Hotel-Charakter: Liborianum in Paderborn öffnet nach zweijähriger Sanierung
Tagen hinter Klostermauern

Paderborn (WB). Einige Gänge müssen gestrichen und die Fernseher in den Zimmern montiert werden. Auch einige Möbel und Lampen fehlen noch. Doch schon jetzt beeindruckt das ehemalige Kapuzinerkloster mit seinem neuen, schlichten Charme. Die Sanierung des Tagungs- und Seminarhauses Liborianum hat zwei Jahre gedauert und 18 Millionen Euro gekostet. Das WESTFÄLISCHE VOLKSBLATT hat sich umgesehen.

Mittwoch, 17.06.2020, 09:15 Uhr aktualisiert: 17.06.2020, 09:18 Uhr
Hier kommen die Gäste im Liborianum an: Die Hotellobby mit den charakteristischen Säulen kann man zweifelsohne als Blickfang bezeichnen. Als Hausleiter fungiert Ludger Henneken, der aus Paderborn kommt. Foto: Jörn Hannemann
Hier kommen die Gäste im Liborianum an: Die Hotellobby mit den charakteristischen Säulen kann man zweifelsohne als Blickfang bezeichnen. Als Hausleiter fungiert Ludger Henneken, der aus Paderborn kommt. Foto: Jörn Hannemann

Ende Juni werden die ersten Testgäste erwartet. Buchungen und Übernachtungen sind vom 20. Juli an für Jedermann möglich. Auch wenn Libori ausfalle, hofft man in den Ferien auf einige Zimmerbelegungen, sagt Hausleiter Ludger Henneken. Der gelernte Hotelfachmann und Hoteldirektor ist seit Herbst 2019 der neue Chef des Liborianums, das sich im Eigentum des Erzbistums befindet. Das Haus bietet nicht nur Seminare an. Hier können auch Säle in verschiedenen Größen für Tagungen gebucht werden. Das ehemalige Kloster ist nun Übernachtungshaus für Seminarteilnehmer, Geschäftsreisende, Kurzurlauber oder durchreisende Radtouristen.

Blick in eines von vier Appartements: Links eine kleine Küche, dahinter geht es in großzügige Badezimmer mit Dusche.

Blick in eines von vier Appartements: Links eine kleine Küche, dahinter geht es in großzügige Badezimmer mit Dusche. Foto: Jörn Hannemann

Schon vor dem Umbau habe man getestet, wie man die Auslastung verbessern kann, berichtet der Direktor des Liborianums, Andreas Hölscher. „Viele Tagungen dauern nur einen Tag. Der einzige, der dann übernachtet, ist der Referent“, begründet er die Öffnung des 3-Sterne-Superior-Hauses für all diejenigen, die in Paderborn übernachten wollen oder müssen. Die Aufnahme in den bekannten Hotelportalen sei so erfolgreich gewesen, dass man nun darauf aufbauen will. Auch wenn das Haus dem Erzbistum gehöre, müsse es unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten geführt werden. „Es gibt keine subventionierten Übernachtungspreise“, stellt der Direktor klar.

46 Zimmer

Grund der Sanierung sei jedoch ein anderer gewesen. „Es gab erhebliche Brandschutzmängel. Das Haus war in die Jahre gekommen“, berichtet Henneken. Dies wurde als Chance für Veränderungen gesehen. Wege wurden optimiert, die Restaurants neu konzipiert und Tagungsräume auf den Stand der Technik gebracht. Auch die 46 Übernachtungszimmer seien nicht wiederzuerkennen: Sie sind modern aber schlicht gestaltet und verfügen über die notwendigen technischen Voraussetzungen, um den Gast von heute zufrieden zu stellen, meint der Hausleiter. Vier Appartements verfügen über kleine Küchen. Im gesamten Haus dominieren warme Erdtöne. Natursteine und Hölzer wurden verwendet. Neu entstanden ist durch den Umbau ein zweites Restaurant mit Blick in den Innenhof. Die Hotellobby mit den charakteristischen Säulen kann man zweifelsohne als Blickfang bezeichnen.

Als ein Renner erweise sich schon jetzt ein neues Angebot: Heiraten in der Klosterkirche mit anschließender Feier im großen Saal. „Für nächstes Jahr sind schon jetzt viele Wochenenden ausgebucht“, berichtet Henneken.

Offiziell eingeweiht werden soll das neu gestaltete Liborianum von Erzbischof Hans-Josef Becker am 2. September.

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