Landrat setzt auf weitere Unterstützung – SPD und CDU streiten um Beraterkosten
Flughafen mit reduziertem Betrieb?

Paderborn/Büren (WV). Der durch die Corona-Krise mächtig in Turbulenzen geratene Paderborner Airport wird nun zum Zankapfel zwischen den Paderborner Kreistagsfraktionen von SPD und CDU. Auf Anfrage hat sich am Mittwoch auch Landrat Manfred Müller zu Wort gemeldet.

Donnerstag, 11.06.2020, 15:00 Uhr aktualisiert: 11.06.2020, 15:24 Uhr
Alle Räder stehen still: Der Betrieb auf dem Airport Paderborn-Lippstadt ist mit der Corona-Krise nahezu zum Erliegen gekommen. Jetzt streiten SPD und CDU darüber, wie es weitergehen soll – mit oder ohne externe Berater. Foto: Jörn Hannemann
Alle Räder stehen still: Der Betrieb auf dem Airport Paderborn-Lippstadt ist mit der Corona-Krise nahezu zum Erliegen gekommen. Jetzt streiten SPD und CDU darüber, wie es weitergehen soll – mit oder ohne externe Berater. Foto: Jörn Hannemann

Gegenüber dem WESTFÄLISCHEN VOLKSBLATT sagte er: „Vor dem Hintergrund der Corona-Krise und ihren gravierenden Folgen für die künftige Ausrichtung des Flugverkehrs könnte ein redimensionierter Flugbetrieb angestrebt werden, der den Status des Verkehrsflughafens mit der Abfertigung von Großflugzeugen beinhaltet und aufrechterhält.“ Das hätte dann reduzierte Betriebszeiten und Betriebskosten zur Folge, kündigte Müller an.

Die Debatte losgetreten hatte die SPD. Deren Landratskandidat Wolfgang Weigel wirft der CDU vor, mit ihrem Antrag über 100.000 Euro für eine externe Beratungsfirma zur Abschätzung der wirtschaftlichen Risiken „den Landrat und Aufsichtsratsvorsitzenden Manfred Müller sowie die Geschäftsführung der Flughafengesellschaft und die beteiligten Landkreise samt kreisfreier Stadt Bielefeld zu brüskieren“.

Zukunftsträchtiges Betriebsmodell gesucht

Weigel fordert vielmehr eine Entscheidung der Politik ein, dass ein künftiger Flughafen mit einer reduzierten Betriebsbereitschaft an den Start gehen solle. Es brauche eine „Abkehr von einer Dienstleistung rund um die Uhr“, meint er. Die SPD beantrage daher im Kreistag, kurzfristig eine Gesellschafterversammlung einberufen zu lassen, „in der über ein zukunftsträchtiges Betriebsmodell entschieden wird“.

Die CDU-Kreistagsfraktion widerspricht dem Vorwurf der SPD. „Die Vorwürfe der SPD sind unbegründet, haltlos und in ihrer Interpretation schlichtweg falsch. Die CDU-Kreistagsfraktion arbeitet seit vielen Jahren vertrauensvoll mit Landrat Manfred Müller zusammen. Hintergrund des Antrags ist es, die Verantwortungsträger mit einer zusätzlichen Beratungsleistung in Höhe von 100.000 Euro darin zu unterstützen, die Zukunft unseres regionalen Flughafens – als zentralen Dreh- und Angelpunkt der unternehmerischen und privaten Anbindung an den nationalen und internationalen Flugverkehr – langfristig zu sichern.“

Einige Zusagen stehen noch aus

Landrat Müller zeigte sich am Mittwoch überzeugt, dass der Kreistag den heimischen Regionalflughafen weiter unterstützen wird. „Die Liquidität des Flughafens in der Corona-Krise kann nur gesichert werden, wenn staatliche Zuschüsse und weitere Beiträge der Gesellschafter fließen. Die volle Verlustabdeckung bis zu einer Höhe von 5 Millionen Euro für das Jahr 2020 ist von den Kreisen Paderborn, Höxter, Hochsauerlandkreis und der Stadt Bielefeld als Gesellschafter zugesagt worden. Die Zusagen der Kreise Gütersloh, Lippe und Soest stehen noch aus. Die bisherigen Beschlüsse liegen zeitlich vor dem Beginn der Corona-Pandemie, die den Flugverkehr zum Erliegen gebracht hat.“

Die derzeit weggebrochene Liquidität des Airports könne nicht nur durch reduzierte Betriebskosten und Übernahme des Kurzarbeitergeldes kompensiert werden. Hier müssten weitere staatliche Zuschüsse von Bund und Land bzw. weitere Beiträge der Gesellschafter geleistet werden. Landrat Müller habe Ministerpräsident Armin Laschet um staatliche Zuschüsse gebeten. Gespräche auf der Ebene der Landtagsabgeordneten liefen derzeit.

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