Asta Paderborn diskutiert mit Kai Gehring über Studenten in finanzieller Notlage
Von der Coronakrise zur Bildungskrise?

Paderborn (WV). Der Verlust von Nebenjobs aufgrund der Folgen der Corona-Pandemie trifft viele Studenten hart und führt zu finanziellen Notlagen. Dies stellte auch der Asta der Universität Paderborn fest und lud Bundestagsmitglied Kai Gehring zum Gespräch im Livestream über die nun anlaufenden Maßnahmen seitens der Bundesregierung ein.

Montag, 29.06.2020, 23:00 Uhr
Bundestagsmitglied Kai Gehring. Foto: Nicole von Prondzinski
Bundestagsmitglied Kai Gehring. Foto: Nicole von Prondzinski

In einer digital durchgeführten Session der Veranstaltungsreihe „Forum“, einem politischen Diskussionsformat des Studierendenausschusses, stellte sich der Politiker vom Bündnis 90/Die Grünen den Fragen, die bei den Studenten aufkamen. Andreas Schwengel, Referent für politische Aufklärung beim Asta, moderierte die Diskussion und erklärte: „Viele Studierende kritisieren die bisher vorgeschlagenen Maßnahmen.

Wir sehen die Problematik dahinter und verstehe die Bedenken bei der Aufnahme eines Kredits in einer finanziellen Notlage.“ Umfragen zufolge haben knapp 40 Prozent des Studenten in Deutschland durch die Auswirkungen der Pandemie ihren Job und somit ihre finanzielle Existenzgrundlage verloren, so Schwengel. Viele Studenten hätten sich daraufhin Geld bei Eltern und Freunden geliehen, um laufende Kosten zu decken. Schwengel befürchtet, dass in vielen Fällen der Studienabschluss bedroht ist.

Kritik an Überbrückungshilfe

Auch Gehring sah die Aufnahme eines Studienkredites als Sofortmaßnahme kritisch und hinterfragte die anlaufende Überbrückungshilfe des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, bei der mit 100 Millionen Euro die in Not geratenen Studenten unterstützt werden sollen. Für die Monate Juni, Juli und August ist es für Studenten möglich, ihr Konto monatlich wieder auf 500 Euro aufzustocken. „Ich nenne das ausdrücklich: unterlassene Hilfeleistung!“ betonte der Bundestagsabgeordnete.

Die Überbrückungshilfe käme fünf Monate zu spät und sei in der Höhe für den Zeitraum nicht angemessen – so kommentierte Gehring das Verhalten der Bildungsministerin: „Karliczek ist in dieser Hinsicht eine Trödelministerin.“ Er hätte sich eine „echte Nothilfe“ gewünscht und eine Öffnung des Bafög vorgeschlagen.

Das Forum entstand in Kooperation mit dem Ortsverein der Grünen und der Hochschulgruppe Campusgrün und so gaben Klaus Schröder (Fraktionssprecher der Grünen in Paderborn) und Gerrit Pape (Campusgrün Paderborn) zu Beginn einleitendende Worte.

Wer den Livestream nachverfolgen will, findet den Link auf der Internetseite des Asta.

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