Architekten legen Entwürfe vor – Jury kürt vier Gewinner
Vorgeschmack auf Alanbrooke

Paderborn (WB). Alle Wohnungen sollen barrierefrei werden und einen Balkon, eine Loggia oder eine Terrasse erhalten. Der Zimmerzuschnitt soll möglichst perfekt, die Flächeneffizienz möglichst groß und die Wohnungs­größen mindestens zur Hälfte den Ein- bis Zweipersonenhaushalten vorbehalten sein. Das sind die Vorgaben für das neue Alanbrooke-Quartier.

Montag, 29.06.2020, 08:48 Uhr aktualisiert: 29.06.2020, 08:52 Uhr
Nina Vollmann vom Architekturbüro Post, Welters und Partner, das den Wettbewerb begleitet hat, zeigt den Entwurf des Drittplatzierten, das Büro RSK Architekten aus Paderborn. Alle Entwürfe gibt es im Netz unter www.wohnen-in-paderborn.de. Foto: Ingo Schmitz
Nina Vollmann vom Architekturbüro Post, Welters und Partner, das den Wettbewerb begleitet hat, zeigt den Entwurf des Drittplatzierten, das Büro RSK Architekten aus Paderborn. Alle Entwürfe gibt es im Netz unter www.wohnen-in-paderborn.de. Foto: Ingo Schmitz

Das erste Projekt der Wohnungsgesellschaft Paderborn (WGP) nimmt jetzt Gestalt an. Die städtische Gesellschaft, die Ende 2018 nach – und mit – einigen politischen Turbulenzen gestartet war, plant auf dem Gelände der ehemaligen Alanbrooke-Kaserne den Bau von 280 Wohnungen. 240 davon sollen öffentlich gefördert werden. Jetzt gibt es Entwürfe, wie die Flächen, die die Stadt selbst bebauen will, aussehen könnten. Es geht um insgesamt 20.000 Quadratmeter in drei Baufeldern.

Wer den Zuschlag erhalten wird, ist noch offen

Über die Gestaltung der Mehr­familienhäuser haben sich in den vergangenen Wochen elf renommierte Planungsbüros in einem Wettbewerbsverfahren Gedanken gemacht und ihre Ideen zu Papier gebracht. Vier davon sind in dem anonym durchgeführten Wettbewerb von einer renommierten Fachjury als Gewinner ausgewählt worden – darunter auch das Paderborner Büro RSK Architekten, das einen dritten Platz erreichte. Ebenfalls auf einem dritten Platz landete das Büro Fink und Jocher Gesellschaft von der Architekten und Stadtplaner mbH in München. Zwar gab es keinen ersten Platz, dafür aber zwei Zweitplatzierte: Winking Froh Architekten GmbH aus Hamburg und Albert Wimmer ZT-GmbH aus Wien. Unter den vier Büros wird das Preisgeld von 115.000 Euro aufgeteilt. Wer später den Zuschlag zur Realisierung erhalten wird, ist damit allerdings noch offen. Daniel Rohring, Geschäftsführer der Wohnungs­gesellschaft machte deutlich, dass es auch durchaus denkbar sei, dass alle vier Büros einen Auftrag erhalten könnten.

Bei der Vorstellung der Entwürfe lobte Bürgermeister Michael Dreier die hohe Wohnqualität, die die vier Büros in ihren Plänen zum Ausdruck gebracht hätten. Es sei deutlich geworden, dass an dem lukrativen Auftrag großes Interesse bestehe und sich hier die „Champions-League“ unter den Planern eingebracht habe.

Dreier freute sich, dass ein Paderborner Büro zu den Gewinnern zählt. Auch der Beitrag aus Wien wurde besonders hervorgehoben. Die Albert Wimmer ZT-GmbH habe im Bereich solcher Projekte beste Referenzen und die österreichische Hauptstadt sei im Wohnungsbau besonders gut aufgestellt, hieß es.

„Vor-Vor-Entwürfe“

Der Wettbewerb wird begleitet durch Architekt und Stadtplaner Prof. Hartmut Welters. Nach seinen Worten handele es sich um „Vor-Vor-Entwürfe“, die in den kommenden Wochen mit den Büros vertieft werden müssten. Dabei werde es auch um die Wirtschaftlichkeit gehen. Zur Höhe der möglichen Baukosten machte die Verwaltung keine Angaben. Der Zuschlag für die Büros erfolge im Spätherbst. Würde man sich für mehrere Büros entscheiden, hätte dies mehrere Vorteile, so Welters. Unter anderem wolle die Stadt vermeiden, dass das Quartier durch einen uniformen Baustil einen Kasernencharakter erhalte.

Den Kaufvertrag für Alanbrooke hat die Stadt im Januar 2019 unterzeichnet, vor einem Jahr erhielt sie die Schlüssel. Für den Bau aller 280 Wohnungen hat die WGP vier Jahre Zeit.

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