auf historischem Grund

Paderborn (WB). Im Schatten der Busdorfkirche entsteht ein ambitioniertes Bauprojekt. Das Unternehmen Pathera-Immobilien – geschäftsführender Gesellschafter ist Elmar Kloke – errichtet dort einen fünfgeschossigen Komplex mit 2500 Quadratmetern Wohn- sowie 1450 Quadratmetern Büro- und Praxisflächen. 47 Mietwohnungen zwischen 32 und 150 Quadratmetern sind vorgesehen. Dort sollen sich „Junges Wohnen und Arbeiten“ mit einem umfassenden Service für das Wohnen im Alter unter einem Dach vereinen. Das Projekt bekommt einen Namen, der auf historische Belege zurückgeht: „Quartier von Wydenbrück“.

Mittwoch, 27.05.2020, 11:16 Uhr aktualisiert: 27.05.2020, 11:18 Uhr
Aus der Vogelperspektive: So soll der Komplex an der Giersstraße (Altbestand) und an der Busdorfmauer aussehen. Das Gesicht der Straße wird sich maßgeblich verändern. Foto:
Aus der Vogelperspektive: So soll der Komplex an der Giersstraße (Altbestand) und an der Busdorfmauer aussehen. Das Gesicht der Straße wird sich maßgeblich verändern.

Spuren im Lehm

Im Jahr 2018 hat der Paderborner Elmar Kloke das gesamte Areal nach eigenen Angaben erworben. Dazu gehören das Gebäude an der Giersstraße/Ecke Busdorfmauer sowie im rückwärtigen Bereich eine ehemalige Tischlerei sowie ein leer stehendes Mehr­familienhaus. Nach dem Abriss kamen im Februar die Stadtarchäologen. In den vergangenen Wochen sind die Mitarbeiter auf einige interessante Funde gestoßen, wie Dr. Sveva Gai als Leiterin der Stadtarchäologie am Dienstag verriet. Während in der Nähe des Doms und im Bereich Schildern in den vergangenen Jahrhunderten Steinhäuser standen, waren es in der Nähe der ehemaligen Stadtmauer überwiegend Holzfachwerkhäuser.

Spuren im Lehm zeugen davon, dass eines dieser Häuser im Spätmittelalter abgebrannt sein muss. Außerdem habe man einen ehemaligen Ofen gefunden – ein Hinweis darauf, dass hier ein Schmied seine Werkstatt hatte. Durch die Nähe zur Giersstraße, die Teil des alten Hellwegs war, gehen die Archäologen davon aus, dass der Handwerker dort seine Waren an den Mann brachte. Interessante Erkenntnisse lieferte ein fast 100 Quadratmeter großer Gewölbekeller, der beim Abriss des Mehrfamilienhauses sichtbar wurde. Bei der Neubebauung wird er teilweise erhalten.

1800 Quadratmeter großes Areal

Das komplette, 1800 Quadratmeter große Areal wird umgeben von der Giersstraße, der Busdorfmauer und der Stiftsgasse. Die Zufahrt zur künftigen Tiefgarage mit 39 Stellplätzen erfolgt über die Busdorfmauer. Während der Bestandsbau im vorderen Teil des Grundstücks an der Giersstraße auf fünf Etagen der künftigen Nutzung zugeführt wird, wird im hinteren Teil des Grundstücks alles neu gebaut. Der erste Bauabschnitt soll Ende 2020, der zweite Ende 2021 fertig sein. Investiert werde ein „unterer zweistelliger Millionenbetrag“, sagt Kloke. Während die Gewerbeflächen flexibel gestaltet werden, sind die Wohnungsgrößen – alle barrierefrei – vorgegeben. Kloke setzt auf Singles und Paare ebenso wie auf Menschen, die komfortable Wohnungen jenseits der 100 Quadratmeter suchen. Die neun Penthouse-Wohnungen sind „selbstverständlich nach Süden ausgerichtet mit Blick auf Busdorf­kirche, Dom und Gaukirche“, wie Ursula Scholand von der Immobilien-Verwaltung verrät.

In Kooperation mit dem benachbarten Westphalenhof könnten für Betreuung, Reinigung und Essen weitere Servicepakete dazu gebucht werden, sagt Kloke. Werde eine Pflegekraft benötigt, gebe es dafür bei Bedarf den Service des Caritasverbandes, mit dem ebenfalls kooperiert werde. Ziel sei es, dass die Bewohner in ihren Wohnungen ein Leben lang bleiben könnten, sagt der Investor.

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