Höchst unterhaltsamer Liederabend zum Theater-Neustart in Paderborn
Endlich wieder Bühne und Rampenlicht

Paderborn (WB). Endlich, endlich wieder ins Theater Paderborn, endlich wieder Bühne und Rampenlicht, auch wenn es nur ein Liederabend ist, die Zuschauer wegen Covid-19 scharf getrennt als „Doppelpack“ Platz nehmen mussten und individuelle Wartezonen zugewiesen bekamen.

Dienstag, 16.06.2020, 09:10 Uhr aktualisiert: 16.06.2020, 09:14 Uhr
Carsten Faseler (von links), Peter Stolle, Georg Rolle und Ogün Derendeli boten im Theater ganz feines Entertainment. Foto: Maler
Carsten Faseler (von links), Peter Stolle, Georg Rolle und Ogün Derendeli boten im Theater ganz feines Entertainment. Foto: Maler

Nur ein Liederabend als Premiere? Nein, „There’s no Business like Showbusiness“ ist ein fulminanter Neustart in Zeiten von Covid-19, feines Entertainment mit Songs zu Herzschmerz und gegen Rassismus. Wenn Carsten Faseler leidenschaftlich die Gitarre zu „Sweet Home Alabama“ von Lynyrd Skynyrd bearbeitet und sich fast die Seele aus dem Halse schreit, klatschen die Zuschauer euphorisch. Faseler ist schnarrende Rockröhre, schrubbt als coole Socke auf der Ukulele, ist raubeiniger Beatlyriker und mimt eine krummbeinige Diva auf High Heels, als er „Sweet Transvestite“ aus der Rocky Horror Show singt. Vom Broadway bis zum Eurovision Song Contest führt die musikalische Reise zur Feier des Lebens und der Liebe. Faseler mag keine Nackenatmer im Supermarkt und hofft dort auf Beibehaltung des Corona-Abstandes nach der Krise. Unter der musikalischen Leitung von Peter-Andreas Stolle geht es eine Stunde mit Lust und Leidenschaft durch die Höhen und Tiefen des Showbusiness.

Vergänglichkeit des Lebens

Seit 2016 arbeitet Stolle mit dem Theater Paderborn zusammen, hat „Mondsüchtig“ realisiert und den musikalischen Höllenritt „The Black Rider“ gecoacht. Noch mehr Diva verkörpert Ogün Derendeli. Ob „Me and My Shadow“ von Elton John oder „From a Distance“ von Bette Middler, Derendeli bringt ein schmachtendes Timbre in die Songs, das überrascht. Es geht natürlich um die Liebe, die Vergänglichkeit des Lebens, um Einsamkeit in den Weiten des amerikanischen Südens wie in anonymen Städten. Küssen aber kann man eben nicht alleine, dazu braucht man einen anderen Mund, das wusste schon Max Raabe mit seinem Song „Küssen kann man nicht alleine“, den Derendeli mit seiner femininen Interpretation mühelos in den Schatten stellt.

Jubeln wegen Corona tabu

Es macht verdammt viel Spaß, Derendeli und Faseler, perfekt begleitet von Peter Stolle am Flügel und Georg Rolle am Bass, auf ihrer musikalischen Reise zu begleiten. Derendeli und Faseler agieren auch als Duo, schwenken mit Hakuna Matata auf die Zielgerade des gelungenen Liederabends, weil das Leben so schön sein kann und das Motto heißen sollte: Hab keine Angst, mach dir keine Sorgen. Denn eine kluge Frau, so Faseler, „meine Mutter“, habe ihm die Erkenntnis vermittelt, so sei das Leben, manchmal geht es schief, manchmal geht es daneben. Es ist eben nicht nur Showbusiness, Songs liefern Nachdenkliches und geben Hoffnung zugleich.

Die wegen Corona spärlich besetzten Zuschauerreihen gaben ihr Bestes, ganz viel Beifall. Jubeln sei wegen Corona tabu, darauf wurden die Zuschauer mehrmals hingewiesen. Ohne Zugabe wollten sie die Musiker natürlich nicht von der Bühne lassen, die Zugabe konnte nur „Sex Bomb“ von Tom Jones sein, dem schottischen „Tiger“, der vor wenigen Tage 80 Jahre wurde.

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