Paderborner Ordnungsamtsleiter berichtet über Probleme an Habicht- und Lippesee
„Ich kann abends keinen alleine da reinschicken“

Paderborn (WB/mba). Offene Feuer, nächtliche Alkoholexzesse, Menschen, die urinieren und rumgrölen sollen, Müll im Wald- und am Ufer und zum Teil eine chaotische Verkehrssituation: Die Probleme an Habicht- und Lippesee sind vielschichtig und offenbar schwer in den Griff zu bekommen. Am Mittwochabend hat der Bezirksausschuss Schloß Neuhaus/Sande über Lösungen diskutiert.

Freitag, 19.06.2020, 09:12 Uhr aktualisiert: 19.06.2020, 09:14 Uhr
Der Sandstrand des Habichtsees ist sehr beliebt. Die zahlreichen Besucher führen aber auch oft zu Problemen. Foto: Jörn Hannemann
Der Sandstrand des Habichtsees ist sehr beliebt. Die zahlreichen Besucher führen aber auch oft zu Problemen. Foto: Jörn Hannemann

Ordnungsamtsleiter Udo Olschewski, der auf Antrag der CDU-Fraktion über die Situation an den beiden Seen aus Sicht der Stadtverwaltung informierte, nahm kein Blatt vor den Mund. An Pfingsten sei die Situation besonders schlimm gewesen. Am Lippesee musste der Parkplatz gesperrt werden. Zunächst sei dafür kein Absperrmaterial vor Ort gewesen. Es werde zum Teil wild geparkt, auch auf Privatflächen, was den Einsatz fürs Ordnungsamt erschwere, sagte Olschewski, weil die Besitzer dann eigentlich selbst tätig werden müssten.

Probleme mit der Parksituation

Auch im Bereich Habichtsee räumte er Probleme mit der Parksituation ein. Der Ordnungsamtsleiter verwies aber darauf, dass seine Mitarbeiter dort und auch am Lippesee häufig kontrollierten. „Ordnungsamt und Polizei sind nach Einsatzlage vor Ort“, sagte er. Am vergangenen Freitag seien am Habichtsee beispielsweise 54 Verwarngelder ausgesprochen worden, zwölf mittags und 42 abends. Vor allem an der Husarenstraße hätten Autos rechtsseitig Richtung Diebesweg verbotswidrig geparkt und den Straßenverkehr gefährdet. „Und seit dem 28. April, seitdem der neue Bußgeldkatalog gilt, kostet das 55 Euro“, sagte Olschewski. Das spüre der Verursacher dann im Portemonnaie.

Der Habichtsee sei am Freitag sehr gut besucht gewesen. Vor allem der Sandstrand am östlichen Ufer sei beliebt. Es stimme zwar, dass sich etwa zehn Menschen im Wasser aufgehalten hätten – Baden ist im Habichtsee verboten. Die Corona-Schutzmaßnahmen seien aber eingehalten worden, betonte Olschewski. Grillen ist auf öffentlichen Flächen in Paderborn grundsätzlich untersagt.

Bislang elf Einsätze

Ein Problem sei, dass in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie die Freibäder erst sehr spät und nur eingeschränkt geöffnet hätten, sagte Olschewski. Das locke die Menschen noch stärker als sonst an die beliebten Seen. „Die Menschen wollen raus und nutzen die Gelegenheit‘, sagte Olschewski, was verständlich sei.

In diesem Jahr gab es seinen Angaben zufolge bislang elf Einsätze am Habichtsee wegen Ruhestörung und 17 am Lippesee. Der Ordnungsamtsleiter verwies darauf, dass seine Behörde mit Lippesee, Nesthauser See, Paderauen, Paderquellgebiet, Bürgerpark, Monte Scherbelino, Riemekepark und Habichtsee zahlreiche „Hotspots“ zu kontrollieren habe. Dafür stünden aktuell acht BOSS-Mitarbeiter zur Verfügung, die auch mitunter vorsichtig sein müssten. „Ich kann abends keinen alleine da reinschicken“, sagte Olschewski. Der Ton auf der Straße sei rauer geworden.

„Wir haben dort ein Problem“

Susanne Meiche (CDU) unterstrich die Dringlichkeit und wies darauf hin, dass vor allem am Habichtsee die Häuser nah am See stünden und die Anwohner deshalb besonders von Ruhestörungen betroffen seien: „Wir haben dort ein Problem und das nimmt Ausmaße an.“ Ausschussvorsitzender Michael Pavlicic (CDU) berichtete, dass sich 2019 sogar eine Bürgerwehr dort habe gründen wollen. Das sei aber verhindert worden. Die Stadt sicherte zu, sich um die Probleme kümmern zu wollen. Am Lippesee soll ein Parkraumkonzept Besserung bringen. Die Grünen kritisierten, dass der Lippesee mit öffentlichen Verkehrsmitteln schlecht zu erreichen sei. CDU-Fraktionsvorsitzender Markus Mertens: „Wir müssen eine Lösung finden. Die Sander machen das sonst nicht mit.“

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