Peter und Paul gehen auf die Reise
Natzunger Altarfiguren im Diözesanmuseum

Borgentreich (WB). „Peter und Paul machen eine Reise.“ Mit diesen Worten sind die Mitglieder der Kirchengemeinde St. Nikolaus in Borgentreich-Natzungen darüber informiert worden, dass die Figuren des Heiligen Petrus und des Heiligen Paulus aus dem barocken Hochaltar in den kommenden Monaten im Paderborner Diözesanmuseum ausgestellt werden. Dort findet vom 24. Juli bis 25. Oktober die Ausstellung „Peter Paul Rubens und der Barock im Norden“ statt.

Samstag, 11.07.2020, 13:05 Uhr aktualisiert: 11.07.2020, 13:10 Uhr
Markus Tewes (links) vom Kirchenvorstand in Natzungen hat Andreas Ahlers und Matthias Rüenauver von der Firma „ars colendi“ aus Paderborn die beiden Figuren des Heiligen Petrus und Heiligen Paulus übergeben. Sie sind Teil einer Ausstellung in Paderborn. Foto:
Markus Tewes (links) vom Kirchenvorstand in Natzungen hat Andreas Ahlers und Matthias Rüenauver von der Firma „ars colendi“ aus Paderborn die beiden Figuren des Heiligen Petrus und Heiligen Paulus übergeben. Sie sind Teil einer Ausstellung in Paderborn.

Schon zu Lebzeiten ein Star

In der Schau werden hochkarätige Exponate des flämischen Künstlers, seiner Schüler und weitere von ihm beeinflusster Künstler aus internationalen Museen gezeigt. Der Bitte der Leitung des Diözesanmuseums, die beiden Natzunger Figuren in dieser Ausstellung einem breiten Publikum zu präsentieren, haben Pfarrer Werner Lütkefend und der Kirchenvorstand gerne entsprochen.

„Rubens ist unbestritten einer der bedeutendsten Meister des flämischen Barock und war bereits zu Lebzeiten der Star seiner Branche. Von seiner Werkstatt in Antwerpen aus verbreiteten sich seine neuartigen Bildideen in ganz Europa – bis nach Paderborn!“, heißt es im Flyer zu der nach dem flämischen Künstler benannten Ausstellung.

Figuren aus ehemaligem Kloster

Auch der aus Geseke stammende Bildhauer Philipp Georg Brüll schuf seine Werke in dem von Rubens und seinen Schülern, die in Paderborn tätig waren, beeinflussten Barock. So gestaltete Brüll im Jahr 1692, also etwa 50 Jahre nach Rubens Tod, einen Hochaltar für die Kirche des Paderborner Abdinghofklosters, der 1807 nach der Auflösung des Klosters in den damaligen Kirchenneubau nach Natzungen kam, wo noch ein Altar fehlte. Das Altarbild mit der Anbetung der Heiligen drei Könige stammt vom Brakeler Maler Johann Georg Rudolphi.

Mitarbeiter der Firma „ars colendi“, eine Fachwerkstatt für Bau- und Kunstdenkmalpflege in Paderborn, haben jetzt die beiden Altarfiguren des Heiligen Petrus und des Heiligen Paulus aus dem Altar-Ensemble entnommen und gut verpackt in die Ausstellungsräume nach Paderborn gebracht.

Alter im Winter wieder vollständig

Zur Auswahl der beiden Figuren für die hochkarätige Ausstellung stellte Professor Christoph Stiegemann , Leiter des Museums in Paderborn, in einem Schreiben an die Natzunger Kirchengemeinde fest, dass „die Schöpfungen Philipp Georg Brülls einen eleganten und dennoch kraftvoll bewegten Aufbau sowie eine auch emotional differenzierte Durchbildung von Körper und Gewand aufweisen.“ Gerade die Figuren des Petrus und Paulus in Natzungen zeichneten sich demnach durch diese Eigenschaften besonders aus.

„Wir freuen uns, dass unser Barockaltar und insbesondere die beiden genannten Figuren die Aufmerksamkeit der Verantwortlichen dieser großen Ausstellung auf sich ziehen konnten“, kommentiert Markus Tewes vom Kirchenvorstand in Natzungen. „Natürlich unterstützen wir dieses Vorhaben gern und möchten so zum Erfolg der Ausstellung beitragen.“ Die beiden Plätze auf dem vielbeachteten Hochaltar bleiben jetzt erst einmal leer. Ab etwa Mitte November wird der Altar dann wieder vollständig sein.

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